Die Wohnung in der Mostowa-Straße in Krakau wurde einer Metamorphose unterzogen, die auf einzigartige Weise den Respekt vor der historischen Bausubstanz mit einem modernen Ansatz der Funktionalität verbindet. Verantwortlich für das Projekt ist das Studio One Desk (Katarzyna Iwańczuk, Mikołaj Iwańczuk, Patrycja Badura), dessen Umsetzung 2024 begann. Das Ergebnis ist ein 76 Quadratmeter großer Raum in einem eklektischen Stil, der nach Jahren unüberlegter Eingriffe seinen Charakter zurückgewonnen hat.
Erste Eindrücke und Herausforderungen: Das schöne Stadthaus verbirgt seine Möglichkeiten
Obwohl das Stadthaus auf den ersten Blick besticht, erwies sich das Innere der Wohnung bei den späteren Umbauten als überraschend überfordert. Ein niedriges hölzernes Zwischengeschoss, das die Schlafzimmer durchschneidet, eine dunkle Küche und ein beengtes Bad aus Gipskartonplatten machten das Potenzial des Raums fast unsichtbar.
Die Designer von One Desk spürten jedoch schnell den Respekt der Investoren vor der Architektur des 19. Jahrhunderts und die Sensibilität für Details. Von Anfang an wussten sie, dass die Hauptaufgabe darin bestehen würde, den authentischen Charakter der Wohnung freizulegen und ihr ihre frühere Harmonie zurückzugeben.

Der Kampf um Licht und Funktionalität. Innenräume aus dem späten 19. Jahrhundert haben ihre eigenen Merkmale
Eines der Hauptprobleme in Wohnungen aus dieser Zeit ist die unzureichende Belichtung der weiter unten liegenden Räume. Obwohl es auf der Seite der Bridge Street vier große Fenster gibt, reichte das Licht nicht weiter. Ein zusätzliches Problem war das Fehlen eines Badezimmers in den Räumlichkeiten – dieses befand sich historisch gesehen in einem gemeinsamen Korridor.
Das neue funktionale Layout sah daher vor, ein Bad innerhalb der Wohnung einzurichten und den Raum zu öffnen, damit sich das natürliche Licht besser ausbreiten kann.
Ein repräsentatives Wohnzimmer anstelle von zwei kleineren Räumen
Die Planer beschlossen, zwei Räume zu einem repräsentativen Wohnzimmer zusammenzufassen. Die Küche wurde – in Übereinstimmung mit der historischen Logik des Mietshauses – in der Tiefe der Wohnung platziert, aber die Beziehung zwischen diesen Räumen wurde sorgfältig gestaltet.
Die Öffnung, die die Küche mit dem Wohnzimmer verbindet, wurde verbreitert und erhöht und von einem steinernen Sturz gekrönt. Eine der Ecken wurde absichtlich abgerundet, um den Durchgang weicher zu gestalten und eine nahtlosere Verbindung zwischen den Räumen zu schaffen.
Im Wohnzimmer wurde als einziges festes Element die Nische des ehemaligen Kachelofens in ein Bücherregal mit verspiegeltem Hintergrund verwandelt, das nach Maß gefertigt wurde. Der Rest des Mobiliars bildet eine Freiformkomposition, die an frühere Inneneinrichtungen erinnert, bei denen die Möbel aufgrund ihres Charakters ausgewählt wurden und nicht, um in Sets zu passen.
Die Atmosphäre wird durch Gemälde des Krakauer Künstlers Michał Sroka ergänzt, die dem Raum eine individuelle, künstlerische Note verleihen.
Küche mit Quarzit, verdeckten Schränken und durchdachten Details
Die Küche ist mit einer Quarzit-Arbeitsplatte ausgestattet, die dem Raum Eleganz und Haltbarkeit verleiht. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde ein großer Einbauschrank mit einem versteckten Kühlschrank und zusätzlichen Stauräumen entworfen. So konnte nur ein kleiner Schrank mit einer Dunstabzugshaube über der Arbeitsplatte hängen – eine Lösung, die die Einrichtung hell hält.
Von der Küche aus gelangt man in das neue Bad, das sich hinter einem kleinen Flur befindet. Dank eines Fensters, das auf den gemeinsamen Flur blickt, erhält der Raum ein dezentes, indirektes Licht.
Badezimmer mit gewölbter Nische und warmen Materialien
Die Tür zum Badezimmer wurde aus ziegelfarbenem Stahl und geriffeltem Glas gefertigt. Das Badezimmer selbst überrascht mit seiner überdurchschnittlichen Höhe, die die Schaffung einer auffälligen bogenförmigen Nische mit Spiegel ermöglichte.
An den Wänden finden sich vertikale Ragno-Fliesen und Walnussfurnier, was dem Innenraum eine natürliche Struktur und eine angenehme Wärme verleiht.
Materialien, die den historischen Charakter unterstreichen
Ein Desk entschied sich für französische Winckelmans-Fliesen in einem klassischen Schachbrettmuster – cremefarben und terrakottafarben – in Anlehnung an die ursprünglichen Fußböden, die häufig in Krakauer Stadthäusern zu finden sind. Sie bedecken die Küche und die Lobby.
In den übrigen Räumen ist Fischgrät-Eichenparkett verlegt, das dem Raum Eleganz und Zeitlosigkeit verleiht. Ergänzt wird das Ganze durch hellbeige Paspeln, die die hohen Wände auflockern und eine subtile Gemütlichkeit vermitteln.
Die Mostowa-Wohnung – eine eklektische Hommage an die Vergangenheit
Das Projekt One Desk ist ein Beispiel dafür, wie modernes Funktionsdenken mit dem Respekt vor historischer Architektur Hand in Hand gehen kann. Die Wohnung in der Mostowa-Straße hat ihre Leichtigkeit, ihre Proportionen und ihre Eleganz wiedererlangt, während sie gleichzeitig den zeitgenössischen Bedürfnissen ihrer Bewohner entspricht.
Projektdaten
- Standort: Krakau
- Atelier: One Desk
- Gestaltungsteam: Katarzyna Iwańczuk, Mikołaj Iwańczuk, Patrycja Badura
- Fläche: ca. 76 m²
- Anzahl der Räume: 5
- Baujahr: 2024/2025
- Fotografien: N2 Studio
Siehe auch: Architektur | Wohnung | Mietshaus | Küche | Krakau | Interieur


























