LeŚnia
fot. Piotr Wittman | gdansk.pl

Ein Wald in einer historischen Kirche. Der Danziger „Wald“ ist ein einzigartiges Projekt

In den historischen Mauern der Danziger Johanniskirche kann man sich wie in einem Wald fühlen. Dort wurde gerade ein Raum eröffnet, der für all jene gedacht ist, die in der sommerlichen Hektik der Stadt Ruhe, Stille und Kontakt zur Natur suchen. Vom 27. Juni bis zum 5. Juli 2025 lädt das Kulturzentrum an der Ostsee zum Besuch einer einzigartigen Kunstinstallation namens „LeŚnia“ ein. Es handelt sich um einen Ort, der Elemente der Kunst, der Ökologie und der sinnlichen Erfahrung miteinander verbindet. Das Projekt ist eine Antwort auf die Reizüberflutung und das Bedürfnis nach einer kurzen Pause im intensiven Rhythmus des städtischen Lebens.

Eine Oase der Ruhe inmitten des Festivaltrubels

In einer Zeit, in der die Dreistadt Scharen von Open’er-Festivalteilnehmern anzieht, wird das St. John’s Centre zu einem Ort der alternativen Entspannung. „LeŚnia“ bietet einen Raum der Ruhe, in dem man durchatmen, den Klängen der Natur lauschen und in eine waldähnliche Atmosphäre eintauchen kann. Es handelt sich nicht um eine typische Ausstellung, sondern um eine offene, dynamische Installation, die sich mit den Besuchern verändert. Man kann sich hinsetzen, hinlegen, zwischen den Bäumen spazieren gehen oder eine Weile verweilen. Jeder Besuch hier soll ein einzigartiges, individuelles Erlebnis sein.

„LeŚnia“ als Zusammenprallvon gotischer Architektur und üppigem Grün

Das Projekt wurde in einem historisch und ästhetisch stark aufgeladenen Raum realisiert. Die gotische Architektur des Tempels wurde der Vegetation und natürlichen Materialien gegenübergestellt, wodurch eine Szenografie mit großer visueller Kraft entstand. Das Innere des Tempels hat eine neue Dimension erhalten, und seine Monumentalität wird durch den Kontrast mit den organischen Formen der Pflanzen betont. Diese Gegenüberstellung öffnet das Feld für neue Interpretationen der Architektur und der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Die Erfahrung von „Le¶nia“ spricht alle Sinne an. Die von Marcin Dymiter geschaffene Geräuschkulisse erzeugt einen Zustand der Ruhe, und die Duftkompositionen von Bogdan Wójcik (Vetiver) vervollständigen den Eindruck der Präsenz des Waldes. Das von Maciej Knigawka entworfene Lichtspiel lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher und prägt die Wahrnehmung des Raums, indem es eine Atmosphäre schafft, die sich im Laufe des Tages verändert.

LeŚnia
photo by Piotr Wittman | gdansk.pl

Kunstfertigkeit und Nachhaltigkeit

Die Installation ist mit performativen und musikalischen Elementen angereichert, die auf unerwartete Weise in Erscheinung treten. In verschiedenen Momenten kann man künstlerischen Aktivitäten begegnen, die von Kasia Ustowska-Gmerek vorbereitet wurden, oder musikalischen Live-Interventionen, die von Antoni Michnik, Katarzyna Podpora und dem Ensemble NeoQuartet aufgeführt werden. Solche Momente werden nicht im Voraus angekündigt, was dem Ganzen einen flüchtigen, persönlichen Charakter verleiht. „LeŚnia“ wurde unter Berücksichtigung der Grundsätze der Nachhaltigkeit realisiert. Die in der Installation verwendeten Pflanzen werden nicht zerstört oder weggeworfen – einige von ihnen wurden ausgeliehen und die anderen werden nach der Veranstaltung in private Gärten gebracht. Die Organisatoren betonen, dass trotz des temporären Charakters der Veranstaltung ihr ökologischer Fußabdruck minimiert wurde.

„LeŚnia“ – ein neuer Blick auf den Tempelraum

Im St. John’s Centre, das seit drei Jahrzehnten vom Baltic Sea Cultural Centre betreut wird, finden regelmäßig künstlerische Experimente und Aktivitäten statt, die seine Funktion neu definieren. „LeŚnia“ ist ein weiterer Versuch, diesem Raum eine neue Bedeutung zu geben, indem die Spiritualität des Ortes mit dem Bedürfnis nach Ruhe und Kontakt zur Natur verbunden wird. „LeŚnia“ kann vom 27. Juni bis zum 5. Juli 2025 von 10:00 bis 22:00 Uhr (am 29. Juni von 14:00 bis 22:00 Uhr) im Johanniterzentrum in der Świętojańska-Straße 50 besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Pressematerial des Ostseekulturzentrums in Gdansk

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