Żelazna 54 Warszawa
fot. Mateusz Markowski/whiteMAD

Eine korallenfarbene Interpretation eines Mietshauses. Das ist das Bauprojekt „Żelazna 54“

Kurz nach Erhalt der Nutzungsgenehmigung wurde das Bauprojekt „Żelazna 54“ im Warschauer Stadtteil Wola fertiggestellt. Das neue Wohngebäude, entworfen vom Architekturbüro SAAW, entstand in unmittelbarer Nähe der Norblin-Fabrik und der Warschauer Brauereien. Es handelt sich um einen Ort, der in den letzten Jahren einen spektakulären Wandel durchlaufen hat und heute ein äußerst beliebtes und angesagtes Viertel darstellt. Das Projekt „Żelazna 54“ zeichnet sich vor allem durch eine gewagte Farbgebung und eine bewusste Anlehnung an die Tradition der Warschauer Mietshäuser aus.

Żelazna 54: ein modernes Mietshaus

„Żelazna 54“ entstand auf einem Grundstück zwischen den Straßen Grzybowska und Pereca. Verantwortlich für das Projekt war das Unternehmen Matexi Polska, den Entwurf erstellte das Warschauer Architekturbüro SAAW, und als Generalunternehmer fungierte CFE Polska. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2024 und wurden im April 2026 abgeschlossen. Einen Monat später erhielt das Gebäude die Nutzungsgenehmigung. Von Anfang an suchten die Architekten nach einer Alternative zu einem weiteren, langweiligen Wohnhochhaus mit Glasfassaden. Anstelle dieses typischen Schemas schlugen sie eine zeitgemäße Interpretation eines innerstädtischen Mietshauses mit interessanter Farbgebung vor. Von nicht unerheblicher Bedeutung ist hier die Wiederherstellung der geschlossenen Fassadenzeile der Żelazna-Straße, die ihren früheren städtischen Rhythmus verloren hatte.

141 Wohnungen und ein zur Stadt hin offener Raum

Das Gebäude besteht aus zwei Teilen: Der höhere Teil umfasst neun oberirdische Stockwerke, während der niedrigere Teil mit fünf Stockwerken errichtet wurde, um die Höhe an das benachbarte, aus der Vorkriegszeit stammende Mietshaus anzupassen. Unterirdisch wurden zwei Garagenebenen errichtet. Das Projekt umfasst 141 Wohnungen mit Wohnflächen von 28 bis über 100 m², wobei einige Angebote sogar bis zu 180 m² umfassen. Die Raumhöhe beträgt zwischen 2,8 und 3 Metern, was zu einer besseren Belichtung der Räume und einer geräumigeren Wahrnehmung der Wohnungen führt. Im Erdgeschoss wurden vier Gewerbeflächen mit großen, zur Straße hin ausgerichteten Schaufenstern eingerichtet. Dies ist eine Hommage an die ehemalige Bebauung der Innenstadt, wo Handel und Dienstleistungen, die direkt vom Bürgersteig aus zugänglich waren, zum Alltag der Warschauer gehörten.

Die Żelazna-Straße früher und heute. Foto: Google Maps und Mateusz Markowski/whiteMAD

Eine korallenfarbene Fassade statt Grau

Ein besonderes Merkmal des gesamten Bauprojekts ist natürlich die Fassade. Heutzutage setzt die überwiegende Mehrheit neuer Gebäude auf Weiß und Grau, doch bei der Żelazna 54 hat man sich für warme Korallentöne entschieden. Inspiration für die Architekten war die äußerst reiche Industriegeschichte von Wola sowie deren Backsteingebäude. Gerade diese haben über Jahre hinweg das Erscheinungsbild dieses Teils von Warschau geprägt. Die Fassade des neuen Bauprojekts an der Żelazna wurde aus vorgefertigten Elementen aus farbigem Architekturbeton gefertigt. Zahlreiche Nischen, Absätze und Loggien verleihen der Fassade Tiefe, während durchbrochene Balustraden, Fensterläden und integrierte Begrünung das i-Tüpfelchen dieser Komposition bilden. Im Gebäude wurden kontrastreiche, cremefarbene Fenster- und Türrahmen eingebaut. Bemerkenswert ist auch der zurückgesetzte Eingangsbereich mit einer Karusselltür – eine im Wohnungsbau selten anzutreffende Lösung, die an elegante Stadthäuser und Hotels aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert.

Die Żelazna 54 als Hommage an das alte Warschau

Im zentralen Teil des Grundstücks entstand ein gemütlicher Garten, der ausschließlich den Bewohnern vorbehalten ist. Ergänzt wird er durch eine Dachterrasse, von der aus man einen Blick auf die Umgebung des Rondo Daszyńskiego und das neue Hochhausviertel von Warschau genießen kann. Ebenso viel Aufmerksamkeit wurde den Gemeinschaftsbereichen gewidmet. Dort kamen Materialien zum Einsatz, die an die alten Warschauer Mietshäuser erinnern, darunter Terrazzo in Kombination mit Architekturbeton, Metallelementen und großen Verglasungen. Vor dem Hintergrund der Geschichte der Żelazna-Straße, die einst von einer dichten Bebauung mit Mietshäusern, Werkstätten und Industriebetrieben umgeben war, kann das Projekt als Hommage an diese reiche Vergangenheit verstanden werden.

Entwurf: SAAW

Quelle: SAAW, projektinwestor.pl, architektura.muratorplus.pl

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