Hinter dem Begriff „Erkenntnis“ verbirgt sich ein Haus, das trotz seiner Größe intim bleibt und sich auf den Alltag konzentriert. Das Projekt von Maja Uzarowicz vom Studio Uzarowicz ist ein Beispiel für Innenarchitektur, in der der Mut der Bauherren auf die Konsequenz der Designerin trifft. Rey – so wurde das Haus genannt – wurde so geplant, dass es mit der Umgebung verschmilzt. Gleichzeitig ist es selbst eine große Attraktion. Im Inneren wurden ikonische Möbelstücke versammelt, von denen so mancher Designfan träumt.
Eines der wichtigsten Materialien ist fast schwarzes Holz. Seine Präsenz verrät die Textur – die subtile Maserung und der Glanz des Lichts, das über die Oberfläche gleitet. Es verleiht dem Innenraum Charakter und bildet den Hintergrund für die Designikonen, die im Raum erscheinen.
Präzision
Rey wurde mit mathematischer Genauigkeit entworfen. Die Linien der Decke, der Wände und des Bodens bilden eine harmonische Komposition, in der jedes Element seinen Platz hat. Der spektakulärste Akzent sind die Treppen – leicht, als schwebten sie in der Luft. Auf vertikalen Lamellen ruhend, mit einem Geländer, das ihre Konstruktion kaum berührt, führen sie zu einem gläsernen Verbindungsgang, der den Bereich der Erwachsenen mit den Kinderzimmern verbindet.
Im ganzen Haus wiederholt sich das Spiel aus Vertikalen und Horizontalen: in den Geländern, den Lampen, den Vorhängen aus handgestempeltem Leinen, den Stuhlbeinen und im kultigen gestreiften Sessel von B&B Italia. Gerade diese Kultmöbel verleihen dem Interieur seinen einzigartigen Charme. Daneben finden sich italienische Beistelltische, charakteristische Leuchten und Details von jungen Designern, die den individuellen Charakter des Hauses unterstreichen. Beispiele hierfür sind der Beistelltisch von Salak Studio oder der Sessel Ronin der Marke Noti.

Weiche Stoffe und kräftige Farben
Obwohl die Konstruktion des Hauses streng und geometrisch ist, verleihen Stoffe mit ausdrucksstarker Textur den Innenräumen Wärme. Im Schlafzimmer dominieren üppige Materialien und tiefe Farben: Rosa, das in Bordeaux übergeht, Orange mit einem Hauch von Schwarz sowie Naturholz. Das freistehende Bett wurde in der Achse der monumentalen Verglasung platziert – morgens sieht man statt einer Wand die Landschaft, und nachts wirkt die Glasscheibe wie ein Spiegel, der das Licht und die Silhouetten der Bäume reflektiert.
Das Hauptbadezimmer erinnert an ein häusliches Spa. Warmes Holz, Leinenvorhänge und sanftes Licht schaffen eine Atmosphäre, die der Entspannung förderlich ist. Hinter einer der Glasscheiben verbirgt sich eine zweistöckige Bibliothek – eine Lösung, die viele Bauunternehmer für unmöglich gehalten hatten. Dies ist ein Beispiel für den Mut der Bauherren und die Konsequenz der Designerin, die auf keine der geplanten Lösungen verzichten wollte.

Ein Haus voller Gegenstände mit Geschichte
In Rey zeigen sich die Leidenschaften der Bewohner: Bücher, LEGO, Spiele, kleine Sammlungen. Der Raum lässt sich wie eine Galerie erkunden, bleibt aber gleichzeitig ein Zuhause, in dem man ganz natürlich lebt. In den Kinderzimmern entstanden zwei getrennte Welten – eine in intensiven Grundfarben, die andere in sanften Rosa- und Orangetönen. Zwischen ihnen verbirgt sich ein Geheimgang, der von einem „Planeten“ zum anderen führt. Im Kinderbadezimmer ist das zentraler Blickfang eine speziell entworfene Badewanne in Form eines Pools.
Das Licht spielt in Rey eine stimmungsbildende Rolle. Tagsüber reflektiert es sich wie Bernstein auf den Glastischen, und nach Einbruch der Dunkelheit erzeugt es Halbschatten, die die Geometrie der Innenräume betonen. In den Kanten versteckte LED-Leisten und punktuelle Akzente sorgen dafür, dass sich das Haus im Laufe des Tages verändert.
Rey ist ein Raum, in dem Architektur, Design und Alltag zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Ikonische Möbel, gewagte Materialkombinationen und die konsequente Vision der Designerin schaffen ein Haus, das man endlos entdecken kann – und das trotz seiner Größe nah, warm und authentisch bleibt.
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Über die Architektin:
Maja Uzarowicz entwirft Innenräume, die aus den alltäglichen Gewohnheiten und Lebensweisen ihrer Bewohner entstehen. Sie interessiert sich dafür, wie Menschen ihren Raum gestalten und wie Gegenstände Teil ihrer Welt werden. In ihrer Arbeit setzt sie auf Funktionalität als Grundlage und betrachtet Ästhetik als natürliche Weiterentwicklung einer gut durchdachten Struktur. Das Entwerfen von Porzellan ist für sie eine Möglichkeit, Schönheit in alltägliche Situationen zu bringen. Sie glaubt, dass es gerade die kleinen Freuden sind, die ein Gefühl von Ruhe und Qualität schaffen. Sie absolvierte die Akademie der Bildenden Künste in Posen an der Fakultät für Architektur und Design. Ihre Entwürfe basieren auf einer gründlichen Analyse des Lebensstils ihrer Kunden, und ihre Inspiration bezieht sie unter anderem aus dem Film – aus dessen Bildkomposition, Lichtführung und der Fähigkeit, Stimmung zu erzeugen. Dadurch erhalten die von ihr gestalteten Innenräume einen individuellen Charakter und werden zu einer natürlichen Erweiterung des Lebens ihrer Nutzer.
Entwurf: Maja Uzarowicz, Studio Uzarowicz
Fotos: Jacek Margol
Produktion der Fotosession: Addbox
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