Die neue, 100 m² große Wohnung, die vom Studio „mood space“ entworfen wurde, befindet sich in Łódź, in einem Bauprojekt, das sich in das historische Stadtgefüge einfügt. Obwohl das Gebäude zeitgenössisch ist, ist es von Mietshäusern und der Philharmonie umgeben – dieser Kontext ist von den Fenstern aus zu sehen und lässt sich in der Art und Weise spüren, wie das Projekt klassische Inspirationen mit modernen Materialien verbindet. Es handelt sich um einen Raum, der zwar als Investitionsobjekt konzipiert wurde, aber dennoch Charakter besitzt und auf die Bedürfnisse zukünftiger Bewohner ausgerichtet ist.
Flexibilität war von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfs. Die Wohnung ist für die Vermietung vorgesehen – sowohl langfristig als auch kurzfristig –, weshalb sie für verschiedene Lebenssituationen offen bleiben musste. Der Mieter kann ein Haustier haben, ein Musikinstrument besitzen oder einen besonderen Beruf ausüben, der zusätzlichen Arbeitsraum erfordert. Der Innenraum wurde so gestaltet, dass er eine solide funktionale Basis bietet und gleichzeitig spätere Anpassungen zulässt, ohne die stilistische Einheit zu beeinträchtigen.
Klassik im städtischen Kontext
Das „Mood Space Studio“ hat bewusst Bezug auf die Umgebung genommen. Das moderne Gebäude grenzt an Mietshäuser und die Philharmonie, weshalb das Design in einem klassischen, zurückhaltenden Stil gehalten wurde. Es dominieren dunkle Holztöne, die dem Innenraum Tiefe und Zeitlosigkeit verleihen. Den Hintergrund bildet ein heller Bodenbelag aus Epoxidharz – ein Material, das die Designerin besonders wegen seiner Glätte, Langlebigkeit und der Fähigkeit schätzt, andere Elemente hervorzuheben. Das Harz tritt nicht in den Vordergrund, sondern schafft eine ruhige, elegante Basis.
Ein wichtiges Ziel war es zudem, das Gleichgewicht zwischen Vielseitigkeit und Charakter zu wahren. Der Innenraum sollte nicht anonym wirken, wie es bei vielen Investitionswohnungen der Fall ist. Eine zurückhaltende Farbpalette, klassische Anspielungen und ausgewogene Details sorgen dafür, dass der Raum angenehm wirkt, ohne den zukünftigen Bewohnern ein vorgefertigtes Szenario aufzuzwingen.
Materialauswahl
Budgetliche Herausforderungen sind ein natürlicher Teil des Prozesses, doch die Designerin betont, dass der bewusste Umgang mit den Mitteln der Schlüssel ist. Es lohnt sich zu wissen, wo man ohne Qualitätseinbußen sparen kann und in was man investieren sollte. In diesem Projekt sind dies die Arbeitsplatten aus Stein – Sinter- oder Konglomeratwerkstoffe, die der Küche und den Bädern Solidität und Eleganz verleihen. Es handelt sich um langlebige, ästhetische und strapazierfähige Lösungen, was in einer Mietwohnung von besonderer Bedeutung ist.
Epoxidharz wiederum, das oft als neutrale Basis betrachtet wird, spielt in diesem Projekt eine wesentliche Rolle. Seine einheitliche Oberfläche strukturiert den Raum, betont die Holzakzente und sorgt für eine optische Leichtigkeit auf der großen Fläche des Erdgeschosses.

Natürliche Aufteilung der Funktionen
Die Aufteilung der Wohnung ergibt sich aus ihrer zweistöckigen Struktur. Das Erdgeschoss ist ein weitläufiger offener Bereich, der den Eingangsbereich, das Wohnzimmer, die Küchenzeile und das Esszimmer umfasst. Daneben befinden sich ein Badezimmer mit Dusche, ein Ankleidezimmer sowie ein Arbeitszimmer. Dieser Raum ist so gestaltet, dass er im Alltag komfortabel und gleichzeitig leicht anpassbar ist.
Das Obergeschoss dient eher privaten Zwecken. Hier befinden sich ein Schlafzimmer mit offenem Ankleidezimmer und offenem Badezimmer mit Badewanne, ein zusätzliches Zimmer sowie ein Zugang zu einer großen Terrasse. Diese Aufteilung ermöglicht es den zukünftigen Bewohnern, den Raum ganz nach ihren eigenen Bedürfnissen zu gestalten – vom Homeoffice bis hin zu Entspannung und Hobbys.
Ein verstecktes Detail
Eines der interessantesten Elemente des Entwurfs ist der versteckte Durchgang zum Arbeitszimmer, der in die Küchensäule integriert ist. Auf den Fotos der Fotosession ist er sowohl in geöffneter als auch in geschlossener Form zu sehen. Diese Lösung sorgt für Ordnung im Raum, bewahrt die ästhetische Kontinuität der Raumaufteilung und verleiht dem Interieur gleichzeitig einen faszinierenden Charakter. Die Gestaltung des Arbeitszimmers bleibt den zukünftigen Bewohnern selbst überlassen, was die im gesamten Projekt verankerte Idee der Flexibilität unterstreicht.
Entwurf:Ewelina Górmińska – mood space studio
Fotos: Marcin Grabowiecki
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