Das Architekturbüro Bardo hat eine stilvolle Wohnung in Barcelona entworfen. Die Wohnung hat eine Fläche von 60 m² und befindet sich in einem der Mietshäuser aus dem 19. Jahrhundert. Inspiration und Ausgangspunkt für das Konzept des Architekten Emiliano Domingo Bárcena war das typisch katalanische „Revoltó“-Gewölbe mit seinen keramischen Bögen. Die Innenausstattung basiert auf einer gedeckten Farbpalette und allgegenwärtigen Rundungen.
Das „Revoltó“ bestimmt den Rhythmus des gesamten Innenraums
Bárcena begann damit, einige Wände zu entfernen, was die Wahrnehmung des Wohnraums völlig veränderte und ihn deutlich öffnete. Dabei gelang es, die ursprünglichen Elemente des Gebäudes hervorzuheben. Das Herzstück des Entwurfs ist das für die katalanische Architektur des 19. Jahrhunderts typische Revoltó-Gewölbe. Gerade dessen Rhythmus und Geometrie inspirierten den Architekten zur Schaffung weicher, abgerundeter Formen. Der große Einbauschrank greift dieses historische Gewölbemuster auf und geht nahtlos in das Bett über. Im Innenraum dominieren Cremetöne, Naturholz und zarte Stoffe, während eine kräftigere Farbe ausschließlich an der Decke zum Einsatz kommt. Durch diesen Ansatz spielen die historischen Elemente hier die Hauptrolle, ganz im Sinne der Absicht des Architekten.
Stilvolle Wohnung in Barcelona
Nach dem Umbau hat sich die Wohnung in eine Abfolge miteinander verschmelzender Bereiche verwandelt. Spiegel reflektieren das Tageslicht, vergrößern die Räume optisch und verstärken die Beziehungen zwischen ihnen. Im Wohnzimmer befinden sich ein vom Studio Bardo entworfener Esstisch, der Sessel „Moon“ von Pietro Arosio, ein Couchtisch von Philippe Starck, die Tischlampe „Calder“ von Metalarte sowie der Aschenbecher „4641“ von Kartell. Ergänzt wird dieses Ensemble durch Stühle im Starck-Stil aus den 80er Jahren, ein Vintage-Gemälde, Vasen von Jaime Hayón, die auf dem Regal über dem Sofa stehen, sowie eine Kanne von Emily Moss von RS Barcelona. An der Kücheninsel kann man sich hingegen auf den kultigen Spaghetti-Hocker setzen, während die Fronten der Schränke aus geriffeltem Holz gefertigt sind. Ihre Struktur bildet einen Kontrast zur neutralen Farbgebung der Wohnung, während der große Spiegel in rauchfarbener Ausführung das Raumgefühl zusätzlich verstärkt.

Ankleidezimmer, Schlafzimmer und Bögen
Das Motiv des bereits berühmten Bogens kehrt im Ankleidezimmer wieder, dessen abgerundete Fassade diesem Teil der Wohnung Charakter verleiht. Hier finden sich der Hocker „Dúplex“ nach einem Entwurf von Javier Mariscal sowie bunte Kerzen der Marke Pampa Studio. Das Schlafzimmer ist durch eine gebogene Glastrennwand vom Wohnbereich getrennt. Es gibt hier keine klare Grenze – diese wurde durch einen subtilen Übergang ersetzt, der Privatsphäre gewährleistet und gleichzeitig den Blickkontakt zum Rest des Interieurs aufrechterhält. Die Einrichtung wird ergänzt durch den Stuhl „Wendy Wright“ von Philippe Starck, eine Leucos-Lampe aus den 80er Jahren von Murano sowie im Lesebereich eine Tischlampe „Topuro“ der Marke Parachilna.
Eine Wohnung in Barcelona mit einem gelben Badezimmer
Der einzige Raum ohne Revoltó-Gewölbe ist das Badezimmer, weshalb sich der Architekt entschied, hier von den im Rest der Wohnung vorherrschenden Farben abzuweichen. Wände und Decke wurden mit leuchtend gelben Fliesen verkleidet, wobei jedoch die Rundungen in den Spiegeln sowie an den Übergängen zwischen Wänden, Decke und Boden subtil eingearbeitet wurden. Das i-Tüpfelchen ist ein Blumenarrangement von Simón Odintsov.
Emiliano Domingo Bárcena hat eine Wohnung geschaffen, in der die historische Bausubstanz in den Vordergrund tritt und in eine zeitgenössische Designsprache übersetzt wurde.
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Über das Studio
Hinter dem Projekt steht das Madrider StudioBardo, das 2021 vom ArchitektenEmiliano Domingo Bárcena, einem Absolventen der Technischen Universität Madrid, gegründet wurde. Das Studio befasst sich mit Architektur, Innenarchitektur und Möbeldesign und nutzt dabei die Geometrie als grundlegendes Gestaltungsmittel. Domingo legt großen Wert auf die Ausarbeitung der Details und die strenge Überwachung der Arbeiten, wodurch er aktiv an der Umsetzung seiner Konzepte mitwirken kann.
Projekt: Bardo (Emiliano Domingo Bárcena)
Fotograf: Germán Sáiz
Mitarbeit: Elisa Vegue
Styling: Ismael López Portilla
Jahr: 2025
Fläche: 60 m²
Lage: Gràcia, Barcelona
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