Luxus kommt am besten zur Geltung, wenn er nichts beweisen muss. Es gibt Projekte, bei denen nicht die Anzahl der auffälligen Elemente über die Klasse eines Interieurs entscheidet, sondern die Qualität einer einzigen, konsequent umgesetzten Idee. Genau so entstand das Vibe House – ein Haus, das innerhalb des bestehenden Baukörpers von Grund auf neu gestaltet wurde, mit Blick auf den täglichen Komfort, die Privatsphäre und eine ausdrucksstarke, unvergessliche Atmosphäre. Das Architekturbüro MOKAA übernahm das Projekt in der Entwicklungsphase und gestaltete den Grundriss komplett neu, wodurch die Innenräume eine neue Logik und einen deutlich höheren Lebensstandard erhielten.
Ein von Grund auf neu gestaltetes Haus
Das Projekt erforderte von Anfang an durchdachte funktionale Entscheidungen und nicht nur ästhetische Feinabstimmungen. Gerade die Funktion wurde zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten Umsetzung. Der Eingang wurde an die Seite des Gebäudes verlegt, und das Erdgeschoss erhielt eine klarere Aufteilung: links vom Eingang wurde der Wohnbereich mit Küche und Wohnzimmer angeordnet, rechts der Freizeitbereich. Das Haus wurde für einen der einflussreichsten Internet-Kreativen Polens entworfen, weshalb die Innenräume nicht nur im täglichen Gebrauch gut funktionieren, sondern auch als Hintergrund für Fotos und Videoaufnahmen dienen mussten. Die Realisierung des 200 m² großen Hauses in Wola Justowska in Krakau umfasste den gesamten Prozess: vom Entwurf über die Bauausführung bis hin zur Bauaufsicht. Entscheidend war die vollständige Überarbeitung der funktionalen Aufteilung. Der Eingangsbereich wurde verlegt, der Schlafbereich im Obergeschoss neu angeordnet und die Garage in einen privaten Wellnessbereich mit Pool und Sauna umgewandelt.
Pool im Wohnbereich
Die Beziehung zwischen dem Wohnbereich und dem Wellnessbereich wurde zum stärksten Merkmal des Entwurfs. Der Zugang zum Pool führt direkt aus dem Küchenbereich, doch der Raum wird durch eine Verglasung getrennt, die Privatsphäre gewährleistet und die visuelle Kontinuität des Innenraums bewahrt. Diese Lösung ist in einem Haus dieser Größe selten anzutreffen. Der an die Küche und das Wohnzimmer angrenzende Pool erweitert deutlich die Definition des häuslichen Wohnbereichs. In diesem Projekt wurde die Erholung in den Alltag integriert und nicht vom Hauptleben des Hauses getrennt.
Diese Entscheidung war auch aus baulicher Sicht die anspruchsvollste. Die Umgestaltung der Garage in einen Wellnessbereich erforderte umfangreiche Bauarbeiten, eine zusätzliche Fundamentisolierung, das Einbringen des Schwimmbeckens durch die ehemalige Einfahrt und den Austausch des Tors gegen eine Verglasung.
Luxus, der sich in den Materialien widerspiegelt
Den Charakter des Interieurs prägen vor allem die Materialien: Holzfurnier in Schokoladentönen, großformatige Verbundwerkstoffe mit Steinstruktur und Rauchglas. Hinzu kommt eine Farbpalette, die auf Weiß, Beige, Grau und Schwarz basiert. Diese Kombination verleiht dem Raum einen zeitlosen, ruhigen Ausdruck. Anstelle von dekorativem Überfluss treten Konsequenz und sehr präzise ausgeführte Details in den Vordergrund.
Offener Privatbereich im Obergeschoss
Im Obergeschoss entwarf das MOKAA-Team einen offenen Bereich für das Hauptschlafzimmer, dessen Geräumigkeit sich aus der Anordnung und nicht aus der Größe der Fläche ergibt. Hinter dem Kopfteil des Bettes befindet sich ein Kleiderschrank, und die freistehende Badewanne wurde durch eine Glaswand abgetrennt. Geschlossen bleiben nur jene Bereiche, die tatsächlich mehr Privatsphäre erfordern – Toilette und Dusche. Dadurch hat das Obergeschoss einen freieren, fließenderen Charakter erhalten und entspricht dem Standard eines lichtdurchfluteten Premium-Hauses. Das Vibe House zeigt gut, wie MOKAA „quiet luxury“ versteht.
Ruhe und Luxus sind definitiv die richtigen Begriffe für dieses Haus. Es ist komfortabel in der Nutzung und verfügt über Bereiche zur Erholung. Es ist wohnlich und geräumig, trotz der geringen Grundfläche des Bestandsgebäudes. Hinzu kommen zeitlose Farben und hochwertige Materialien. Ja, das ist definitiv der Stil des „Quiet Luxury“, der für das Architekturbüro MOKAA charakteristisch ist – sagt die Architektin Anna Lorenz, Mitinhaberin des Büros MOKAA, über das Projekt.
Die größte Stärke dieses Projekts besteht darin, dass es gelungen ist, in einem bestehenden, recht standardmäßigen Baukörper ein Interieur mit einer völlig neuen Identität zu schaffen – ausdrucksstark, komfortabel und stimmig. Das ist Luxus, der in einem gut gestalteten Raum verwurzelt ist, der sich im Alltag und als Teil des Images bewährt.
Entwurf: MOKAA
Fotos: Ryszard Zaleski
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