Mieszkanie w kamienicy

Eine Wohnung in einem Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert ist ein NoNo Studio-Projekt

Die Wohnung im Mietshaus von Karolina Rzeszut von NoNo Studio ist das Ergebnis ihrer bewussten Arbeit mit dem Denkmal aus dem späten 19. Jahrhundert, die unter der Aufsicht des Restaurators und in enger Zusammenarbeit mit dem Investor durchgeführt wurde. Der gesamte Prozess begann bereits vor dem Kauf der Räumlichkeiten und ging von Anfang an davon aus, das Potenzial des historischen Interieurs optimal zu nutzen.

Wohnen in einem Mietshaus – Standortwahl

Das Mietshaus aus dem Jahr 1890 befindet sich in einem intensiv sanierten Teil von Danzig, nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Der Investor vertraute das Projekt zum zweiten Mal demselben Studio an, und dieses Mal umfasste der Arbeitsumfang eine umfassende Renovierung der zuvor als Sozialwohnung genutzten Räumlichkeiten. Der Architekt war an der Auswahl des Objekts beteiligt, analysierte mehrere Angebote und konzentrierte sich konsequent auf Gebäude mit Geschichte. Bereits bei der ersten Besichtigung wurde deutlich, dass das ausgewählte Objekt über ein außergewöhnliches Potenzial verfügt.

Stärken der alten Architektur

Der Wert der Wohnung wurde durch die vielen Originalelemente bestimmt, die im Gebäude erhalten geblieben sind. Das Treppenhaus mit seinen Mosaiken und dekorativen Stuckarbeiten ist sehr beeindruckend. Im Inneren der Wohnung fallen die hohen Fenster, der verglaste Erker und die Spuren der ehemaligen Doppeltüren auf, die auf die ursprüngliche Anordnung des Amphitheaters hinweisen. Von großer Bedeutung waren auch die Lichtführung in den Räumen und der Blick auf die Nachbargebäude. Das Panorama jenseits der Fenster wurde zum Ausgangspunkt für weitere Gestaltungsentscheidungen.

Renovierung einer Wohnung in einem Stadthaus

Von Anfang an war man sich einig, dass sich der Entwurf auf die historische Umgebung der Straße und die Architektur des Stadthauses beziehen sollte. Die an den Fassaden der Nachbargebäude sichtbaren Motive fanden im Inneren ihren Widerhall und schufen so eine Fortsetzung des Stadtbildes. Die verwendeten Lösungen reproduzieren die alten Formen nicht direkt, sondern interpretieren sie auf ausgewogene Weise. Reproduzierte Fenster- und Türschreinerarbeiten, dekorative Wandleisten, Fischgrät-Eichenböden, feine Fliesenformate und Opalglas in der Beleuchtung schaffen eine Atmosphäre, die in der Geschichte verwurzelt ist, ohne allzu wörtlich genommen zu werden. Die Wiederholung geometrischer Motive spielt auf die seit der Antike bekannten klassischen Proportionen an.

Mieszkanie w kamienicy

Mietwohnung und neue funktionale Aufteilung

Eine wichtige Überlegung war die Neuordnung des Wohnungsgrundrisses. Die Wiedereinführung der Amphilade verbesserte die Luftzirkulation, die Innenbeleuchtung und den Komfort bei der täglichen Nutzung. Gleichzeitig entschied man sich für eine Vergrößerung des Badezimmers. Es wurde in die ehemalige Küche verlegt und erhielt so Zugang zum Tageslicht. Anstelle des bisherigen engen Sanitärraums wurde ein Kleiderschrank eingeplant. Die Küchenzeile befindet sich im Essbereich mit Erker, was natürlich die gemeinschaftlichen Funktionen fördert.

Farben und Materialien

Das stilistische Konzept, das von der Ästhetik des Art déco und des Modernismus inspiriert ist, reifte im Laufe der Projektentwicklung. Die gestalterische Freiheit führte zu kühnen Kombinationen von Farben und Formen. Eine Farbpalette, die auf Kastanienbraun, Terrakotta und Ocker basiert, wurde durch Akzente in Kobalt und Blau aufgelockert. Diese Farbwahl war von praktischer Bedeutung, da die nach Norden ausgerichtete Wohnung visuell erwärmt werden sollte. Das natürliche Licht verstärkt die Intensität der Farben, und die Leinenvorhänge mit Ombre-Effekt filtern sie auf subtile Weise. Außerdem wurden hier hochwertige Materialien verwendet, darunter Holz, Stein, Messing, Stahl sowie feine Stoffe und Ornamentglas. Die Gestaltung umfasst auch Realisierungen polnischer Designmarken.

Kunst und andere Details

Kunstwerke und Objekte des individuellen Ausdrucks wurden zu einem integralen Bestandteil der Einrichtung. Im Esszimmer hängt ein Gemälde von Piotr Kachny und im Wohnzimmer ein Werk von Jonasz Koperkiewicz in intensiven Kobalttönen. Neben den zeitgenössischen Möbeln finden sich auch Fundstücke von Antiquitätenmärkten und Glas aus polnischen Glashütten. Die Aufmerksamkeit wird auch auf nützliche Details wie organische Möbelgriffe und einen unregelmäßig geformten Teppich gelenkt.

Keramiken der Autorin Karolina Rzeszut

Für das Projekt wurde auch eine originelle Keramikkollektion von Karolina Rzeszut entworfen. Besonders hervorzuheben ist die zylindrische Vase Ubique in einem Farbton, der von der mit Kobaltoxid gefärbten delphischen Keramik inspiriert ist. Der erfolgreiche Prototyp gab den Anstoß für die Entwicklung der gesamten Serie, die auch in die nachfolgenden Projekte des Studios einfloss.

Wohnung in einem Mietshaus in Gdansk

Die Arbeit an diesem Interieur erwies sich als eine anspruchsvolle, aber auch inspirierende Erfahrung. Das Vertrauen des Investors ermöglichte eine kohärente räumliche Erzählung und die Schaffung einer Wohnung, die eine Geschichte erzählt, die auf dem Ort, der Architektur und individuellen Entscheidungen für eine neue Ästhetik beruht.

Innenarchitektur: Karolina Rzeszut, NoNo Studio
Standort: Gdańsk
Fläche: 85 Quadratmeter.
Fotografie: Martyna Soul Studio