Eine Wohnung im Nikiszowiec-Viertel von Katowice. Sie ist ein Raum für Kunstsammler

Nikiszowiec ist eine der charakteristischsten Arbeitersiedlungen in Schlesien. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Arbeiter des Bergwerks „Giesche“ erbaut und zeichnet sich bis heute durch ihre einzigartige Atmosphäre mit Backsteinfassaden, rhythmischen Anordnungen von Fenstern in roten Nischen und Arkadengängen aus. Diese einzigartige Atmosphäre zieht seit Jahren Künstler und Architekturliebhaber an. Eines der jüngsten Projekte von Mat Kubaj ist eine Wohnung in Nikiszowiec. Sie wurde in einem historischen Gebäude der Stadt eingerichtet, um die Funktion eines privaten Wohnraums mit der einer Kunst- und Designgalerie zu verbinden.

Dem Innenarchitekten Mat Kubaj ist es gelungen, in dieser mehr als 120 Quadratmeter großen Wohnung einen Raum zu schaffen, in dem typische Klassiker auf die Moderne treffen und Objekte mit Geschichte in Symbiose mit Werken zeitgenössischer Künstler funktionieren. Große Fenster, die an mehreren Seiten der Wohnung angeordnet sind, sorgen für den größten Teil des Tages für natürliches Licht, wodurch die Möbel und die Kunst, die die Eigentümer schätzen, perfekt in Szene gesetzt werden können. Das Holz wurde durch neues, klassisches Holz ersetzt, und zwar in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Denkmalschutzbeauftragten, da Nikiszowiec im Denkmalschutzregister eingetragen ist.

Die Böden aus hellen, natürlichen Dielen erinnern an schlesische Interieurs von vor einem Jahrhundert und verleihen dem Raum Leichtigkeit, während die weißen Wände den perfekten Hintergrund für die anspruchsvolle Einrichtung bilden. Zur Wohnung gehören ein originaler Wassily-Sessel von Marcel Breuer, ein Marmortisch aus den 1980er Jahren und ein antikes Art-déco-Buffet aus den 1930er Jahren, das in Krakau hergestellt wurde. Manne. Eines der einzigartigeren Möbelstücke ist eine Bar aus den 1920er Jahren, die auf einer französischen Auktion erworben wurde. Das Interieur wird auch durch dekorative Gegenstände bereichert, wie etwa Keramik aus den 1960er Jahren, die von Wiesława Gołajewska in Pruszków entworfen wurde. Zu den Kunstwerken gehören auch Gemälde und Skulpturen zeitgenössischer Künstler, darunter Werke von Iwona Kobryń, Marcin Kozłowski, Monika Dąbrowska-Picewicz oder dem Innenarchitekten selbst, der hier seine eigene mit Tinte gemalte Abstraktion präsentiert.

Der Wohnraum ist in mehrere funktionale Zonen aufgeteilt. In einer von ihnen steht ein schwarzes Klavier von W. Hoffmann. Tief im Inneren der Wohnung befindet sich ein Arbeitszimmer mit einer Bibliothek, die durch eine Falttür abgetrennt ist. Der Charakter dieser Einrichtung wird durch Elemente bestimmt, die vom Space-Age- und Op-Art-Stil inspiriert sind, wie die Carl Nason-Lampe für Mazzega oder das mit dem Stoff Kirkby Design bezogene Sofa Kovona. Ergänzt wird das Ganze durch eine Fayence-Kollektion von Wloclawek. Das Schlafzimmer ist in gedeckten Farben gehalten, wobei Leinen in Naturtönen überwiegt. Der künstlerische Akzent dieser Einrichtung ist die Metallskulptur „Identity“ von Karol Wycisk. Auf dem Nachttisch befindet sich eine italienische Madre-Lampe von Foscarini.

Im Esszimmer stehen ein Tisch aus den 1930er Jahren und moderne Stühle aus der Mitte der 1960er Jahre nebeneinander; darüber hängt eine orangefarbene MyLight Chouchin-Lampe von Foscarini, die farblich mit einem von Lucyna Pijaczewska in den 1970er Jahren entworfenen Glaskompott-Set korrespondiert. Auf dem Beistelltisch steht ein französisches Christofle Gallia Service aus den 1920er Jahren. Der Flur ist mit Metallformen von Oskar Zięta – Tafla C 4.5 und Kamyki Inox – dekoriert, die von der von Grzegorz Hasik entworfenen Lampe „Aurora“ begleitet werden.

Die von Mat Kubaj entworfene Wohnung in Nikiszowiec verbindet das Erbe des historischen Ortes mit den individuellen Vorlieben der Eigentümer. Der Raum ist gleichzeitig funktional, persönlich und voller Verweise auf die Kunst- und Designgeschichte und passt zum Charakter von Nikiszowiec als einem Viertel, das immer mehr zur Kulisse für bewusste und mutige Einrichtungsprojekte wird. Mehr über dieses historische und äußerst interessante Anwesen haben wir HIER geschrieben.

Entwurf: Mat Kubaj(instagram)
Fotos: ONI Studio

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