Die Architekten des Büros Dyatlov Studio, das sich mit 3D-Architekturvisualisierungen und Animationen befasst, haben ein sehr gewagtes Konzept für eine geschlossene Wohnsiedlung mit kreisförmigem Grundriss entwickelt. Sie haben es inmitten des italienischen Comer Sees angesiedelt, mit Zugang per Boot über einen Steg. Wie die Autoren betonen, ist die kreisförmige Enklave ihres Entwurfs lediglich ein räumliches und visuelles Experiment, das die Grenzen der Sichtbarkeit, der Privatsphäre und der Integration der Bebauung in die natürliche Umgebung ausloten soll.
Ein gewagtes Konzept von Dyatlov Studio
Die Bebauung der Siedlung ist vom Ufer des Sees aus fast unsichtbar, wodurch sie nicht in das Panorama des malerischen, von Bergen umgebenen Gewässers eingreift. Erst von höheren Aussichtspunkten aus offenbart sie ihre geometrische Ordnung. Hier kommt ein Element der Entdeckung und Überraschung für den Betrachter ins Spiel, denn niemand erwartet, mitten auf einem See so etwas zu sehen. Die Bewohner dieses Wohnkomplexes können hingegen die volle Privatsphäre und Abgeschiedenheit von der Außenwelt genießen. Aus der Perspektive eines Menschen, der sich im Inneren des Komplexes befindet, wirkt der Raum jedoch offen, was den Eindruck vermittelt, sich in einem natürlichen Garten zu befinden.
Eine runde Enklave auf dem Comer See
Die Wohnanlage hat die Form eines breiten Rings mit einer Vertiefung, deren Durchmesser auf mehrere Dutzend Meter geschätzt wird. Den Innenhof füllt ein weitläufiger Park mit weichen Wegen, Baumgruppen und einem kleinen, organisch geformten Wasserbecken. Diese grüne Oase wird von Wohngebäuden umgeben, die sich in einer rhythmischen Abfolge von Segmenten anordnen. Die Häuser bilden eine kompakte, aber abgestufte Fassadenreihe. Terrassenartige Anordnungen, Rücksprünge und Öffnungen verleihen dem Baukörper Tiefe und ermöglichen den Lichteinfall in die Innenräume der Gebäude.

Inspirationen La Muralla Roja
Im Entwurf des kasachischen Büros Dyatlov Studio dominiert das intensive Rot der Gebäudefassaden, das Assoziationen zum Projekt des Ferienresorts Del Sol des Büros Bofill Taller de Arquitectura weckt, das von der ikonischen La Muralla Roja aus den 1960er Jahren inspiriert wurde. Wir haben HIER darüber berichtet. Seine Wände haben eine glatte, fast monolithische Oberfläche, die von rechteckigen Öffnungen und grünen Loggien unterbrochen wird. Auf den Dächern befinden sich Gärten und private Terrassen. Das Ganze wirkt fast wie eine Skulptur.
Eine runde Enklave als Experiment
Das Projekt basiert auf der Idee eines Gleichgewichts zwischen der Präsenz der Bebauung und ihrer visuellen Zurückhaltung. Grünflächen spielen hier eine sehr wichtige Rolle, sie füllen den zentralen Teil der Siedlung aus und dringen über Terrassen und Pflanzkübel in die Häuser ein. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Architektur und Landschaft. Das Konzept fungiert als Studie zur räumlichen Immersion, bei der der Nutzer buchstäblich inmitten der Natur versinkt, obwohl er sich tatsächlich in einer klar definierten, vom Menschen geschaffenen Umgebung befindet.
Quelle: Dyatlov Studio
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