Ein Haus wie ein Periskop. Seine Form bietet einen Blick auf den See

Am Żywieckie-See ist ein Haus entstanden, dessen Form an ein Periskop erinnert. Diese ungewöhnliche Form wurde geschaffen, um den Blick auf das Wasser wiederherzustellen, das vom Grundstück aus eigentlich nicht zu sehen ist. Die Antwort des Architekturbüros MUS Architects war ein dreistöckiger Baukörper, der sich gerade an der Funktionsweise eines Periskops orientiert. Das Projekt nutzte die Höhe des Gebäudes, um über den Erdwall, der den See umgibt, „hinauszuschauen“ und die Innenräume zur Landschaft der Beskiden hin zu öffnen.

Peryskop – ein Haus am See

Ausgangspunkt für die Designer war weder eine auffällige Form noch der Wunsch, ein skulpturales Objekt zu schaffen. Alles begann mit einem konkreten Problem mit dem Grundstück. Das Grundstück liegt direkt am See, doch die schöne Aussicht wird vollständig von einem Erdwall verdeckt. Zudem liegt das Grundstück selbst tiefer als der Wasserspiegel. Aus diesem Grund verloren alle Vorzüge der Umgebung an Bedeutung. Die Architekten Adam Zwierzyński und Anna Porębska machten diese Unannehmlichkeit zum Hauptmotiv des Entwurfs. Anstatt gegen die Geländebeschaffenheit anzukämpfen, nutzten sie diese, um ein Gebäude zu schaffen, das in seiner Funktionsweise an ein optisches Periskop erinnert. So entstand die Idee eines Hauses, das über das Hindernis „hinüberblickt“ und es den Bewohnern ermöglicht, die Aussicht auf den See und die gegenüberliegenden Hänge des Beskid Żywiecki zu genießen.

Umgekehrte Raumaufteilung

Das Ungewöhnlichste am gesamten Projekt ist die Anordnung der einzelnen Funktionen. Der klassische Grundriss wurde hier umgekehrt. Der Wohnbereich wurde ganz oben platziert, wodurch Wohnzimmer, Esszimmer und Küche einen Panoramablick auf die Umgebung erhalten. Im Erdgeschoss befinden sich der Eingangsbereich, der Flur, eine Garage für zwei Autos sowie ein Wellnessbereich mit Zugang zum Garten. Das Obergeschoss ist als privater Bereich mit Schlafzimmern und Badezimmer vorgesehen. Erst ganz oben befindet sich der repräsentativste Raum des Hauses. Die gesamte Fassade zur Seeseite hin ist mit über die gesamte Breite des Gebäudes reichenden Verglasungen versehen.

Periskop über den Beskiden

Das oberste Stockwerk fungiert als architektonisches „Periskopauge“. Genau hier können die Bewohner den See über die Linie des Erdwalls hinweg beobachten, doch die Planer haben auch dafür gesorgt, dass der Kontakt zur Landschaft auf verschiedenen Höhen möglich ist. Private Terrassen an den Zimmern ermöglichen es, die Umgebung aus einer intimeren Perspektive zu betrachten. Das Haus fungiert somit als Gerät zur Beobachtung der Umgebung, nur dass es statt Linsen die Architektur und entsprechend angeordnete Stockwerke nutzt.

Ein schlichter Baukörper für Funktionalität

Der Baukörper des Gebäudes ist in einer schlichten, aber sehr charakteristischen Form gehalten. Auf der Nordseite befindet sich ein separates Treppenhaus, das alle Ebenen miteinander verbindet. In der Garage wurde zusätzlich ein Lastenaufzug eingebaut, mit dem Einkäufe direkt in die Küche im obersten Stockwerk transportiert werden können.

Das gesamte Projekt ist auf den Nutzungskomfort und den Genuss der schönen Aussicht ausgerichtet. Die Architektur wird hier zu einem Instrument der Beobachtung, das es ermöglicht, weit mehr zu sehen, als das Grundstück selbst bietet.

Über das Büro:

MUS Architects ist ein Architekturbüro in Katowice, das von Anna Porębska und Adam Zwierzyński geleitet wird, Absolventen der Fakultät für Architektur der Schlesischen Technischen Universität. Das Studio besteht seit 2010, und der Name MUS steht für „made up space“, was sich auf die Idee der Schaffung und Gestaltung von Räumen bezieht. Die Architekten konzentrieren sich hauptsächlich auf Projekte für Einfamilienhäuser, Innenräume und öffentliche Gebäude. Das Büro wurde bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet.

Projekt: MUS Architects

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