Ein Haus für Fans des Brutalismus. Das Trama House steht in Peru

Das Trama House ist ein vom Brutalismus geprägtes Projekt des Architekturbüros 404 Arquitectura, das im Stadtteil La Molina in Lima entstanden ist. Das Haus mit einer beeindruckenden Fläche von 750 m² besticht durch die rohe Ästhetik des Sichtbetons – sowohl an den Fassaden als auch in den Innenräumen. Brut total!

Das Trama House hinter seiner dunklen Fassade

Das Haus entstand in einer privaten Wohnsiedlung in La Molina, einem Stadtteil von Lima, der sich durch eine eher bergige Landschaft sowie ein wärmeres und trockeneres Klima als die Küstengebiete der Stadt auszeichnet. Die Bauherren wünschten sich einen Ort, der Ruhe und ein Gefühl der Abgeschiedenheit von der Straße und den Nachbargrundstücken vermittelt. Die Architekten entschieden sich daher für eine Lösung, bei der sich das Leben der Bewohner um einen großen, von der Umgebung effektiv abgeschirmten Innenhof konzentriert – ganz nach Wunsch.

Zwei Baukörper und viel Beton

Die Komposition des Gebäudes besteht aus zwei Hauptbaukörpern. Der erste, niedrige und mit schwarzer Mineralverkleidung versehene Baukörper verläuft entlang der vorderen Grundstücksgrenze. Dort befinden sich der Eingang, die Küche, die Wirtschaftsräume, der Fitnessraum sowie der Parkplatz. Senkrecht zu diesem Teil erstreckt sich ein roher, massiver Baukörper aus Sichtbeton. In seinem Inneren befinden sich das Wohnzimmer und die Schlafzimmer. Unter dem Betonbaukörper wurde ein schattiger Wohnbereich mit Wohnzimmer, Esszimmer und einem langgestreckten Kamin eingerichtet, während der Eingang durch ein vorstehendes Vordach und eine zweistöckige Eingangshalle akzentuiert wird. In die Betonform wurde eine Öffnung eingearbeitet, die Platz für einen wachsenden Baum lässt.

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Skulpturale Details des Trama House

Auf beiden Seiten des Betonbaukörpers wurden zwei Innenhöfe angelegt. Zur Terrassenseite hin wird der Flur von einer linearen Bebauung mit vertikalen Schlitzen abgeschirmt, durch die diffuses Licht ins Innere dringt. Die Schlafzimmer öffnen sich hingegen zu privaten Balkonen, die zum Garten mit dem Pool hin ausgerichtet sind. Die Betonwand ragt auch über den Außenbereich mit Grillplatz hinaus und stützt sich auf zwei markante Stützen, von denen eine die Form einer umgekehrten, abgeschnittenen Pyramide hat. Zudem haben die Architekten im Hauptschlafzimmer zwei spezielle Einschnitte vorgesehen, die indirektes Licht hereinlassen.

Rauer Brutalismus, durch Holz erwärmt

Die Materialauswahl erfolgte nicht zufällig – sie sollte den brutalistischen Stil des Gebäudes deutlich unterstreichen. Der Beton wurde ohne zusätzliche Oberflächenbehandlung belassen, wodurch die Spuren der Schalung erhalten blieben. Der schwarze Sockel hebt den Betonbaukörper optisch an und trägt dazu bei, die Erwärmung der Wände zu begrenzen. Die Holzböden hingegen verleihen den Innenräumen einen wärmeren Akzent. Ein weiterer Blickfang sind die breiten Treppen aus Cortenstahl, deren Holzstufen auf selbsttragenden Stahlkonsolen befestigt sind, die in einer vertikalen Betonplatte verankert sind. Das gesamte Projekt von 404 Arquitectura ist ein Genuss für Fans des rohen Stils und des eleganten Minimalismus.

Projektname: Trama House
Entwurf: 404 Arquitectura
Team: Israel Ascarruz, Diego Bullón, María Fernanda Cornejo, Ana Lucía Diaz, Franco Ferraro, Diego Hernández, Gustavo Ontaneda, Carol Quispe, Claudia Romero
Standort: Lima, Peru
Fläche: 750 m²
Fotos: Renzo Rebagliati

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