In Podkowa Leśna, inmitten hoher Kiefern, Stieleichen und Hainbuchen, entstand ein vom Architekturbüro MFRMGR entworfenes Einfamilienhaus mit einer Fläche von 237 m². Es handelt sich um moderne Architektur, die sich der Umgebung nicht aufdrängt – vielmehr sucht sie den Dialog mit ihr, passt sich der bestehenden Landschaft an und verzichtet bewusst auf Dominanz zugunsten eines harmonischen Zusammenlebens mit der Natur.
Der Entwurfsprozess begann mit einer langen Suche nach einem geeigneten Grundstück. Die Bauherren entschieden sich für ein ungewöhnliches Grundstück, das aus einem größeren Areal abgetrennt wurde und an ein Haus aus den 90er Jahren grenzt. Sein größter Vorzug erwies sich als der alte Baumbestand, der bereits ab den ersten Entwürfen die Richtung für die Gestaltung des Baukörpers, der Konstruktion und der funktionalen Anordnung vorgab. In der Gartenstadt Podkowa Leśna ist der Schutz der Grünflächen nicht nur eine Formalität – es handelt sich um konkrete Einschränkungen, die die Architekten als Ausgangspunkt und nicht als Hindernis betrachteten.
Ein Haus aus mehreren Teilen
Die Ergebnisse einer detaillierten Bestandsaufnahme der Bäume legten die Grenzen der möglichen Bebauung fest. Die Architektur musste buchstäblich ihren Platz zwischen den Stämmen und den Wurzelsystemen finden. Die Lösung war ein Gebäude, das sich aus mehreren kleineren Baukörpern zusammensetzt, wodurch der Großteil der bestehenden Vegetation erhalten bleiben konnte, natürliches Licht in die Innenräume gelangte und das Gesamtbild eine intimere Dimension erhielt. Das Haus fügt sich in den Wald ein, und seine Form ergibt sich aus der aufmerksamen Beobachtung des Geländes, nicht aus dem Wunsch, ihm eine geometrische Ordnung aufzuzwingen.
Bauen mit Respekt vor dem Ort
Die Anforderungen an den Grünschutz erforderten eine Reihe von Sonderlösungen. Ein Teil der Konstruktion wurde so entworfen, dass Eingriffe in das Wurzelsystem der Bäume minimiert wurden, und die Leitungen wurden im Pressverfahren zwischen den Wurzeln verlegt. Selbst die Zufahrt zur Garage wurde als Teil der Landschaft betrachtet – sie wurde aus verzinkten Vema-Gittern gefertigt, die Wasser und Luft durchlassen und so die Auswirkungen auf Boden und Vegetation begrenzen.

Das dreistöckige Haus wurde mit einem Flachdach mit Oberlichtern überdacht, durch die das Licht tief ins Innere dringt. Die Fassade wurde mit Kiefernholzbrettern verkleidet, die so gestaltet sind, dass sie mit der Zeit auf natürliche Weise altern und eine Patina entwickeln. An ausgewählten Stellen geht das Holz in durchbrochene Sichtschutzelemente über, die die zwischen den Bäumen versteckten Terrassen abschirmen. Die Materialpalette ist zurückhaltend: Die Architekten setzten auf Holz, graphitfarbenes Aluminium und raue Texturen, die an die Farben von Baumstämmen, Schatten und das diffuse Licht des Waldes anknüpfen.

Zum Garten hin offene Innenräume
Das Haus wurde für eine vierköpfige Familie entworfen, für die das Gleichgewicht zwischen Privatsphäre und Nähe zur Natur wichtig war. Große Schiebefenster lassen die Grenze zwischen Innenraum und Garten verschwimmen. Das Wohnzimmer mit Kamin fungiert als zentraler Raum des Hauses, und die privaten Terrassen an den Schlafzimmern ermöglichen es, buchstäblich in die Baumkronen einzutauchen. Es ist eine Architektur, die den Kontakt zur Natur nicht nur ermöglicht – sie intensiviert ihn.
Das Projekt des Architekturbüros MFRMGR zeigt, dass ein Haus im Wald kein Manifest der menschlichen Präsenz sein muss. Es kann Teil der Landschaft werden, in ihrem Licht wirken und im Einklang mit den Prinzipien funktionieren, die der Ort vorgibt. In Podkowa Leśna ist ein Gebäude entstanden, das nicht mit der Natur konkurriert – es arbeitet mit ihr zusammen und schafft einen Lebensraum, der in das Grün eingebettet ist. Bravo!
Entwurf: MFRMGR
Team: Marta Frejda, Michał Gratkowski, Łukasz Ptak, Waldemar Nowicki, Zofia Koniecko
Fotos: Oni Studio
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