Die rund 100 m² große Wohnung im Posener Stadtteil Jeżyce ist ein Beispiel für ein Projekt, bei dem Funktionalität und bewusste gestalterische Entscheidungen mit einer ausgewogenen Ästhetik einhergehen. Der vom Studio Nuut entworfene Raum wurde für ein Paar mit einem kleinen Kind konzipiert, das von Anfang an wusste, wie es wohnen möchte und welche Lösungen es benötigt, um einen komfortablen Lebensraum zu schaffen.
Das wichtigste Ziel des Projekts war die Schaffung eines offenen Wohnbereichs, eines Ortes, der auf natürliche Weise das gemeinsame Verbringen von Zeit fördert. Die Designerinnen haben den vom Bauträger vorgeschlagenen Grundriss umgestaltet, um die Fläche besser zu nutzen und eine fließende Verbindung zwischen Küche, Esszimmer und Wohnzimmer zu ermöglichen. Den Eigentümern war jedoch mehr als nur ein klassischer Gemeinschaftsraum wichtig. Sie baten darum, einen zusätzlichen Raum abzutrennen, der von der Küche aus zugänglich, für Gäste jedoch nicht sichtbar ist. Dieser versteckte Rückzugsbereich dient als Büro, Mini-Fitnessraum und Ort zur Ausübung von Hobbys. Die Versteckung dieses Raums erhöht den Wohnkomfort, ohne die Komposition des Interieurs zu stören.
In der Wohnung wurden drei Schlafzimmer sowie ein begehbarer Kleiderschrank in der Nähe eines der Schlafzimmer entworfen. Der beidseitige Zugang (vom Flur und gegenüber dem Schlafzimmer) erleichtert die tägliche Nutzung, und die durchdachte Anordnung ermöglicht die Aufbewahrung einer großen Menge an Kleidung. An der dritten Wand des Kleiderschranks, direkt am Eingang der Wohnung, ist Platz für ein Fahrrad vorgesehen. Zusätzlich wird der Flur durch einen großen Spiegel ergänzt.

Eine der anspruchsvollsten Phasen war die Küche. Ihre endgültige Gestaltung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit dreier unabhängiger Teams: Tischler, Steinmetze für die Arbeitsplatte und Spezialisten für Sonderverglasungen. Eine präzise Koordination der Arbeiten war entscheidend, um ein einheitliches Ergebnis zu erzielen und die hohe Qualität der Details zu gewährleisten. Dadurch wurde die Küche nicht nur zum Mittelpunkt des häuslichen Lebens, sondern auch zu einem technisch ausgefeilten Element des gesamten Projekts.
Die Ästhetik des Interieurs ergibt sich aus der Verbindung zweier unterschiedlicher Vorlieben. Die Eigentümerin tendiert zu hellen, luftigen Räumen, während der Eigentümer dunklere Farbtöne bevorzugt. Die Designerinnen haben diese Erwartungen miteinander in Einklang gebracht, indem sie abwechslungsreiche Farben, Strukturen und Elemente mit weniger formellem Charakter einbrachten.
Im Gemeinschaftsbad dominiert ein ausdrucksstarkes Design, während das private Badezimmer zum Hauptschlafzimmer in einer gedämpften, dunkleren Farbpalette gehalten ist, die eher dem Geschmack des Hausherrn entspricht. In der gesamten Wohnung kehrt ein Blauton immer wieder, der die Komposition strukturiert und ihr einen unverwechselbaren Akzent verleiht.

Die Wohnung im Stadtteil Jeżyce in Posen berücksichtigt auch Lösungen, die sich aus den alltäglichen Bedürfnissen ergeben. Es wurde ein separater Raum für Waschmaschine und Trockner abgetrennt, Platz für ein Fahrrad vorgesehen und in den Einbauten Stauraum für Katzentoiletten und Fressnäpfe versteckt. Die für Möbel und Vorhänge verwendeten Stoffe wurden unter Berücksichtigung der Anwesenheit der Katze ausgewählt (sie sind reißfest und pflegeleicht, wodurch die Ästhetik gewahrt bleibt, ohne auf Praktikabilität zu verzichten).
Das Projekt des Ateliers Nuut zeigt, dass eine gut durchdachte Raumgestaltung die Bedürfnisse aller Hausbewohner vereinen kann, ohne dabei den individuellen Charakter zu verlieren. Diese Wohnung ist ein Beispiel dafür, wie bewusste Gestaltungsentscheidungen und eine konsequent umgesetzte Ästhetik zu einem Raum führen, der im täglichen Gebrauch funktioniert und optisch stimmig bleibt.
Entwurf: Kasia Frankowska und Ania Maj /Nuut
Fotos: Hanna Połczyńska / kroniki
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