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Die Wohnung eines Architekten in Danzig. So hat er sich seinen Lebensraum gestaltet

In dem Danziger Apartment, das als Hauptwohnsitz für den Designer selbst entworfen wurde, wurde jedes Element mit Blick auf den täglichen Komfort, Langlebigkeit und die präzise Anpassung an individuelle Bedürfnisse gestaltet. Es handelt sich um ein Interieur, das nicht „für den Markt“ entstanden ist, sondern als konsequente Umsetzung langjähriger Beobachtungen, Träume und ergonomischer Anforderungen, die sich unter anderem aus der großen Körpergröße des Eigentümers ergeben.

Die größte Herausforderung stellte die Koordination von mehr als einem Dutzend unabhängiger Teams dar. Jeder Fachmann wollte als Letzter arbeiten, und das Projekt, das ohne einen Generalunternehmer auskam, erforderte ständige Kontrolle und eine präzise Planung der Arbeitsabläufe. Besonders anspruchsvoll war die Küche, in der alle Elemente maßgefertigt wurden und perfekt zueinander passen mussten. 

Inspirationen

Der Eigentümer wusste von Anfang an, dass er mit natürlichen Materialien in ihren ursprünglichen Farben arbeiten wollte. Tischlerei, Holz, Stein und Metall bildeten die Grundlage der gesamten Komposition. Auf Kunststoff und glänzendes Acryl wurde verzichtet, stattdessen setzte man auf Oberflächen, die auf edle Weise altern. In den Badezimmern wurden Produkte von Graff verwendet, um den allgegenwärtigen Chromglanz zu vermeiden.

In der Küche taucht ein Motiv auf, das der Designer als „Haushaltsversion einer Premium-Gastronomie-Küche“ bezeichnet. Metalloberflächen, eine symmetrische Anordnung der Schränke und zwei Säulen an den Seiten schaffen einen aufgeräumten, professionellen Raum. Über dem Tisch hängt die Leuchte Mito Volo. Es handelt sich um ein Modell, an das sich der Eigentümer von einem Besuch bei Freunden erinnert und das er schon seit Jahren bei sich haben wollte. Eine so gestaltete Küche wird sicherlich Fans minimalistischer Architektur gefallen.

Einschränkungen als Teil des Entwurfs

Eine große Herausforderung war die Deckenhöhe der Wohnung. Nach dem Abriss aller Wände und deren Neuaufbau gelang es, eine Höhe von 2,69 m zu erreichen. Das ist etwas mehr, als der Bauträger vorgesehen hatte, der die Möglichkeit der Installation einer Klimaanlage einkalkuliert hatte. Die Raumaufteilung wurde durch Fenster und Schächte bestimmt, was eine präzise Planung erforderte. Der Designer verzichtete bewusst auf eine großflächige Deckenbeleuchtung. Es wurde gerichtetes, reflektiertes Licht verwendet, das an den Wänden entlanggeführt und so ausgerichtet wurde, dass es nicht in die Augen blendet. 

Der Entwurfsprozess

Der Eigentümer begann die Arbeit an dem Projekt mit der Erstellung einer Liste seiner eigenen Anforderungen: breite und hohe Türen, bequeme Durchgänge, große Abstände zwischen den Möbeln, ein an die Körpergröße angepasstes Bett, ein geräumiges Badezimmer mit großer Dusche und Badewanne. Um dies zu erreichen, verzichtete er auf ein zweites Schlafzimmer, gewann dadurch einen komfortablen Badbereich hinzu und vergrößerte den ersten Schlafbereich. Von großer Bedeutung war die Wahrung der optischen Ordnung, weshalb in der gesamten Wohnung geschlossene Aufbewahrungssysteme dominieren. Sichtbar sind nur jene Elemente, die der Eigentümer präsentieren möchte – Bilder und Bücher, die auf einem Regal stehen, das bereits beim Betreten der Wohnung ins Auge fällt.

In der gesamten Wohnung werden konsequent Stein, Holz und Metall verwendet. Jedes Detail wurde so ausgewählt, dass es die anderen nicht dominiert, sondern ein harmonisches Ganzes bildet. Das Schlafzimmer ist zurückhaltender gestaltet: heller Eichenboden, Weiß, Blautöne auf dem Bettbezug und eine Tapete mit Palmenmotiv, die einen zarten, ruhigen Akzent setzt.

Originelle Lösungen

Jeder Raum hat einen deutlich unterschiedlichen Charakter. Im Wohnzimmer gibt es keinen Fernseher, stattdessen wurde ein Projektor installiert, der es ermöglicht, ein großes Heimkino zu schaffen. Das aus drei Elementen bestehende modulare Sofa lässt sich je nach Anlass beliebig anordnen. In der Küche wurde die Breite der Arbeitsplatte der Kücheninsel an die Maße der gewerblichen Eiswürfelmaschine angepasst. Im kleinen Gästebad wurden bewusst Elemente verwendet, die an Hotels und Praxen erinnern – schlichte Spender und Accessoires verleihen ihm einen charakteristischen, nüchternen Ton.

Im Arbeitszimmer waren die Wände ursprünglich weiß, wurden aber schließlich mattschwarz gestrichen, wodurch eine Atmosphäre entstand, die an ein elegantes, abgedunkeltes Büro erinnert. Die Form der Schränke über dem Schreibtisch erinnert an geometrische Akustikpaneele, die sowohl eine ästhetische als auch eine praktische Funktion erfüllen (sie verbessern die Akustik).

Der Eigentümer betont, dass ihm die vollständige Übereinstimmung der Umsetzung mit den ursprünglichen Plänen und Visualisierungen die größte Zufriedenheit bereitet. Es ist eine Wohnung, in der er sich jeden Tag wohlfühlt und die all seinen Bedürfnissen entspricht.

Entwurf: 761.studio, Karolina Koryniowska – Madde Studio

Fotos: Katarzyna Seliga-Wróblewska, Marcin Wróblewski / Fotomohito

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