Der Ort überrascht nicht nur durch die Qualität der Ausführung, sondern auch durch die Reife des Designkonzepts. Der Autor der Gestaltung des neuen Friseursalons in Bytów ist Błażej Połczynski – Schüler der letzten Klasse des Magdalena-Abakanowicz-Gymnasiums für Bildende Künste. Das Projekt, an dem er mehrere Monate lang gearbeitet hat, war für ihn sowohl eine berufliche Herausforderung als auch eine persönliche Befriedigung. Dank der Offenheit des Investors konnte er sich Lösungen leisten, die selten in kommerziellen Projekten zum Einsatz kommen.
Der junge Designer ging von Anfang an davon aus, dass der Beauty-Bereich als neutraler Hintergrund fungieren sollte. Das Interieur sollte die Vielfalt der Salonbesucher unterstreichen und nicht mit ihrem Aussehen konkurrieren. Daher fiel die Entscheidung für einen Bodenbelag in einem nebligen, grauen Farbton, dessen subtiler Glanz mit dem Weiß der Wände harmoniert. Diese Kombination vermittelt einen Eindruck von Reinheit und visueller Ordnung und verleiht dem Raum gleichzeitig eine spürbare Tiefe.
Bereits im Eingangsbereich wird deutlich, dass der Designer bewusst mit Material und Form arbeitet. Die repräsentative Theke aus grünem Granit hat einen skulpturalen Charakter, ihre helle, geometrische Form kontrastiert mit den Holzmöbeln und den Akzenten aus gebürstetem Stahl. Daneben befinden sich mit grünem Stoff bezogene Sitzgelegenheiten für den Wartebereich, die mit den Steindetails harmonieren und eine einheitliche Farbpalette bilden.
Der Hauptraum beherbergt drei Friseurplätze und eine Waschmaschine. Hier entschied sich Błażej Połczynski für die originellste Lösung: Möbel, die auf einem Dreiecksgrundriss basieren. Die Prismen mit dreieckiger Grundfläche wurden so angeordnet, dass sie den Kunden während der Behandlungen ein wenig Privatsphäre bieten. Die Inspiration kam von einem vorhandenen Element – dem dreieckigen Vorraum des Eingangsbereichs. Der Designer konnte ihn nicht verändern, also beschloss er, ihn hervorzuheben, und folgte dabei dem Rat eines Freundes: „Wenn du etwas nicht verstecken kannst, dann betone es.“ Das Ergebnis ist ein Layout, das nicht nur den Raum ordnet, sondern ihm auch einen unverwechselbaren Charakter verleiht.

Der Innenraum ist 45 m² groß und nicht ohne Humor. An einer der Wände hängt ein Bild, das Mona Lisa mit Lockenwicklern im Haar zeigt – ein Element mit leicht campigem Ton, dessen Farbgebung sorgfältig auf die grüne Farbpalette des Wohnzimmers abgestimmt wurde. Dieses Detail durchbricht die Ernsthaftigkeit der Komposition und verleiht ihr Leichtigkeit.
Hinter einer Schiebetür aus geriffeltem Glas befinden sich die Mitarbeiterräume und das Badezimmer. Das Glas trennt nicht nur die Funktionen, sondern streut auch das Licht und erzeugt ein effektvolles Schattenspiel, wodurch der Innenraum eine zusätzliche visuelle Dimension erhält.
Połczynski betont, dass das Projekt lange Zeit nur auf Papier und in Visualisierungen existierte. Erst auf der Baustelle begegnete er der Realität der Materialien, des Lichts und der Details der Ausführung. Dies ist die Phase, in der – wie er sagt – das Projekt zum Leben erwacht. Farbtöne, Proportionen und Details ändern sich, manchmal aufgrund technologischer Zwänge, manchmal aufgrund von Intuition. Das Ergebnis ist nie eine Kopie der Renderings, aber genau darin liegt seine Stärke.
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Über den Designer:
Błażej Połczynski – Raumgestalter und Designer, stammt aus einem kleinen kaschubischen Dorf. Der enge Kontakt zum Handwerk und zur ländlichen Landschaft hat seine gestalterische Sensibilität geprägt. In seiner Praxis verbindet er konzeptionelles Denken mit praktischer Erfahrung. Er interessiert sich für Architektur, die im Kontext von Ort und Material verankert ist und einen Dialog mit der lokalen Tradition eingeht.
Er ist Schüler der Abschlussklasse des Magdalena-Abakanowicz-Gymnasiums für Bildende Künste in Gdynia, wo er sich seit fünf Jahren im Bereich der bildenden Künste und Raumgestaltung weiterentwickelt. Im Alter von 18 Jahren entwarf und überwachte er die Umsetzung eines Friseursalons, einschließlich der von ihm entworfenen Möbel und Einrichtungsgegenstände. Er war an der Bestandsaufnahme des Agnieszka-Osiecka-Ateliertheaters in Sopot beteiligt und arbeitete an einem Straßenbauprojekt in Brodnica mit. Er entwirft Lampen, die sowohl funktionale als auch skulpturale Funktionen erfüllen.
Entwurf: Błażej Połczynski
Fotos: Amelia Makiewicz, Pavko Krajka, Mox Magna
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