Ein Haus in Mosina bei Posen. Es wurde neben dem Park gebaut.

Am Rande des Nationalparks Wielkopolski, auf einem langgestreckten Grundstück in Mosina bei Posen, entstand ein Einfamilienhaus mit einer Fläche von 254 m², das vom Architekturbüro Studio Gab entworfen wurde. Bei diesem Projekt haben die Architekten das Potenzial des Standorts – Licht, altes Baumbestand und die natürliche Geländegestaltung – bewusst genutzt und so ein Haus geschaffen, das auf das Leben der Bewohner zugeschnitten ist und sich gleichzeitig durch seine Größe nicht in die lokale Landschaft drängt.

Ausgangspunkt des Entwurfs war die maximale Belichtung der Wohnräume sowie die Einbindung des umfangreichen Funktionsprogramms in das schmale, langgestreckte Grundstück, das an einen Nationalpark grenzt. Die Lösung war eine Form, die sich aus drei sich überlappenden, schräg abgeschnittenen Baukörpern zusammensetzt. Diese Anordnung ermöglichte nicht nur eine optimale Nutzung des Tageslichts, sondern auch eine subtile Auflockerung der Gebäudemasse, wodurch das Haus seine Umgebung nicht dominiert.

Grüne Nachbarschaft

Das Grundstück war vor Beginn der Planungsarbeiten dicht mit Bäumen bewachsen. Die Architekten beschlossen, so viel wie möglich vom bestehenden Baumbestand zu erhalten, was sich auf die Anordnung der Bebauung auswirkte. Der Hauskörper wurde vom Carport getrennt, wodurch zwischen beiden ein halboffener Eingangsbereich mit Terrasse, Arbeitszimmer und Werkstatt entstand. In dessen Mitte wurden drei hohe Kiefern belassen, die diesen Bereich auf natürliche Weise beschatten und optisch strukturieren. Ein ähnlicher Ansatz wurde im Garten verfolgt – die Terrasse wurde so angelegt, dass die bereits zuvor dort wachsenden Bäume in sie integriert wurden, die der Bauherr heute als natürlichen Hintergrund für seine Heimwerkerarbeiten nutzt.

Der Eingang zum Haus, der hinter einer Knickstelle des Baukörpers verborgen ist, führt durch eine mit Kupferblech verkleidete Tür in den Eingangsbereich. Entlang der grauen Ziegelwand – einem Element, das den gesamten Raum optisch zusammenhält – verläuft die zentrale Verkehrsachse. Aus demselben Ziegel wurden der Kamin und der Schornstein gefertigt, der auf der Gartenseite deutlich über den Dachrand hinausragt.

Ein Haus für den Alltag

Im Erdgeschoss, direkt neben dem Eingang, befindet sich ein Arbeitszimmer, das gleichzeitig als Gästezimmer dient. Dahinter liegt das Elternschlafzimmer, dessen Fenster nach Norden ausgerichtet sind. Diese Anordnung ergibt sich aus dem Lebensrhythmus der Bauherrin – einer Ärztin mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Das Schlafzimmer ist durch einen begehbaren Kleiderschrank und ein großes Badezimmer vom Wohnbereich getrennt, was für ausreichende Schalldämmung und Privatsphäre sorgt.

Der Wohnbereich wurde in zwei Teile unterteilt: die Küche mit Essbereich und den Aufenthaltsbereich. Unterschiedliche Dachhöhen und Neigungswinkel schaffen Räume, die sich in Bezug auf Akustik und Charakter unterscheiden. Der niedrigere Bereich (Küche und Esszimmer) erhält dadurch eine gemütlichere Atmosphäre. Seine Größe spiegelt die Leidenschaft der Bauherrin für das Kochen wider, und die Materialien – Eichenfronten, eine Arbeitsplatte aus Quarzit und ein Klinkerfußboden – verleihen dem Raum Beständigkeit und Zeitlosigkeit.

Der zum Garten hin am weitesten vorgelagerte Wohnbereich profitiert von einem Maximum an Tageslicht. Das zentrale Element ist ein massiver Kamin aus grauen Ziegeln, der am Fenster eine Nische mit einer Bank bildet, die als Ruheplatz dient. Zusätzliches Licht fällt durch die offene Treppe, die ins Obergeschoss führt.

Holz fast überall

Eine Treppe aus Eichenbrettern führt zum gemeinsamen Wohnzimmer der Kinder, das durch eine Glaswand vom Treppenhaus getrennt ist. Diese sorgt für zusätzliche Beleuchtung und einen Blickkontakt zwischen den Etagen. Im Obergeschoss befinden sich außerdem zwei Kinderzimmer sowie ein kleines Badezimmer. Im gesamten Haus wurden Eichenbretter verwendet, die in ihrem Charakter an klassische Mietshausböden anknüpfen. Die Technikbereiche, der Eingangsbereich sowie die an die Terrasse angrenzenden Bereiche wurden mit Klinkerfliesen verlegt, was ihre Funktion unterstreicht.

Die Fassade besteht aus horizontal verlegten Brettern aus skandinavischer Fichte, die mit natürlichem Holzteer geschützt sind. Durch die Verlegung mit den Kanten nach außen entsteht eine reichhaltigere Struktur der Fassade, die zudem vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Ein charakteristisches Detail sind die um 45 Grad abgeschrägten Wandecken.

Das Haus nutzt erneuerbare Energiequellen – die Heizung wird durch eine Erdwärmepumpe gewährleistet, und die Anlage wird durch Photovoltaikmodule unterstützt.

Eine Umsetzung, die auf Vertrauen basiert

Das Haus in Mosina entstand für eine den Planern nahestehende Familie in Zusammenarbeit mit Bauunternehmern, die offen für unkonventionelle Lösungen waren. Während der Bauphase wurden zahlreiche Detailmodelle angefertigt, die es ermöglichten, fundierte ästhetische und technische Entscheidungen zu treffen. Dank des uneingeschränkten Vertrauens des Bauherrn gelang es, das Projekt so umzusetzen, dass Zeitlosigkeit und Qualität gegenüber kurzlebigen Modetrends die Oberhand behalten. Es ist ein Haus, das nicht nur den Bedürfnissen seiner Bewohner gerecht wird, sondern sich auch auf reife und verantwortungsbewusste Weise in die einzigartige Umgebung des Nationalparks einfügt.

Entwurf: Studio Gab

Team: Katarzyna Osipowicz-Grabowska, Piotr Grabowski

Fotos: Nate Cook Photography

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