Ein vom Universum inspiriertes Büro? Wir schauen bei der Agentur Pikseo in Toruń vorbei.

Der neue Sitz der Agentur Pikseo in Toruń ist ein Projekt, das einfache Assoziationen und dekorative Klischees vermeidet. Anstelle von buchstäblichen Sternen, Raketen oder Planeten erscheint hier der Kosmos als Metapher – ein Raum von Prozessen, Strömungen und Abhängigkeiten, die die moderne Welt der Daten definieren. In diesem abstrakten, analytischen Universum bewegt sich Pikseo, eine auf SEO und CRO spezialisierte Agentur, täglich. Toruń, die Stadt von Kopernikus, wurde zum natürlichen Ausgangspunkt: ein Ort, der seit Jahrhunderten für einen Perspektivwechsel und die Entdeckung von Ordnung dort steht, wo zuvor Chaos herrschte.

Das Innenarchitekturprojekt wurde von Aleksandra Hyz und Aleksandra Mętlewicz realisiert. Die Architektinnen entwickelten ein Konzept, in dem die kosmische Erzählung in die Sprache der Form, des Materials und des Lichts übersetzt wurde. Das Projekt besticht nicht durch Symbolik, sondern arbeitet mit subtilen Anspielungen und schafft so eine kohärente, vielschichtige Raumstruktur. Jede Etage des Gebäudes fungiert als separater Teil des Universums, hat ihre eigene Farbgebung und eine spezifische Atmosphäre. Diese Unterschiede sind nicht nur ästhetischer Natur: Sie unterstützen die Orientierung, ordnen die Funktionen und entsprechen den unterschiedlichen Bedürfnissen des Teams – von Konzentration und individueller Arbeit über konzeptionelle Aktivitäten bis hin zu Regeneration und Integration.

Materialien und Licht spielen in dem Entwurf eine wichtige Rolle als Träger der Erzählung. Metallische Oberflächen mit unterschiedlichen Texturen, wellenförmige Decken, abgerundete Formen und präzise gestaltete Beleuchtung schaffen den Eindruck eines Raumes, der dynamisch, aber nicht überwältigend ist. Grafische Motive, die von Umlaufbahnen und Flugbahnen inspiriert sind, tauchen in kontrollierter Weise als dezente Akzente auf, die die Architektur ergänzen, anstatt sie zu dominieren.

Die Open Spaces wurden als helle, übersichtliche Arbeitsumgebungen gestaltet. Große Glasflächen, eine sorgfältig durchdachte Akustik und die weichen Linien der Akustikdecken schaffen Bedingungen, die der Konzentration förderlich sind. Die kosmische Erzählung ist hier zurückhaltend und nur in den Details präsent: in den abgerundeten Formen, den metallischen Akzenten, den geschwungenen Wandgrafiken oder den Farben, die den einzelnen Etagen zugeordnet sind. Symbolische Bezüge finden sich auch in den Leuchten, Neonröhren und Akustikpaneelen wieder und schaffen eine konsistente, aber unaufdringliche Bildsprache.

Einen deutlicheren Charakter haben die Kantinen und Konferenzräume, die nach Planeten benannt sind – Mars, Merkur und weitere. Jeder von ihnen hat seine eigene Identität, die durch Materialien, Farben und Beleuchtungsszenarien aufgebaut wird. Tagsüber sind es helle, funktionale Begegnungsräume, während sie nach der Änderung der Beleuchtung einen intimeren, satteren und abstrakteren Charakter annehmen. Diese Wandelbarkeit ermöglicht es den Nutzern, das Büro je nach Tageszeit und Art der Aktivität auf unterschiedliche Weise zu erleben.

Die Zonen Nebula und Aurora sind flexible Umgebungen für gemeinsames und individuelles Arbeiten. Nebula ist eine Abfolge kleiner Besprechungsräume, die sich wiederholen, aber nicht identisch sind – sie unterscheiden sich in Nuancen von Licht, Farbe und Material. Ihr Rhythmus und ihre subtilen Unterschiede wecken Assoziationen mit kosmischen Phänomenen, die nie ganz symmetrisch sind, obwohl sie gemeinsamen Regeln unterliegen. Aurora hingegen bietet einen offeneren Raum, der schnelle Beratungen und die Arbeit in kleineren Teams begünstigt.

Der repräsentativste Teil des Hauptsitzes ist das Erdgeschoss – der Bereich des ersten Kontakts mit der Marke. Die Rezeption in dunklen Farbtönen, unterbrochen von metallischen Oberflächen mit unterschiedlichen Oberflächen, schafft eine Atmosphäre von Geheimnis und Präzision. Die Beleuchtung fungiert hier als Erzählung: Sie enthüllt nicht alles, sondern lenkt den Blick und betont die wichtigsten Elemente. Kugelförmige Leuchten wecken Assoziationen mit Planeten, und wellenförmige Lichtlinien suggerieren Bewegung und Energie.

Die Kantine im Erdgeschoss wurde als Ort für tägliche Begegnungen, Entspannung und Erholung konzipiert. Anstelle einer typischen Kantine entstand ein Ort mit verschiedenen Bereichen – zum Essen, Entspannen und Spielen. Funktionalität hat hier Vorrang, und die kosmische Idee zeigt sich in den Details: Neonröhren, unregelmäßige Lichtlinien und metallische Akzente.

Das Ganze schafft eine Arbeitsumgebung, die nicht mit Wortwörtlichkeit, sondern mit Ideen arbeitet. Das Universum wird hier zu einer Metapher für Ordnung, Dynamik und die ständige Suche nach neuen Perspektiven – Werte, die sowohl Toruń als auch der Agentur Pikseo selbst am Herzen liegen. Es ist ein Projekt, das Narration, Funktionalität und Benutzererfahrung zu einem kohärenten, vielschichtigen Ganzen verbindet.

Die Umsetzung wurde durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern ermöglicht. Der Generalunternehmer Tombud war für die präzise Ausführung verantwortlich. Für den akustischen Komfort sorgten Lösungen von Acustio, deren Paneele zu einem integralen Bestandteil der Ästhetik wurden. Die Fußböden wurden von der Firma Profitline unter Verwendung von Produkten der Marken Milliken und Unilin Group geliefert. Die Möbel stammen von Balma, Noti und MDD, die Beleuchtung von Luxion und 9design. Die charakteristischen wellenförmigen Decken entstanden in Zusammenarbeit mit Hunter Douglas, während die maßgefertigten Einbaumöbel von der MDF Group hergestellt wurden.

Entwurf: Aleksandra Hyz und Aleksandra Mętlewicz

Fotos: MaxZieliński

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