In Izabelin, in der Nähe des Nationalparks Kampinos, entstand ein einstöckiges Haus mit Zwischengeschoss und einer Fläche von 220 m². Von der Straße aus wirkt das Gebäude zurückhaltend und introvertiert, als würde es sich bewusst in den Schatten der umgebenden Natur zurückziehen. Erst von der Gartenseite aus offenbart es seine wahre Größe und Offenheit: Großzügige Verglasungen lassen den Wald ins Innere einziehen, und die Bewohner können in unmittelbarer Nähe zur Natur leben, ohne dabei ihre Privatsphäre zu verlieren.
Ein durch und durch lichtdurchfluteter Raum
Die Idee des Architekturbüros Beczak / Beczak / Architekci war es, einen Baukörper zu schaffen, der wie ein Lichttunnel wirkt. Das östliche Fenster des Flurs lässt die Morgensonne herein, deren Strahlen bis in das westliche Wohnzimmer reichen und nach draußen dringen. Am Nachmittag verläuft der Prozess in umgekehrter Richtung – helle Lichtstreifen durchziehen das Gebäude der Länge nach und betonen dessen axiale Anordnung. Der großzügige Wohnbereich, gekrönt von einem Zwischengeschoss und einem Satteldach mit asymmetrischem First, wurde so gestaltet, dass das Licht ungehindert durch den Innenraum dringen kann.
Ziegel und Blech
Den Baukörper des Hauses bilden Wände aus traditionellem rotem Ziegel, kombiniert mit Elementen, die mit anthrazitfarbenem Stehfalzblech verkleidet sind. Durch die hohen Verglasungen scheinen die Bäume mit der Inneneinrichtung zu verschmelzen, und die freigelegten Elemente der Dachkonstruktion prägen den Charakter des Raumes. Im Zentrum des häuslichen Lebens befinden sich das Wohnzimmer, die Küche, das Esszimmer und eine beeindruckende Bücherwand. Ein zentraler Flur führt zu den Zimmern und Badezimmern und strukturiert den funktionalen Grundriss.

Im Esszimmer haben sich die Architekten dafür entschieden, einen Teil des Baukörpers auszuschneiden und so eine intime, geschützte Nische zu schaffen. Dieser Ort wirkt wie eine ruhige Oase, die einen Kontrast zur Offenheit des Wohnzimmers bildet. Der Wohnbereich wird durch eine tief überdachte Terrasse erweitert, die es ermöglicht, die Waldumgebung unabhängig vom Wetter zu genießen.

Architektur im Einklang mit der Landschaft
Das Haus kommt ohne traditionelle Garage aus – die Parkplätze wurden vor dem Gebäude geplant, wodurch die klare, horizontale Form ohne zusätzliche Baukörper erhalten bleiben konnte. Das gesamte Projekt wurde so konzipiert, dass es sich harmonisch in die bewaldete Landschaft von Izabelin einfügt. Es ist eine Architektur, die nicht mit der Natur konkurriert, sondern ihr bewusst den Vorrang lässt.
Das Ergebnis ist eine stimmige, funktionale Oase der Ruhe. Das Haus öffnet sich zur Umgebung und gewährleistet den Bewohnern gleichzeitig Privatsphäre. Das Projekt von Beczak Architekci zeigt, dass moderne Architektur in voller Symbiose mit der Natur wirken und zu ihrer natürlichen Erweiterung werden kann.
Entwurf: Beczak / Beczak / Architekci
Fotos: Piotr Krajewski
Lesen Sie auch: Einfamilienhaus | Empfohlen | Modernismus | whiteMAD auf Instagram



