Ein Haus für viele Jahre. Die Innenausstattung stammt von Gabriela Staszewska

Es gibt Häuser, die nach einem vorhersehbaren Zeitplan entstehen: Entwurf, Bauausführung, Abnahme. Und es gibt solche, die eine Entscheidung für viele Jahre darstellen, eine bewusste Wahl des Lebensstils und nicht nur eine weitere Etappe auf dem Weg zum Eigenheim. Das 180 Quadratmeter große Haus in Südpolen, entworfen von Gabriela Staszewska vom Architekturbüro TOK Architektura, gehört genau zu dieser zweiten Kategorie. Es ist ein Raum, den ein reifes Paar als seinen endgültigen Wohnort gestalten wollte. Nicht die nächste Adresse, sondern die endgültige, bis ins kleinste Detail durchdacht.

Die Zusammenarbeit mit der Architektin begann bereits in der Phase, als das Haus gerade erst aus dem Boden wuchs. Konstruktive Entscheidungen wie die Anordnung der Unterzüge, die Deckenhöhen oder die Verlegung der Installationen wurden parallel zu den Bauarbeiten abgestimmt. Dadurch gelang es, im Hauptbadezimmer die rohe Betondecke freizulegen. Kein Balken durfte dieses Konzept stören, weshalb die Konstruktionsanordnung mit Präzision ausgearbeitet wurde.

Die Bauherren kamen mit einem klaren Traum: Sie wollten das Haus betreten und Ruhe spüren. An ihrem früheren Wohnort waren sie von vielen Gegenständen umgeben, die mit der Zeit kein harmonisches Ganzes mehr bildeten. Diesmal lag ihnen ein Interieur am Herzen, das nicht ermüdet, keine Aufmerksamkeit fordert und sich nicht aufdrängt. Es sollte den Hintergrund für den Alltag bilden.

Materialien, die schön altern

Die Architektin schlug eine Palette von Materialien vor, die nicht nur am Tag der Fertigstellung gut aussehen, sondern mit der Zeit an Eleganz gewinnen. Wände und Decken wurden mit dem Lehmputz Costka verkleidet, der dem Innenraum eine weiche, natürliche Mattheit verleiht. Eichenfurnier findet sich an den Einbauten sowie im charakteristischen Schachbrettmuster – einem der markantesten Elemente des Entwurfs. Der Holzboden, der Quarzkomposit Marmorio an der Kücheninsel und im Schlafzimmer, die Armaturen aus gebürstetem Stahl… jedes Material wurde mit Blick auf Langlebigkeit und Haptik ausgewählt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Verantwortung im Design. Die Verbundsteine wurden unter voller Berücksichtigung ihres Formats eingesetzt, wobei Reststücke von großen Platten verwendet wurden, um keinen Rohstoff zu verschwenden. Es ist ein Haus, das im Geiste des Respekts vor Materialien und Handwerkskunst entstanden ist.

Offener Raum

Der Wohnbereich wurde als fließende Abfolge von Funktionen gestaltet. Die Küche mit Kochinsel geht in das Esszimmer über, das sich zum Wohnzimmer hin öffnet. Im Zentrum des Wohnzimmers steht ein sorgfältig ausgewähltes Olivenbaum-Element – ein lebendiger Akzent, der den Raum wärmer macht und eine organische Ordnung schafft. Es ist ein Detail, das nicht dominiert, sondern die Geometrie der Einbauten subtil ausgleicht.

Das Schlafzimmer ist sanft und ruhig, und Details aus Quarzkomposit verbinden es optisch mit der Küche. Dadurch bildet das Haus ein stimmiges, einheitliches Ganzes, in dem jedes Element seine Berechtigung hat.

Gabriela Staszewska

Das Haus im Alltag

Die Bewohner sagen heute, dass sie sich wie in einem Hotel fühlen – aber in ihrem eigenen, einem warmen, echten. Sie loben die Ruhe im Inneren, die Ordnung und die überraschende Leichtigkeit, mit der sich das Haus sauber halten lässt. Es ist ein Haus, das keine ständige Aufmerksamkeit erfordert, nicht ermüdet und sich nicht aufdrängt. Es ist ein Raum, in dem man einfach sein kann.

Der beste Beweis für den Erfolg des Projekts ist die Reaktion ihrer Tochter. Inspiriert vom Haus ihrer Eltern begann sie mit dem Bau ihres eigenen – und beauftragte dasselbe Architekturbüro mit der Gestaltung der Innenräume.

Entwurf: TOK Architektura

Fotos: Pietruszka fotografia

Styling: Raas a dobrze

Lesen Sie auch: Wohnung | Innenräume | Minimalismus | Japandi-Stil | whiteMAD auf Instagram