Die Fassade des Gebäudes des Kunstgymnasiums in Słupsk hat durch ein Wandbild in Relieftechnik eine neue Identität erhalten. Autor des Entwurfs und der Umsetzung ist Jacek Wielebski, der – in Zusammenarbeit mit den Schülern der Schule – eine Dekoration schuf, die auf Motiven aus dem öffentlichen Raum von Słupsk basiert. Die Arbeiten dauerten mehrere Monate und umfassten nicht nur die Fassade selbst, sondern auch Schilder, den Zaun, die neue Beleuchtung sowie die Handläufe am Eingang.
Die Maßnahme war die letzte Phase der Investition in das Gebäude, das die Schule zuvor erworben, renoviert und an die pädagogischen Bedürfnisse angepasst hatte. Nach Abschluss der Arbeiten im Innenbereich war es an der Zeit, den Außenbereich des Gebäudes zu gestalten – sowohl in technischer als auch in optischer Hinsicht. Nach der Wärmedämmung des Gebäudes wurden neuer Putz und eine neue Farbgebung aufgebracht, doch erst die visuelle Gestaltung sollte dem Ganzen einen einheitlichen Charakter verleihen.
Motive aus der Stadt
Das Projekt entstand Anfang 2025. Wielebski lud Schüler zur Teilnahme an Workshops ein, in denen sie gemeinsam Słupsk durchstreiften und architektonische Details, städtebauliche Gliederungen sowie charakteristische Elemente des öffentlichen Raums dokumentierten. Das gesammelte Material diente als Grundlage für die Auswahl von Motiven, die anschließend in eine zarte, lineare Zeichnung an der Fassade umgesetzt wurden.

Die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen hatte nicht nur pädagogische Bedeutung. Sie ermöglichte die Schaffung einer Dekoration, die im lokalen Kontext verwurzelt ist und gleichzeitig als zeitgenössische Interpretation städtischer Formen gelesen werden kann.
Ordnung in einem chaotischen Baukörper
Das mehrfach umgebaute und modernisierte Gymnasium hatte seine kompositorische Kohärenz verloren. Die zufällige Anordnung der Fenster und die vielfältigen Eingriffe aus früheren Jahren machten eine Neuordnung der Fassade erforderlich. Wielebski entschied sich dafür, ausgewählte Gliederungen zu verdichten und hervorzuheben, um das visuelle Chaos zu beruhigen und den Eingangsbereich zu betonen.
Entscheidend war es, eine einheitliche Farbgebung der Fassade beizubehalten und starke Akzente zu vermeiden. Der Designer strebte danach, dass sich das Gebäude harmonisch in die benachbarte Bebauung einfügt und die Dekoration als subtile Ergänzung und nicht als dominierendes Element wirkt.
Relief in der Wärmedämmschicht
Obwohl die Inspiration von einer in den Putz geschnittenen Zeichnung stammte, erwies sich die traditionelle Technik als zu schwer für die bestehende Konstruktion. Die technischen Einschränkungen gaben den Anstoß zur Entwicklung einer neuen Methode für die oberste Schicht der Wärmedämmung. Dadurch war es möglich, ein präzises Relief zu schaffen, das Leichtigkeit und Beständigkeit bewahrt und gleichzeitig die Palette der für diesen Untergrund verfügbaren dekorativen Lösungen erweitert.
Der Effekt ist subtil, aber ausdrucksstark. Die lineare Komposition erstreckt sich über die gesamte Fassadenfläche und bildet eine einheitliche, sanft dreidimensionale Struktur.
Das Wandbild ist nicht alles
Die Umsetzung umfasste auch begleitende Elemente: neue Schilder, Beleuchtung, Umzäunung sowie Türhandläufe. Dadurch erhielt das Gesamtbild einen einheitlichen, ausgefeilten Ausdruck und die Schule ein klares und professionelles Erscheinungsbild. Das Projekt ist nicht nur eine Dekoration, sondern auch ein Instrument zur Identitätsbildung der Einrichtung und kann die ästhetische Wahrnehmung der Schüler positiv beeinflussen.
Das Reliefwandbild an der Fassade des Kunstgymnasiums in Słupsk ist ein Beispiel dafür, wie eine subtile Intervention die Architektur ordnen, ihre Wahrnehmung verstärken und gleichzeitig auf den lokalen Kontext Bezug nehmen kann. Es ist auch ein Beweis dafür, dass technische Einschränkungen zum Anstoß für die Schaffung neuer, wertvoller Lösungen werden können.
Film: Maciej Stempij
Fotos: Maciej Stempij / Joanna Miejska
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