Ein Haus mit Charakter. Hier wurden verschiedene Stile gewagt miteinander kombiniert

Das VG House in Hyderabad, Indien, ist ein Haus, in dem moderne Eleganz auf subtile indische Sensibilität trifft. Der Raum wurde von MakeSpace Architects als ein Ort entworfen, der tief im Alltag verwurzelt und zugleich offen für Emotionen, Beziehungen und den natürlichen Rhythmus des Lebens ist. 

Obwohl das Projekt in nur vier Monaten realisiert werden musste, führte dies nicht zu Eile. Ganz im Gegenteil: Die begrenzte Zeit wurde zum Anstoß für klare Entscheidungen und eine bewusste Vereinfachung der Vorgaben. Das Haus sollte zeitgemäß, elegant und feminin in der Ausstrahlung sein, jedoch ohne dekorative Übertreibungen. Sein Charakter sollte sich aus den Materialien, dem Licht und sorgfältig ausgewählten Accessoires ergeben.

Ein fließender Raum

Sobald man die Schwelle überschreitet, zieht die Abfolge von Räumen die Aufmerksamkeit auf sich, die optisch zu einem harmonischen Ganzen verbunden sind. Die Räume bilden einen offenen Grundriss, in dem die Übergänge sanft sind und sich Stimmungswechsel aus den Materialien und dem Licht ergeben. Lange Perspektiven lassen die Räume optisch miteinander kommunizieren, wobei sie gleichzeitig ihre eigene Identität bewahren. Das Wohnzimmer prägt den ersten Eindruck des Hauses – seinen Charakter, seine Wärme und die Art und Weise, wie die Atmosphäre geschaffen wird. Warme Beige- und Brauntöne, weiche Stoffe, Oberflächen aus Nussbaumholz und Akzente aus antikem Messing schaffen einen einladenden Raum. Jedes Bild wirkt durchdacht, doch nichts sieht nach einer theatralischen Kulisse aus. Die Architektinnen betonen, dass ihnen ein Interieur wichtig war, das vom ersten Tag an den Eindruck vermittelt, bewohnt zu sein.

Der Dialog der Materialien

In den weiteren Bereichen des Hauses setzt sich dieselbe Logik fort – Zurückhaltung gepaart mit Ausdruckskraft. Neutrale Oberflächen dienen als Hintergrund für die Texturen, während sorgfältig ausgewählte Möbel farbige Akzente setzen. Die Farbpalette bleibt ruhig und basiert auf natürlichen Farbtönen, wodurch das Interieur die Chance hat, auf schöne Weise zu altern. Das Licht spielt hier eine ebenso wichtige Rolle wie die Materialien. Tagsüber bringt es die Maserung des Holzes, die Nuancen des Steins und die Weichheit der Stoffe zum Vorschein. Am Abend unterstreicht es die Intimität und die Tiefe der Farben. Das Ganze schafft eine moderne Atmosphäre, die jedoch in der lokalen Tradition verwurzelt ist – im Handwerk, in der Haptik natürlicher Rohstoffe, in deren Authentizität.

Das Herzstück des Hauses

Der überraschendste Raum ist das Unterhaltungszimmer – ursprünglich als Heimkino geplant, schließlich in einen multifunktionalen Raum umgewandelt, der Bibliothek, Lounge, Medienraum und Bar vereint. Das zentrale Element ist eine Wand, die je nach Bedarf ihre Funktion ändert. Von außen sieht sie wie eine elegante Bibliothek aus, verbirgt jedoch eine voll ausgestattete Bar mit versteckten Installationen und Stauraum. Die Verwandlung erfolgt fließend und ist zugleich eindrucksvoll. Sie erforderte präzise Details, um die materielle und emotionale Kohärenz zu wahren – der Raum sollte unabhängig von der Nutzungsart eine warme Atmosphäre bewahren.

Ein Haus, das Achtsamkeit belohnt

Die im VG House verwendeten Materialien – Nussbaum, strukturierte Furniere, antikes Messing, Indian Green Stone, erdige Stoffe – schaffen einen Ort, dessen Kraft in der Haptik, im Licht und im Zusammenspiel der Oberflächen liegt. Farbe kommt sparsam zum Einsatz, in Form von Kunstwerken, Stoffen und ausgewählten Objekten. Jedes Element wurde so ausgewählt, dass es den Raum bereichert, ohne seine Ruhe zu stören. Das VG House ist eine zeitgenössische Interpretation von Luxus – eines Luxus, der sich nicht in den Vordergrund drängen muss. Er zeigt sich im Komfort, in der Handwerkskunst, in der Aufrichtigkeit der Materialien und darin, wie das Haus den Alltag unterstützt.

Entwurf: Makespace Architects

Fotos: Phosart Studio

Styling: Shraddha Nayak

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