In Potton, Kanada, wurde ein Projekt des Studios EM architecture realisiert. Das im Wald versteckte Haus scheint der ideale Ort zu sein, um lange Winterabende darin zu verbringen.Das im Jahr 2023fertiggestellteGebäude ist ein Landhaus, das nicht versucht, seine Umgebung zu dominieren. Stattdessen wächst es ganz natürlich aus ihr heraus, so als ob es schon immer zur Landschaft gehört hätte. Die Architekten Emilie Bédard und Maria Rosa Di Ioia schlagen hier eine Architektur vor, die ruhig, präzise und tief in einem Ort verwurzelt ist, in dem Licht, Materialien und Topografie die Erzählung bestimmen.
Das Projekt wurde auf einem bewaldeten, abfallenden Grundstück realisiert, dessen Charakter weitgehend durch den Bach bestimmt wird, der an seinem Fuß fließt. Das Terrain war der erste und wichtigste Faktor für die Entwurfsentscheidungen. Das Haus besteht aus zwei Blöcken mit Giebeldächern, die sanft dem natürlichen Gefälle des Geländes folgen und sich instinktiv dem Wasser zuwenden. Der Standort wurde mit äußerster Sorgfalt gewählt, um die wertvollsten alten Bäume zu erhalten und die organische Beziehung zwischen Architektur und Landschaft zu verstärken. Große Glasflächen öffnen die Innenräume für ungehinderte Ausblicke, während Steinterrassen den Wohnraum nahtlos nach außen erweitern und den Bewohnern ermöglichen, im Rhythmus der umgebenden Natur zu leben.
Die Masse des Hauses orientiert sich an den Archetypen lokaler ländlicher Gebäude und erinnert an die Silhouetten alter Scheunen. Die strengen Holzfassaden und das Metalldach stellen einen subtilen Dialog mit der Architektur der Vorfahren her, aber die scharfen Linien, Proportionen und durchdachten Details verorten das Projekt eindeutig in der Gegenwart. Die beiden Teile sind durch ein leichtes, überdachtes Verbindungsstück miteinander verbunden, das die Eingangs- und Lagerfunktionen organisiert und das Ganze in ein harmonisches Arrangement einbindet.

In der Mitte des Hauses befindet sich ein vertikaler, mit Brettern verkleideter Schacht, der die Kommunikation organisiert und die Funktionen konzentriert: Hier befinden sich die Toilette, die Treppe und die diskrete, hinter der Küche versteckte Speisekammer. Durch diese Behandlung bleiben die Erhebungen frei, was eine maximale Offenheit zur Landschaft und einen nahtlosen Raumfluss ermöglicht. Der zentrale Kern führt auch subtile Momente der Privatsphäre ein, die das Raumerlebnis bereichern.
Einer der markantesten Bereiche des Hauses ist die Veranda – ein heller, verglaster Raum mit Blick auf den Wald und den Bach. Es ist ein Bereich, der als natürliche Erweiterung des Wohnzimmers fungiert, aber gleichzeitig einen separaten Rückzugsort darstellt. Die sich verändernde Landschaft wird hier zum täglichen Schauspiel, und der Innenraum lädt zu jeder Jahreszeit zum Verweilen, Beobachten und Eintauchen in die Umgebung ein.
Die Inneneinrichtung des Chalet du ruisseau spiegelt die Persönlichkeit der Besitzer und ihre Liebe zum Design der Jahrhundertmitte wider. Ikonische Möbel, weiche Texturen und sorgfältig ausgewählte Kompositionen schaffen eine Atmosphäre, die gleichzeitig elegant und leger, raffiniert aber nicht studiert ist. Es ist ein Raum, in dem das Design nicht dominiert, sondern mit dem täglichen Leben interagiert. Wunderschön!
entwurf: EM Architektur
fotos: Raphaël Thibodeau
quelle: v2com
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