Ein neuer Wolkenkratzer mit einer grünen Bresche in der Mitte. CIMC in Shenzhen

In Shenzhen, China, haben die Architekten des Büros Skidmore, Owings & Merrill einen futuristischen Wolkenkratzer in Form einer Sanduhr entworfen. Die Verengung des Volumens soll grüne Aussichtsterrassen verbergen, die für alle zugänglich sind. Der neue Hauptsitz des chinesischen Schiffscontainerherstellers wird mit energiesparenden, photovoltaischen, kohlenstoffreduzierenden Technologien und vielem mehr ausgestattet sein. In dem 270 Meter hohen Gebäude sollen rund 60.000 Mitarbeiter arbeiten, und die Bewohner der Stadt werden von einem öffentlich zugänglichen Dienstleistungs- und Einkaufsbereich profitieren können.

Zurückgewonnenes Land

Das Studio SOM, das für Projekte wie das One World Trade Center, den Burj Khalifa und den Willis Tower verantwortlich ist, hat den neuen Hauptsitz der CIMC Corporation entworfen. Interessanterweise wird der Wolkenkratzer in einem neuen Dienstleistungs- und Geschäftsviertel in Shenzhen gebaut. Das Qianhai-Viertel entstand durch das Riffing, ein Verfahren zur künstlichen Verbreiterung der Küstenlinie. Die westliche Bucht der Stadt ist der Ort der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen zwei der wichtigsten Städte Südchinas, Hongkong und Shenzhen.

In den hohen Glasblock haben die Architekten komplizierte Verengungen „ausgeschnitten“, in denen Gewerbe- und Einzelhandelsflächen untergebracht wurden. Schon vom Straßenniveau aus sind mehrstöckige Terrassen mit Bäumen und Restaurants zu erkennen. Solche „hängenden Gärten“ erscheinen an zwei weiteren Stellen. Besonders beeindruckend ist die zentrale Terrasse, die in der Mitte des Hochhauses ausgeschnitten ist. Die beste Aussicht bietet dagegen die mehrstöckige geschlossene Terrasse an der Spitze des Gebäudes. Nach Angaben von SOM ist der Entwurf des Gebäudes von traditionellen chinesischen Rollbildern inspiriert, auf denen Landschaften verewigt wurden. Die auf diesen vertikalen Rollbildern dargestellten Berge zeichneten sich durch unterschiedliche Landformen aus. Der CIMC-Wolkenkratzer ist also ein vertikales Gemälde. Ein weiteres interessantes Beispiel für „hängende Terrassen“ in der Hochhausarchitektur ist das New Yorker The Spiral, über das Sie HIER lesen können. Ausschnitte in der Masse wurden dagegen auch von KPF Architekten im 8 Canada Square Wolkenkratzer verwendet.

Vertikale Gärten

Der Bereich um das Gebäude wird zu einem zugänglichen Platz und einem großen Park für Passanten ausgebaut. Der gute Zugang zu Ruhe-, Erholungs- und Grünflächen wird den Standard des Hochhauses erhöhen, und die Architekten hoffen, eine WELL-Platin-Zertifizierung zu erreichen. Energieeffiziente Systeme und kohlenstoffreduzierende Technologien wiederum werden der Investition eine weltweite LEED-Zertifizierung und das chinesische Äquivalent, das Drei-Sterne-Green-Building, garantieren. Der Wolkenkratzer wird über eine integrierte Photovoltaikanlage und ein intelligentes Sonnenlichtmesssystem verfügen. Der Bau des neuen Wolkenkratzers in Shenzhen wird voraussichtlich im Jahr 2029 abgeschlossen sein.

Eine üppige Bepflanzung von Himmelsterrassen ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Ungeeignete Pflanzenarten können unter den rauen, windigen Bedingungen nicht überleben. Außerdem müssen die Pflanzen mit großen Mengen an Wasser und Nährstoffen versorgt werden, die normalerweise aus dem Boden entnommen werden. Die aufwändige Gestaltung von grünen Hochhäusern ist daher eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Gärten in Bürogebäuden absorbieren Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff und verbessern darüber hinaus das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Gegner des biophilen Designs werfen grünen Hochhäusern die Ineffizienz solcher Lösungen und rein ästhetische Vorteile vor. Der extrem pragmatische Ansatz lässt jedoch oft wichtige immaterielle Vorteile für den Menschen außer Acht, wie etwa das Wohlbefinden, das sich aus einer pflanzlichen Umgebung ergibt.

Bildquelle: SOM

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