Im Nordwesten der autonomen Provinz Trient hat MoDusArchitects ein privates Wohnhaus namens Hometown House fertiggestellt. Das Projekt entstand im Val di Non als Ferienhaus in den Alpen. Das Gebäude nimmt Bezug auf die örtliche Landschaft und die persönliche Geschichte des Bauherrn, der nach vielen Jahren im Ausland beschlossen hat, in seine Heimat zurückzukehren.
Val di Non-Tal
Das Val di Non ist bekannt für seine ausgedehnten Apfelbaumplantagen, die sich über die sanften Hügel rund um den See Santa Giustina erstrecken. Die Kulisse für diese Landschaft bilden die von der UNESCO geschützten Massive der Brenta-Dolomiten. Das neue Haus wurde am Rande eines kleinen Dorfes gebaut, umgeben von traditionellen Gebäuden mit hellem Putz und Holzdächern.
Die Form und die Masse des Hometown House
Das Wohnhaus besteht aus zwei miteinander verbundenen Baukörpern mit einem Pultdach. Der Grundriss hat die Form eines V, das sich nach Süden, zum Tal und zum See hin öffnet. Die Fassaden sind aus behandeltem schwarzem Lärchenholz gefertigt. Dank der vertikalen Bretter und Leisten hat das Haus einen ganz eigenen Charakter. Die großen Glasflächen und die diagonalen Linien des Volumens verleihen dem Gebäude zusätzliche Dynamik und heben es von den Nachbargebäuden ab.
Zugang und Eingang aus Porphyr
Der Zugang zum Haus erfolgt über eine schmale Straße, die kurz vor der Dorfgrenze verläuft. Die Zufahrt ist mit Porphyrpflaster aus dem nahe gelegenen Cembra-Tal gepflastert. Der Raum geht in einen offenen Hof über, von dem aus man die umliegende Landschaft und den Gemüse- und Kräutergarten überblicken kann. Der Wechsel des Pflasters signalisiert den Übergang zum Eingangsbereich, einer geschützten Nische mit einer zentralen Tür. Speziell für dieses Projekt wurde auch ein massiver Türknauf aus Lärchenholz angefertigt, dessen Form dem Grundriss des Gebäudes folgt.

Das Alpenhaus – Innenraum
Das Erdgeschoss öffnet sich zur Südseite des Grundstücks mit einer breiten Verglasung, die Licht in den Wohnbereich bringt. Nach dem Überschreiten der Schwelle befindet man sich in einem Vestibül, das als Verkehrsfläche dient. Große Platten aus grauem Porphyr führen zum Esszimmer, zur offenen Küche und zur überdachten Loggia, von der aus man einen schönen Blick auf das Tal hat. Die Küche ist mit vertikalen Paneelen aus astfreiem Lärchenholz verkleidet. Ihr Herzstück ist eine monolithische Betoninsel, die mit grauen Fliesen und einer Arbeitsplatte aus rostfreiem Stahl abgesetzt ist.
Wohnzimmer und Ausbaumaterialien
Die Wände, die Einbauten und die Tischlerarbeiten bilden eine optische Einheit, die nur durch Teile des Wohnzimmers unterbrochen wird, die mit Rohputz und lokalen Zuschlagstoffen verputzt sind. Zwei niedrige Stufen führen vom Vorraum zum abgesenkten Aufenthaltsbereich am Kamin. Eine breite Schwelle aus Porphyr, die entlang der verglasten Fassade verläuft, dient als Sitzgelegenheit.
Das Haus in den Alpen und seine Ebenen
Im Obergeschoss sind vier Doppelschlafzimmer vorgesehen. Das Hauptschlafzimmer verfügt über ein eigenes Bad und einen Ankleideraum, der durch ein großes Dachfenster erhellt wird. Eines der kleineren Schlafzimmer ist durch eine Tür mit dem Hauptschlafzimmer verbunden und verfügt über ein separates Bad, in dem der Porphyrboden in eine Badewanne übergeht, die sich unter einem weiteren Dachfenster befindet. Die beiden anderen Schlafzimmer, von denen eines über ein eigenes Bad verfügt, teilen sich eine überdachte Terrasse. Alle Zimmer sind durch einen geräumigen Flur verbunden, der auch als Arbeitszimmer dient. Der eingebaute Schreibtisch und die Treppe sind in Holz ausgeführt, während eine Zederndecke in einem warmen Rot-Braun-Ton die gesamte Etage mit dem Duft der alpinen Bauweise erfüllt.

Traditionelle Stube neben dem Haus
Auf der Gartenebene befindet sich eine traditionelle Stube, ein hölzerner Familienraum mit Küche, der sich zum Grün des Grundstücks hin öffnet. Daneben sind ein Gästezimmer, ein Badezimmer, eine Waschküche mit technischen Einrichtungen und eine Garage geplant, die über eine Rampe an der Westseite des Grundstücks zugänglich ist. Auf der untersten Ebene, komplett unterirdisch, wurde ein Weinkeller mit Verkostungsraum eingerichtet. Eine geschwungene Betonwand, ein Ziegelboden und massive Lärchenholz-Elemente binden diesen Raum fest an den Boden.
Lokalität und Handwerkskunst in der Architektur
Die Materialpalette wurde auf Porphyr, Lärche und Kiefer beschränkt. Für die Details und die Verarbeitung wurden typische Techniken der Region Val di Non verwendet. Örtliche Bauunternehmer und Handwerker waren während des gesamten Bauprozesses beteiligt und gaben ihr Wissen über die lokalen Hausbaumethoden weiter, die hier seit Generationen bekannt sind.
Ein Haus in den Alpen mit lokalen Wurzeln
Das Hometown House steht deutlich sichtbar an einem mit Apfelplantagen bewachsenen Hang. Obwohl sich das Gebäude von seiner Umgebung abhebt, fügt es sich durch seine Form und seine natürlichen Materialien harmonisch in die Landschaft ein. Der Entwurf nimmt Bezug auf die landwirtschaftliche Umgebung und die für das Trentino typische Idee der Gastfreundschaft und schafft eine zeitgenössische Interpretation eines Familienhauses in einem Alpental.
Entwurf: MoDusArchitekten (Sandy Attia, Matteo Scagnol)
Fotografie: Marco Cappelletti
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