fot. MURKI

Ein Wandbild mit Maryla Rodowicz. So hat Opole die Künstlerin geehrt

Ein roter Hut, eine Gitarre und ein Meer aus Blumen. In Opole wurde ein Wandgemälde mit Maryla Rodowicz enthüllt. Die künstlerische Ikone der polnischen Bühne enthüllte ihr großformatiges Porträt am 14. September 2026 persönlich. Das Werk in der Chabrów-Straße 153–159 wurde von Olka Osadzińska entworfen und von der Opole-Gruppe „Murki“ auf die Wand des Wohnblocks übertragen.

Wandbild mit Maryla inmitten von Blumen

Maryla an der Seitenwand des Wohnblocks hat langes blondes Haar, einen breiten roten Hut und eine weiße Bluse. Sie hält eine Gitarre in der Hand, und um sie herum erstreckt sich eine üppige Blumenwiese. Ergänzt wird die Komposition durch die dunkelblaue Unterschrift der Künstlerin. Ihr illustratives Porträt erinnert an Folk-Inspirationen, hippiehafte Unbeschwertheit und die Vorliebe für ausdrucksstarke Bühnenoutfits. Genau so sieht Maryla Rodowicz aus, wie man sie von der Bühne kennt: farbenfroh, fröhlich und ein bisschen frech. Die blumige Umgebung der Sängerin hat auch einen ortsspezifischen Hintergrund. Der Name des Stadtteils Chabrów erinnert nämlich an die ehemaligen Felder dieser Pflanzen, und in der Umgebung befinden sich die Straßen Maków, Konwalii, Niezapominajek und Jaśminów. Das Wandbild fügt sich daher gut in diese Nachbarschaft ein.

Foto: MURKI

Das Werk nach Olka Osadzińska

Hinter dem Projekt steht Olka Osadzińska, die 2017 das Layout für Marylas Album „Ach świecie…“ gestaltete. Die Künstlerin war von Anfang an von deren Farben und Zeichenstil fasziniert, weshalb Olka auch eine Zeichnung anfertigte, die später an der Wand eines Wohnblocks in Opole landete. Die beiden Frauen arbeiteten bei der Erstellung des Porträts zusammen, sodass Maryla das gesamte Konzept bereits vor Beginn der Malarbeiten vor Ort kannte. Im August dieses Jahres übertrug die lokale Gruppe „Murki“ das Projekt auf die Fassade. Die Wand wurde von der Opoleer Wohnungsgenossenschaft „Przyszłość“ zur Verfügung gestellt, und die Farben wurden von der Firma PPG Deco Polska gespendet. Dank der Zusammenarbeit der Designerin und des Teams verwandelte sich eine gewöhnliche Wohnsiedlungsfassade in ein riesiges, blumiges Porträt einer großen Künstlerin.

Das Wandbild mit Maryla in Opole

Bei der Feier im September versammelten sich Anwohner und Fans vor dem Gebäude. Maryla Rodowicz unterhielt sich mit dem Publikum, posierte für Fotos und sang gemeinsam mit den Anwesenden ihre Lieder.

„Fröhlich, frech und mit Blumen – so mag ich sie“, urteilte sie über ihr eigenes Bild.

Bei dem Treffen erwähnte sie auch, dass sie beim Festival in Opole bereits 42 Mal aufgetreten sei. Ihr Porträt ist das siebte Projekt auf der seit 2020 entstehenden „Route der Musik-Wandgemälde“. Diese Freiluftgalerie erinnert an Künstler, die mit dem Nationalen Festival des Polnischen Liedes verbunden sind, und überträgt Festivalerinnerungen auf die Wände städtischer Gebäude.

Foto: Stadtverwaltung Opole

Maryla Rodowicz und 60 Jahre Festivalgeschichte

Die Legende von Maryla, eigentlich Maria Antonina Rodowicz, begann 1968 in Opole. Damals sang sie beim VI. KFPP unter anderem „Zabierz moje sukienki“ mit Musik von Andrzej Kurylewicz und Text von Wanda Warska. Später folgten weitere Auftritte, Hits und Auszeichnungen: der erste Preis für „Cyrk nocą“ im Jahr 1979, der Journalistenpreis für „Niech żyje bal“ im Jahr 1985 sowie der Grand Prix für ihr Lebenswerk im Jahr 1992. Im Juni 2005 enthüllte die Künstlerin ihren Stern in der Aleja Gwiazd in Opole, und im Jahr 2014 wurde sie zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt. Drei Jahre später feierte sie auf der Festivalbühne ihr 50-jähriges künstlerisches Schaffen. Das Publikum würdigte sie erneut im Jahr 2023, indem es sie in einer Jubiläumsumfrage zum „Größten Star der Opole-Festivals“ wählte.

Das Wandbild mit Maryla – ein Porträt eines Stars mehrerer Generationen

Hinter diesen Auszeichnungen stehen Hunderte von Liedern, über 20 polnischsprachige Alben und eine Stimme, die kaum mit einer anderen zu verwechseln ist. „Małgośka“, „Wielka woda“, „Remedium“, „Niech żyje bal“ oder „Łatwopalni“ begleiten seit Jahren immer neue Generationen von Zuhörern. Von großer Bedeutung für ihr Repertoire war die Zusammenarbeit mit Agnieszka Osiecka, Seweryn Krajewski, Katarzyna Gaertner und Jacek Mikuła. Ebenso wichtig ist Maryla Rodowicz’ Bühnenfantasie – Stickereien, Blumen, Hüte und überraschende Kostüme, die ein fester Bestandteil ihrer Auftritte sind. Das Wandbild in Opole verkörpert genau diese unerschöpfliche Energie.

Entwurf: Olka Osadzińska
Ausführung: MURKI
Malerteam: Saletnikk, Patrycja Kostyra, Kamil Kowalski, Robotbot, Paulina Wróblewska, Melania Mazur, Kasia Strzelec
Standort: Chabrów-Straße 153–159, Wohnsiedlung Chabry, Opole

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