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Ein falscher Halt für Alzheimer-Patienten. Die einzige ihrer Art in Polen steht und Warschau

In Warschau, in der Wilanowska-Allee, gibt es eine scheinbar gewöhnliche Bushaltestelle wie viele andere auf den Straßen. Ihr eigentlicher Zweck ist es jedoch, Patienten aufzuhalten, die mit fortschreitender neurokognitiver Erkrankung oft versuchen, aus dem nahe gelegenen Alzheimer-Zentrum zu fliehen. Die Bushaltestelle wurde im Sommer 2016 eingerichtet.

Bei der Alzheimer-Krankheit ist eines der möglichen Symptome der Drang zur Flucht, die sogenannte Dromomanie. Die Patienten versuchen dann, an einen Ort zurückzukehren, der ihnen vertraut ist und mit Sicherheit assoziiert wird, z. B. nach Hause. Diese Tendenz tritt eher in den späteren Stadien der Krankheit auf, ist aber für die Pflegekräfte sehr lästig, da sie ihre Bewohner von unerwarteten Fluchtversuchen abhalten müssen.

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Die Idee, eine falsche Bushaltestelle einzurichten, beruht auf der Annahme, dass das Langzeitgedächtnis bei Alzheimer-Patienten aktiv ist. Obwohl sie in der Regel nicht in der Lage sind, neue Informationen aufzunehmen, sind sie mit den Markierungen der Bushaltestellen sehr vertraut und wissen, dass sie von dort aus nach Hause gelangen können. Die Wahl des Original-Buswartehäuschens aus den 1990er Jahren war in diesem Fall also kein Zufall.

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Die Bushaltestelle, die sich neben dem Ausgang des Zentrums befindet, soll ein Ort sein, an dem die Betreuer entlaufene Mündel rechtzeitig finden und sie zur Rückkehr überreden können – zumal sie sich dann nicht einmal mehr daran erinnern, warum sie dort waren. Die Idee, die erstmals 2008 im Seniorenzentrum Benrath in Düsseldorf umgesetzt wurde, hat sich als effektiv erwiesen, um den Patienten eine gefährliche Reise und den Pflegern eine stressige Suche zu ersparen.

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Die Haltestelle hat auch eine informative Funktion über die Aktivitäten des Zentrums. In den Werbevitrinen werden ausführliche Informationen über die Formen der Hilfe für Alzheimer-Patienten und über das Angebot des Zentrums aufgehängt.

Die Installation wurde dank einer gemeinsamen Initiative des Alzheimer-Zentrums, der Abteilung für öffentliche Verkehrsmittel und ADPOL (AMS) realisiert.

Quelle: um.warszawa.pl

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