Ein Haus in Masuren. Das Projekt von Archigrest ist ein Manifest für Tradition und Natur

Es ist seit langem bekannt, dass die „Grüne Lunge Polens“ Architekten inspiriert, die nach Wegen suchen, im Einklang mit der Natur und der umgebenden Landschaft zu bauen. Genau diesen Weg hat das Architekturbüro Archigrest eingeschlagen, als es ein Einfamilienhaus in Masuren entwarf. Das 163 m² große Gebäude knüpft an lokale Traditionen an, verzichtet jedoch nicht auf den Komfort, den modernes Bauen und der moderne Lebensstil bieten.

Ein Haus in Masuren, offen zur Landschaft

Das Projekt wurde mit dem Ziel entworfen, die Vorzüge der masurischen Landschaft bestmöglich zu nutzen. Der nach Südwesten ausgerichtete Balkon bietet einen Blick auf die idyllische Umgebung, während die von der Küche und dem Wohnzimmer aus zugänglichen Terrassen den Hausbewohnern einen Ort der täglichen Erholung bieten. Große Glasflächen, Dachfenster und freiliegende Balken im Zwischengeschoss sorgen dafür, dass das ganze Jahr über viel Licht ins Innere fällt. Wichtig ist, dass das Grundstück nicht eingezäunt wurde. Durch den Verzicht auf die übliche Abgrenzung des Grundstücks mit einem Zaun geht das Haus nahtlos in die umgebende Natur über.

Ein Innenraum für gemeinsames Beisammensein

Die Raumaufteilung entspricht dem Lebensstil der Eigentümer, die gerne Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Der großzügige Wohnbereich lädt zu gemeinsamen Mahlzeiten und Gesprächen ein, während zahlreiche Schlafmöglichkeiten eine bequeme Übernachtung für Gäste ermöglichen. Im Dachgeschoss entstand zudem ein gemütlicher Rückzugsort für die Kinder. Die Architekten von Archigrest haben auch an die kleinsten Hausbewohner gedacht, nämlich die Katzen. Die Fellnasen können ungehindert auf den Holzbalken und Geländern herumspazieren und klettern, was ihnen großen Spaß bereitet.

Tradition in neuer Aufmachung

Das Haus knüpft an die alte Architektur Masurens an. Es verfügt über eine Holzkonstruktion und ein einfaches Satteldach, das mit holländischen Pantile-Dachziegeln gedeckt ist. Die Architekten wollten, dass das Gebäude im Laufe der Jahre auf natürliche Weise altert und sich immer besser in das umliegende Dickicht einfügt. Aus der Ferne wirkt es sehr ruhig und unauffällig, aus der Nähe hingegen besticht es durch eine Vielzahl ausgefeilter Details. Im Innenraum und an den Fassaden wurden Teile der Konstruktion sichtbar belassen. Der Firstbalken wird von vier hohen Säulen aus schichtverleimtem Holz getragen, und tiefe Dachüberstände schützen die Balkone und Terrassen wirksam vor Sonne und Regen.

Ein Haus in Masuren und Respekt vor der Natur

Auf dem Grundstück befindet sich zudem ein separates Gebäude mit einer Werkstatt und einem Carport. Auf diese Weise hat der Wohnbereich der Gebäude eine geringere zu beheizende Fläche, was in dieser kältesten Region Polens besonders wichtig ist. Die Form des Gebäudes wurde von alten masurischen Wirtschaftsgebäuden inspiriert. Das Abwasser wird in eine biologische Kläranlage mit Pflanzenfilter geleitet, und die gesamte Infrastruktur wurde diskret im Hausgarten verborgen.

Über das Büro:

Archigrest ist ein mehrfach preisgekröntes Architekturbüro mit Sitz in Warschau, das 2018 von Marcin Maraszek und Maciej Kaufman gegründet wurde. Das Team entwirft Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Parks, historische Bauwerke sowie städtebauliche Anlagen. Die Architekten legen großen Wert auf den Kontext des Ortes, die lokale Geschichte und die Landschaft und schaffen Entwürfe, die den Nutzern über viele Jahre hinweg gute Dienste leisten sollen.

Entwurf: Archigrest
Fläche: 163 m²
Leitende Architekten: Marcin Maraszek, Maciej Kaufman
Projektteam: Katarzyna Lis, Kewin Niewiarowski
Fotos: Kuba Rodziewicz

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