teatr w Popradzie

Ein neues Theater in Poprad. Es wurde an der Stelle eines Kinos aus den 80er Jahren errichtet.

Am Fuße der slowakischen Tatra ist vor kurzem das neue Theater in Poprad (slowakisch: Divadlo Poprad) entstanden. Das verlassene Gebäude des ehemaligen Kinos Máj aus den 1980er Jahren hat sich in einen modernen Bau mit weißem Korpus verwandelt, der durch weiche Formen bereichert wird. Das gesamte Projekt wurde nach einem Entwurf des Büros zerozero in Zusammenarbeit mit einem Architektenteam unter der Leitung von Irakli Eristavi realisiert.

Die vielschichtige Geschichte des Grundstücks neben der Kirche

Das Kino Máj wurde in den 1980er Jahren eröffnet, doch seine Fundamente sind wesentlich älter. Das Gebäude wurde an der Stelle zweier gotischer Bürgerhäuser errichtet, die bereits in der Renaissance zu einem einzigen Baukörper zusammengefasst worden waren. Später diente das Anwesen viele Jahre lang als Wohnhaus. Schließlich wurde es fast vollständig abgerissen, um Platz für ein neues Bauprojekt zu schaffen. Nach der Schließung des Kinos um das Jahr 2010 verfiel das Gebäude allmählich und verlor seine Funktion und Bedeutung im lokalen Stadtbild. Bei den jüngsten Arbeiten wurden die gewölbten Kellerräume sowie ein Großteil der Konstruktion der oberen Stockwerke erhalten.

Das neue Theater in Poprad

Die Architekten planten von Anfang an Eingriffe in die Abmessungen des Gebäudes. Durch die Verkleinerung des Volumens und die Neugestaltung des Daches konnte die visuelle Dominanz des Baukörpers in der historischen Nachbarschaft der Kirche und der kleinen Stadthäuser aus verschiedenen Epochen gemildert werden. Das neue Dach, das auf Stahlträgern ruht, unterstreicht die perfekten Proportionen des Theaters und verleiht ihm einen eleganteren Charakter. Anstelle der ehemaligen Außentreppe entstand eine neue mit sanft geschwungenen Formen.

Das Gebäude vor und nach dem Umbau

Innenräume des neuen Gebäudes

Die funktionale Aufteilung des Gebäudes wurde den Anforderungen einer modernen Kulturinstitution angepasst. Der Hauptsaal mit seinem amphitheaterartigen Zuschauerraum nimmt den zentralen Platz in der gesamten Theaterkomposition ein. Ergänzt wird er durch einen kleineren Saal im obersten Stockwerk, der auch als Probenraum genutzt wird. Die Backstage-Bereiche wurden in Richtung des Velický-Baches ausgerichtet, was die Abtrennung separater Verkehrswege für die Künstler ermöglichte. Die Gesamtzahl der Plätze im großen Saal und auf der Galerie beträgt 180.

Neue Gestaltung der mittelalterlichen Kellerräume

Der Eingang von der Straße her wurde an seiner ursprünglichen Stelle beibehalten, jedoch klarer gestaltet. Im Foyer befinden sich nun eine Kasse, eine kleine Bar sowie eine Garderobe in einem separaten Raum. In den mittelalterlichen Kellern befindet sich nun das Café „Garden“, das direkt mit der Sommerbühne im Außenbereich des Gebäudes verbunden ist. Die oberen Stockwerke sind für die Verwaltung vorgesehen, und dort wurde ein Gästeapartment eingerichtet. Auf der obersten Ebene entstand eine Aussichtsplattform mit Blick auf das Panorama der Tatra.

Das Gebäude vor und nach dem Umbau

Das neue Theater in Poprad – Materialien und Innenräume

Bei der Konstruktion des neuen Gebäudes wurden Stahlbeton und gemauerte Teile aus Keramikziegeln verwendet, während in den obersten Bereichen Stahlträger und Trapezblech zum Einsatz kamen. Die Fassaden des Gebäudes wurden mit einem dezenten, hellen Putz versehen, der den ruhigen Charakter dieser eleganten Architektur unterstreicht. Auch die Innenräume zeichnen sich durch eine reduzierte Materialpalette aus: roher Beton, glatter Putz und polierte Fußböden. Beide Theatersäle heben sich durch schwarze Akustikverkleidungen und Details aus Messing deutlich von den übrigen Räumen ab.

Sommerbühne in Poprad

Der östliche Teil des Grundstücks wurde als Freilichtbühne mit Zuschauerbereich gestaltet. Sie wurde aus vorgefertigten Betonelementen errichtet. Das Gesamtprojekt des Büros zerozero wird durch wasserdurchlässige Beläge auf dem Parkplatz und die zum benachbarten Fluss Wielicka Woda hin offene Umgebung abgerundet.

Entwurf: zerozero
Realisierung: 2023–2025
Fotos: Matej Hakár

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