Ein hedonistischer Traum. Premiere der Theateradaption von „Requiem for a Dream“

Die Theateradaption von „Requiem für einen Traum“, realisiert vom Helena-Modrzejewska-Nationaltheater in Krakau in Koproduktion mit dem STUDIO-Theater, erweist sich als weit mehr als nur eine Bühnenerzählung über Suchtmittel. Jakub Skrzywanek verwandelt die Kultgeschichte von Hubert Selby Jr. in ein beklemmendes und hypnotisierendes Stück über eine Welt, die von Reizen, Emotionen und digitaler Überlastung abhängig ist. Am stärksten wirkt jedoch die üppige visuelle Ebene, in der monumentale Bühnenbilder, intensives Licht und barocke Kostüme einen dekadenten Traum erschaffen, der irgendwo zwischen Schönheit, Hedonismus und einer kaum zu ignorierenden Unruhe schwankt.

Ende April fand im Nationalen Alten Theater Helena Modrzejewska in Krakau die Krakauer Premiere von „Requiem für einen Traum“ statt, einer Koproduktion mit dem STUDIO-Theater, wo das Stück eine Woche zuvor erstmals aufgeführt worden war. Ausgangspunkt für die Macher war der Kultroman von Hubert Selby Jr. aus dem Jahr 1978, der durch die vielbeachtete Verfilmung von Darren Aronofsky einen festen Platz in der Popkultur erobert hat. Nach fast einem halben Jahrhundert kehrte die Geschichte in einer neuen Interpretation des Regisseurs und künstlerischen Leiters des Nationalen Alten Theaters, Jakub Skrzywanek, sowie des für das Drehbuch und die Dramaturgie verantwortlichen Jan Czapliński zurück.

Die gemeinsame Erfahrung der Sucht

Die ursprünglich von Selby geschriebene Geschichte über die Schwächen von vier Menschen aus New York, die vor der Realität in Drogen und Fernsehfantasien flüchten, wird in der Vision von Skrzywanek und Czapliński zu einer Erzählung über eine Welt, die über die Perspektive der „Menschen
am Rande der Gesellschaft“ und erhält eine universelle Dimension, die der Erfahrung eines jeden von uns nahekommt – als Geschichte über Sucht, Flucht und Wege, mit der Realität umzugehen, die in verschiedenen Formen die Gegenwart prägen.

Was ist heute Realität und wohin gehen wir? – scheint der Regisseur zu fragen, der dafür bekannt ist, technologische Elemente wie Handybildschirme in seine Inszenierungen einzubeziehen, die auf einer großen Leinwand von der Bühne aus gezeigt werden und es ermöglichen, den Figuren des Stücks näher zu kommen und ihre Handlungen und Motivationen zu verfolgen.

Gleichzeitig bleibt „Requiem für einen Traum“ eine Geschichte über Drogen, die die Schauspieler, die die Figuren spielen, in Echtzeit bestellen, indem sie von der Bühne aus authentische Telefonanrufe an Nummern aus Online-Anzeigen tätigen, die im Internet verfügbar sind. Auf diese Weise verwischt die ohnehin schon dünne Grenze zwischen Realität und theatralischer Konvention noch weiter. Die auf der Bühne gezeigte Allgegenwart von Drogen und die außergewöhnliche Leichtigkeit, mit der man an sie gelangt, verdeutlicht das Ausmaß des Problems, insbesondere im Kontrast zum Chor der Kinderstimmen – den minderjährigen Figuren, die unabhängig von ihrem sozialen Status und ihrem Herkunftshaushalt bereits ab dem frühen Teenageralter in der Welt der Suchtmittel leben.

Eine traumhafte Vision, von der man den Blick kaum abwenden kann

Was jedoch am meisten bewegt und den einzigartigen Charakter dieser Inszenierung ausmacht, ist zweifellos ihre schwungvolle visuelle Ebene. Diemonumentale und zugleich sehr moderne Bühnenbildgestaltung von Grzegorz Layer, meisterhaft von Jacqueline Sobiszewski beleuchtet, hinterlässt eindringliche Bilder im Gedächtnis, schafft zahlreiche kulturelle Bezüge und eröffnet neue Interpretationsmöglichkeiten. Dazu tragen die Projektionen von Natan Berkowicz sowie die opulenten, barocken Kostüme von Lila Dziedzic bei , die das im Stück dominierende Rot betonen und eine sinnliche und traumhafte Atmosphäre eines schwülen, hedonistischen Traums schaffen, aus dem wir nicht erwachen können, selbst wenn wir es noch so sehr wollen.

Das Bühnenbild wurde bis ins kleinste Detail durchdacht, und selbst die auf der Bühne präsenten Elemente des zeitgenössischen Designs, wie die charakteristischen blauen Kartell-Papyrus-Stühle – ein Entwurf der Brüder Bouroullec – ergänzen mit ihrer Form das Gesamtbild und balancieren zwischen klassischer Inspiration und modernen Ausdrucksmitteln.

„Wir alle nehmen was“, lautet der Slogan, der für das Stück wirbt. Zweifellos wirkt das Skrzywanka-Theater an sich schon wie eine Art intensiver Reiz, der den Zuschauer in seinen Rhythmus hineinzieht und keine einfache Distanzierung oder Ablenkung zulässt.

Im weiteren Verlauf geht die Aufführung in kollektivere, fast rituelle Sequenzen über, die zu den Klängen des von Marcin Masecki komponierten „Requiem“ aufgebaut werden. Bei beiden Premieren – sowohl im Teatr STUDIO als auch im Narodowy Stary Teatr – spielte Marcin Masecki die Musik live, was der Aufführung eine deutlich konzertante Dimension verlieh und ihre intensive, ritualisierte Bühnenstruktur abrundete.

Weitere Aufführungen des Stücks im Helena-Modrzejewska-Nationaltheater in Krakau sind für Juni geplant.

Medienpartner: MINT Magazine, WPROST, Twój Styl „Trójka” – Polskie Radio, Radio Kraków, Radio Kraków Kultura

Für die Medienarbeit, die Gewinnung von Schirmherrschaften und die Kommunikation rund um die Premiere war die Agentur OKK! PR verantwortlich. Das Stück wurde vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe mitfinanziert . STUDIO-Theater namens St.I. Witkiewicz: Der Veranstalter des Theaters ist die Stadt Warschau.

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