Bei der diesjährigen 45. Ausgabe des Maria-Dokowicz-Wettbewerbs um die beste Abschlussarbeit an der Magdalena-Abakanowicz-Kunstuniversität in Posen weckte das Projekt „Museum des Lichts – Innenarchitektur im Kontext der Augmented-Reality-Technologie“ von Maciej Kozłowski das Interesse der Redaktion des Magazins whiteMAD. Wir haben beschlossen, ihm einen Sonderpreis zu verleihen und das Projekt auf unserer Website ausführlicher zu beschreiben. Das Projekt „Museum des Lichts“ konnte man auch während der Ausstellung der besten Abschlussarbeiten der UAPkennenlernen , die am 8. März in den Räumlichkeiten der Słodownia Starego Browaru endete. Unter den 26 vorgestellten Projekten stach gerade der Entwurf von Maciej Kozłowski durch seinen mutigen Umgang mit modernen Technologien und deren Einfluss auf die Gestaltung neuer Modelle der Raumerfahrung hervor.
Das Projekt des Museums des Lichts ist eine experimentelle Untersuchung der Beziehung zwischen Architektur und virtueller Realität. Maciej Kozłowski betrachtet Architektur nicht als Ziel, sondern als Werkzeug – als physische Schnittstelle, die den Nutzer zu einer Erfahrung führt, die sich erst im digitalen Raum voll entfaltet. Diese bewusste Verlagerung der Schwerpunkte steht im Einklang mit dem Motto der diesjährigen Ausgabe der Ausstellung der Kunsthochschule: KOOPERATION. In diesem Fall bezieht sich die Zusammenarbeit auf den Dialog zwischen der materiellen und der virtuellen Welt sowie zwischen der Gestaltung von Räumen und der Gestaltung von Erfahrungen.
Der physische Teil des Projekts umfasst zwei Arten von Objekten: einen städtischen Pavillon für große Ballungsräume und eine mobile Kapsel, die für kleinere Ortschaften konzipiert wurde. Beide Lösungen fungieren als wiederholbare Module (Vorlagen), die an verschiedenen Orten weltweit eingesetzt werden können und so ein Netzwerk von Zugangspunkten zum Museum bilden. Maciej Kozłowski beschränkt ihre Form bewusst auf die Funktion, den Besucher in das VR-Erlebnis einzuführen. Es handelt sich um Übergangsräume, die frei von überflüssigen Elementen sind, der Technologie untergeordnet sind und den Nutzer auf den Kontakt mit einer immateriellen Umgebung vorbereiten. Gleichzeitig sieht das Projekt die Möglichkeit der Fernteilnahme vor, was seine Inklusivität und Zugänglichkeit erhöht.
Das eigentliche Museum existiert im virtuellen Raum. Es ist eine siebenstufige Erfahrung, in der Licht sowohl Material als auch Inhalt ist. Es umfasst den Eingangsbereich, einen zentralen Raum, der als virtueller Startbildschirm fungiert, sowie fünf Themenräume: Wissenschaft, Sonne, Farbe, Natur und Kultur. Jeder dieser Räume nutzt Licht als Mittel der visuellen Erzählung, und ihre Form ergibt sich aus dem Thema, das sie vermitteln sollen.
Dank der VR-Technologie kann das Museum aktualisiert und weiterentwickelt werden, ohne dass physische Eingriffe in die Struktur des Gebäudes erforderlich sind. Es handelt sich um ein Projekt, das sich nicht auf eine einzige Version beschränkt – im Gegenteil, es setzt auf Weiterentwicklung und Anpassung an neue Bedürfnisse sowie technologische Möglichkeiten.

Die Ausstellung der besten Abschlussarbeiten der UAP, in deren Rahmen das Abschlussprojekt des Studenten präsentiert wurde, unterstrich die Bedeutung der Mitverantwortung der Künstler für die Gestaltung der Gemeinschaft. Die diesjährigen Arbeiten zeigten, dass Kunst und Design nicht isoliert funktionieren, sondern auf gesellschaftliche, kulturelle und technologische Veränderungen reagieren. Das Museum des Lichts fügte sich ideal in diese Perspektive ein und bot ein Modell einer Institution, die nicht nur von der Welt erzählt, sondern auch die Art und Weise neu definiert, wie die Rezipienten sie erleben können.
Das Museum des Lichts ist kein Gebäude, sondern eine Erfahrung – ein Konzept, das die Grenzen zwischen der physischen und der digitalen Welt verschiebt. Diese kühne Vision könnte die Richtung vorgeben, in die sich das zeitgenössische Design bewegt.
Titel: Das Museum des Lichts – Innenarchitektur im Kontext der Augmented-Reality-Technologie.
Autor: Maciej Kozłowski
Betreuerin der praktischen Arbeit: Dr. habil. Natalia Kliśko–Walczak, Prof. an der UAP
Betreuerin der theoretischen Arbeit: Dr. habil. Ewa Wójtowicz, Prof. UAP
Diplom im Bereich Design.
Fakultät für Innenarchitektur und Bühnenbild der Magdalena-Abakanowicz-Kunstuniversität in Posen
Studiengang: Innenarchitektur
Lesen Sie auch: Kultur | Kunst | Portfolio | Posen | Empfehlungen | whiteMAD auf Instagram



