Ein Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert in neuem Glanz. Heute ist es das Clementine House

Am Ufer der Moldau in Český Krumlov kann man die gemütliche Pension Clementine House besuchen, die vom Architekturbüro Architéka und der Architektin Lucie Němcová entworfen wurde. Der Komplex befindet sich in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude aus dem späten 18. Jahrhundert, das einer vollständigen Umgestaltung unterzogen wurde. Von nun an ist dieser Ort auf Erholung, Kunst und den Kontakt mit der Landschaft ausgerichtet, und die Innenräume öffnen sich zum Fluss und zum neu angelegten Garten hin.

Clementine House – ein Ort mit Geschichte

Die Bauherrin Anna Gášpárová erwarb die Immobilie gemeinsam mit ihrem Ehemann im Jahr 2019. Sie lud die Architektinnen Lucie Němcová und Tereza Komárková zur Zusammenarbeit ein, zu denen sie seit Jahren enge Beziehungen unterhielt. Im Laufe der Umsetzung schlossen sich dem Team auch eine Bauleiterin und eine Landschaftsarchitektin an. Bei der Umgestaltung wurden die wertvollsten Elemente des alten Gebäudes erhalten, darunter freigelegte Holzbalken und Steinmauern. Die neuen Elemente erhielten hingegen eine schlichtere Form, um die Geschichte nicht zu überschatten.

Apartments mit Blick auf die Moldau

Im ersten Stock wurden zwei geräumige Apartments mit Blick auf den Fluss und den Garten eingerichtet. Ihre Aufteilung lässt sich mithilfe großformatiger Schiebepaneele flexibel verändern, deren Oberflächen mit Originalgemälden des tschechischen Künstlers Patrik Hábla verziert sind. Vom Gemeinschaftsbereich führt eine skulptural geformte Treppe in das Dachgeschoss, wo sich drei weitere Zimmer befinden. Die Räume öffnen sich zum Dachstuhl hin, und die Reproduktionen an den Wänden greifen Motive aus Hábels Werk auf. Das Erdgeschoss hingegen wurde für den privaten Gebrauch der Eigentümerin belassen.

Stein, Holz und Handwerkskunst

Die Innenräume bestehen vor allem aus Naturstein, Holzoberflächen und handverarbeiteten Zementverkleidungen, die mit Holzarbeiten und Metallakzenten kombiniert wurden. Ergänzt werden diese durch restaurierte Antiquitäten sowie ausgewählte Möbel und Einrichtungsgegenstände von tschechischen und slowakischen Designern sowie lokalen Herstellern. Viel Aufmerksamkeit wurde den Badezimmern gewidmet. In einigen Zimmern wurden die Badewannen direkt in den Schlafzimmern platziert, um deren intime Atmosphäre zu unterstreichen.

Die dunkelblaue Treppe im Clementine House

Die wichtigste architektonische Veränderung war die Neugestaltung der Wegeführung. Auf die Außentreppe wurde zugunsten einer internen Verbindung aller Stockwerke verzichtet. Durch das Gebäude führt nun eine dunkelblaue Stahltreppe, die sich vom Erdgeschoss bis zum Dachgeschoss schlängelt. Dank der neuen Raumaufteilung verfügen die Innenräume über klare Blickachsen, mehr Tageslicht und ein Gefühl von Weite. Die ehemals dunklen Räume des Steinhauses wurden „geöffnet“, wobei die historische Atmosphäre erhalten blieb.

Entwurf: Tereza Komárková
[Architéka]
, Lucie Němcová
Fotos: Václav Novák

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