Eine spektakuläre Renovierung der Fassade eines Mietshauses in der Targowa-Straße 62 in Warschau wurde gerade abgeschlossen. Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und hat nach dem Krieg viel von seiner früheren Dekoration verloren. Dank der Forschung und der finanziellen Unterstützung durch die Stadt hat die Fassade ihr Aussehen aus der Bauzeit wiedererlangt. Der graue Verputz wurde durch eine neue, präzise rekonstruierte Verkleidung ersetzt und mit Details angereichert. Das Projekt wurde von der Wohnungsbaugesellschaft initiiert, und das Amt für Denkmalschutz gewährte einen Zuschuss.
Targowa-Straße 62 vor der Renovierung
Das Mietshaus wurde im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts als Eigentum von Hersz Grunberg, einem Kaufmann aus Nalewki, errichtet. Es wurde im neugotischen Stil mit reicher Verzierung entworfen. Das Gebäude überstand die Zeit des Zweiten Weltkriegs ohne größere Schäden, war jedoch renovierungsbedürftig. Die damaligen Behörden beschlossen, dass es einfacher wäre, den größten Teil der Verzierungen zu entfernen, als sie zu erhalten. Die gesamte keramische Verkleidung wurde entfernt und auch die meisten anderen dekorativen Elemente an der Fassade wurden beseitigt. In den 1960er Jahren wurde ein Sekundärzementputz auf die Fassade aufgetragen, die Balkone wurden vereinfacht und die Fensterrahmen wurden ersetzt, wodurch das Erscheinungsbild des Gebäudes erheblich verarmte. In diesem Zustand hat es die Jahrzehnte überdauert.

Rekonstruktion des historischen Dekors
Im Jahr 2024 begann die Wohngemeinschaft mit den Vorbereitungen zur Wiederherstellung der Fassade in ihrem früheren Erscheinungsbild. Durch architektonische Untersuchungen und die Analyse von Fragmenten der ursprünglichen Verkleidung konnten die ursprüngliche Farbe und Anordnung der Keramikelemente ermittelt werden. Fotodokumentationen und Vergleiche mit anderen neugotischen Stadthäusern in der Stadt erwiesen sich als sehr hilfreich für die Entwurfsarbeit. Die gesammelten Materialien ermöglichten es, die erforderlichen Genehmigungen vom Restaurator einzuholen. Die Stadt Warschau stellte mehr als 351 000 PLN für die Renovierung zur Verfügung, womit ein Teil der Investitionskosten in Höhe von mehr als 1,5 Millionen PLN gedeckt werden konnte.

Targowa-Straße 62 in Warschau und der Umfang der Arbeiten
Der Umfang der Arbeiten umfasste die Entfernung des Sekundärputzes, die Reinigung und Verstärkung der Wände, die Wiederherstellung der Keramikverkleidung sowie die Restaurierung der Details und des Stucks. Auch die neugotischen Metallarbeiten und die historischen Balkone mit Balustergeländer wurden restauriert. Außerdem wurden die verschlissenen Abdeckungen und Dachrinnen ersetzt, die Fundamente isoliert und die Beschilderung der Erdgeschosswohnungen gesäubert. In den Gemeinschaftsräumen wurden die Fenster ersetzt, einschließlich der Bogenfenster im Dachgeschoss. Die Arbeiten betrafen nicht die Fenster in den Privatwohnungen oder die Schaufenster, für die weitere Mittel benötigt werden. In einer Wohnung wurde die frühere grüne Farbe der Tischlerarbeiten beibehalten, was bei weiteren geplanten Renovierungsarbeiten ein Anhaltspunkt sein könnte.

Praga wird immer schöner!
Die renovierte Fassade in der Targowa-Straße 62 reiht sich ein in die Gruppe der Gebäude in Praga, die in den letzten Jahren eine bedeutende Metamorphose durchlaufen haben. Der Stadtteil kann sich mehrerer wirklich gelungener Renovierungen von Stadthäusern rühmen. Die abgeschlossene Renovierung der Targowa 62 ist ein weiterer Schritt im Rahmen des Imagewandels des rechten Warschauer Ufers.
Quelle: Rathaus Warschau
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Targowa-Straße 62 im Jahr 1941 und vor der Renovierung. Quelle: Beauftragter für Denkmalschutz der Woiwodschaft Masowien und Google Maps
Das Mietshaus bis vor kurzem und jetzt. Quelle: Google Maps und Na zawsze Warszawa/facebook

















