Im Posener Stadtteil Marcelin, in der Nähe eines Waldes, entstand eine Wohnung, die für ein junges Paar entworfen wurde, das ein Kind erwartet. Paweł Danielak vom Studio Danielak hat einen Raum geschaffen, der den städtischen Kontext mit der ruhigen Atmosphäre eines Zuhauses verbindet. Erdtöne, natürliche Materialien und sanftes Licht bilden die Grundlage, und das Ganze wurde als sicherer, ruhiger Ort zum Leben konzipiert.
Schon zu Beginn der Zusammenarbeit zeigte sich, dass die ästhetische Intuition der Bauherren und des Designers in dieselbe Richtung geht. Gemeinsames Ziel war die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Funktion und emotionaler Wahrnehmung, Einfachheit und Wärme, Licht und Materie. Das Projekt entwickelte sich reibungslos, in einer Atmosphäre des Vertrauens und des aufmerksamen Austauschs.
Das Spiel des Lichts
Der ursprünglich vom Bauträger vorgeschlagene Grundriss nutzte das Potenzial der 86 Quadratmeter großen Eckwohnung nicht aus. Die entscheidende Maßnahme war der Abriss einer Wand, wodurch der Innenraum geöffnet und fließende Übergänge zwischen den Bereichen geschaffen werden konnten. So entstand ein fast 40 Quadratmeter großer Wohnbereich, hell und luftig, in dem das Licht ungehindert über die Flächen wandert und deren Form und Proportionen unterstreicht.
Gerade das Licht wurde zu einem der wichtigsten Elemente des Entwurfs. Tagsüber gleitet es sanft über die durchbrochenen Vorhänge und erzeugt subtile Reflexe an den Wänden. Es verändert den Charakter des Raumes je nach Tageszeit, schafft Atmosphäre und betont die Texturen.
Materialien, die beruhigen
Der Architekt setzte auf natürliche, ruhige Materialien. Der matte Mikrozement auf dem Boden sorgte für Einheitlichkeit und optische Leichtigkeit, und seine fugenlose Oberfläche wurde zum neutralen Hintergrund für die Holzeinbauten. Die Wände wurden mit Strukturfarbe versehen, deren zarte Struktur auf das Licht reagiert und dem Innenraum Tiefe verleiht. Die Kombination aus glattem Mikrozement und subtil rauen Oberflächen verlieh dem Raum einen sinnlichen, fast taktilen Charakter.

Im Wohnbereich
Im Zentrum des Wohnbereichs hängt eine skulpturale Komposition aus Glasfaserlampen der Marke Tacchini. Sie wurden über einem Tisch mit weichen, geschwungenen Linien platziert, der in einer spanischen Manufaktur gefertigt und mit Mikrozement veredelt wurde. Die solide Form des Tisches gleicht die Ätherizität der Beleuchtung aus, und die leicht versetzt zueinander angeordneten Leuchtenkörper erzeugen ein wechselhaftes Spiel aus Licht und Schatten.
Das Interieur wird durch ein Werk von Marta Rószczka ergänzt, das auf individuelle Bestellung angefertigt und an die Farbpalette der Wohnung angepasst wurde. Die von der Tischlerei Dęborzyce gefertigten Holzdetails verleihen dem Raum Authentizität und handwerkliche Präzision und unterstreichen die Qualität der verwendeten Materialien.
Vom Flur aus führt die Hauptsichtachse auf die Kücheninsel, die mit Quarzkomposit mit einer leicht rauen Struktur verkleidet ist. Dies ist der Ort der täglichen Begegnungen: für den Morgenkaffee, kurze Gespräche und das Beobachten des Nachmittagslichts, das sich auf der Arbeitsplatte spiegelt.
Form und Funktion
Das Projekt basiert auf Disziplin, die sich sowohl in der Ästhetik als auch in der Funktionalität widerspiegelt. Die Klima- und Lüftungsanlagen wurden ebenso wie die Haushaltsgeräte in die Einbauten integriert. Schränke und Stauräume wurden als integrale Bestandteile der Architektur konzipiert, wodurch der Raum aufgeräumt und ruhig wirkt.

Privater Bereich
Der Schlafbereich wurde als klar vom dynamischeren Wohnbereich getrennte Zone konzipiert. Das Schlafzimmer ist in warmen Beige- und Sandtönen gehalten, die zur Entspannung beitragen. Ein weicher Teppichboden erhöht den Komfort, und hinter der Glastür befindet sich das Hauptbadezimmer, das sich in der Materialauswahl harmonisch in den Rest der Wohnung einfügt.
Im Eingangsbereich zieht eine Komposition aus Naturholz und geriffelten Fliesen die Blicke auf sich, ergänzt durch Beleuchtung der Marke Aromas und einen runden Spiegel. In der Nische wurde eine geräumige Dusche mit bequemem Sitz entworfen, die die Sorgfalt für den täglichen Komfort der Bewohner unterstreicht.
Das Studio Danielak hat ein Interieur geschaffen, das auf bewusst gewählten Proportionen, Materialien und Licht basiert. Hier gibt es keine auffälligen, einmaligen Lösungen – stattdessen herrschen Konsequenz, Achtsamkeit und das Streben nach zeitloser Qualität. Die Wohnung, eingebettet in das Grün des nahegelegenen Waldes und geprägt von einer natürlichen Farbpalette, wird zum ruhigen Hintergrund des Alltags. Dieser Ansatz entspricht der Philosophie des Studios, bei der Kontext, Materialkohärenz und die Sorge um das Nutzererlebnis im Mittelpunkt stehen.
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Über den Architekten:
Paweł Danielak, Gründer des Büros, ist Absolvent der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Posen, die er mit Auszeichnung abschloss. Seine Masterarbeit verfasste er unter der Leitung von Arch. Marian Fikus. Er sammelte Erfahrungen in renommierten polnischen Büros, darunter PL.architekci, CDF Architekci und NMS Architekci. Er ist Preisträger von über zwanzig Auszeichnungen, die in Polen und im Ausland verliehen wurden.
In seiner Arbeit konzentriert er sich auf die Gestaltung von Räumen, die auf natürlichem Licht, einer sorgfältig ausgewählten Farbpalette und einer minimalistischen Form basieren. Seine von der Natur inspirierten und auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichteten Entwürfe zeichnen sich durch elegante Schlichtheit sowie das Streben nach Ausgewogenheit und Ruhe aus.
Entwurf: Studio Danielak
Fotos: Migdał Studio
Bild: Marta Rószczka
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