Eine Wohnung in Krakau von Furora Studio. Wie schön es hier ist!

Es gibt Innenräume, die vom ersten Moment an beeindrucken wollen. Hier sollte es anders sein – die Aufmerksamkeit schrittweise auf sich ziehen und den Charakter erst nach und nach offenbaren. Die Wohnung wurde für ein junges Paar entworfen, das zwei französische Bulldoggen hat. Beide arbeiten im Homeoffice und verbringen einen Großteil des Jahres außerhalb Polens. Reisen sind ein wichtiger Teil ihres Lebens – sie bringen von ihren Reisen nicht nur Erinnerungen, sondern auch Inspirationen mit: architektonische Details, interessante Materialien, Gegenstände, die sie auf lokalen Märkten gefunden haben, oder Details, die ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind. Ihnen war es wichtig, einen Ort zu schaffen, der ihr fester Bezugspunkt sein würde. Einen Raum, zu dem man nicht nur physisch, sondern auch emotional zurückkehren kann.

Der ursprüngliche Grundriss der Wohnung bot große Möglichkeiten, erforderte jedoch eine grundlegende Umgestaltung. Die Räumlichkeiten wurden fast vollständig umgebaut – um die Proportionen zu verbessern, das Licht besser zu nutzen und einen natürlicheren Übergang zwischen den einzelnen Bereichen des Interieurs zu schaffen. Von Anfang an stand nicht die Anzahl der eingesetzten Lösungen im Vordergrund, sondern deren Konsequenz und gegenseitige Verknüpfung.

Anstelle eines auf spektakulären Effekten basierenden Interieurs interessierten sich die Gestalter für einen Raum, dessen Reiz sich erst mit der Zeit offenbart. Einen Raum, der keine überflüssigen Ausdrucksmittel benötigt, da seine Stärke aus der richtigen Kombination von Materialien, Licht und Proportionen resultiert.

„Ein auf Effekten basierendes Interieur hat uns nicht interessiert. Viel näher lag uns der Gedanke an einen Raum, der mit der Zeit immer interessanter wird. Ein Raum, der keine vielen Ausdrucksmittel benötigt, da sein Charakter aus dem Zusammenspiel von Materialien, Licht und Proportionen entsteht.“ – erklären Diana und Gutek

Die Architektur dieser Wohnung geht somit über die traditionell verstandenen Wände hinaus. Die einzelnen Ebenen gehen fließend ineinander über und lenken den Blick tief in das Innere des Raums. Das Nussbaumfurnier beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Küche – es geht fließend in die nachfolgenden Räume über und bildet so ein visuell einheitliches Ganzes. Nischen, Absätze und Knicke wurden bewusst in den Entwurf integriert, um ihm Rhythmus zu verleihen und dafür zu sorgen, dass jede weitere Perspektive den Innenraum aus einem etwas anderen Blickwinkel zeigt. Anstelle einer einzigen dominierenden Ansicht entsteht eine Abfolge von aufeinanderfolgenden Erlebnissen.

Auch die Kombination der Materialien spielt hier eine wesentliche Rolle. Von Anfang an wurden sie als eines der wichtigsten Elemente des Entwurfs betrachtet. Nussbaum verleiht dem Raum Wärme und Weichheit, während gebürsteter Edelstahl Präzision und einen zeitgenössischeren Akzent einbringt. Die Materialien konkurrieren nicht miteinander – im Gegenteil, sie unterstreichen gegenseitig ihre Eigenschaften. Der so entstehende Kontrast ist ausgeprägt, bleibt aber subtil.

Vielfalt zeigt sich auch in der Verwendung von Stein. Anstatt alle Räume zu vereinheitlichen, haben wir uns dafür entschieden, der Küche, den Bädern und dem Kaminportal durch den Einsatz verschiedener Steinarten einen eigenständigen Charakter zu verleihen. Dabei spielt nicht nur die Maserung des Steins eine Rolle, sondern auch die Art seiner Oberflächenbehandlung. Matte, gebürstete und polierte Oberflächen reagieren unterschiedlich auf Licht, wodurch sich das Erscheinungsbild des Innenraums je nach Tageszeit verändert.

„Die meisten Möbel wurden individuell für diese konkrete Wohnung entworfen. Wir haben sie nicht nur als Ausstattung betrachtet, sondern als integralen Bestandteil der Architektur. Ihre Proportionen, sanften Rundungen und Details wurden der Geometrie des Innenraums untergeordnet. Dadurch wird die Grenze zwischen Möbeln und Einbauelementen fast unsichtbar“, fügen sie hinzu.

Das wichtigste Ziel war jedoch, einen Ort zu schaffen, der Ruhe ausstrahlt und nicht durch seine Präsenz überfordert. Ein Interieur, in dem kein Element um Aufmerksamkeit buhlt, in dem aber gleichzeitig jedes Element durchdacht ist und seine Daseinsberechtigung hat. Die besten Räume müssen schließlich nicht vom ersten Moment an beeindrucken. Ihr Wert liegt darin, dass sie uns langfristig begleiten und uns jeden Tag etwas Neues entdecken lassen.

ENTWURF: Diana Żurek, Gutek Girek / Furora Studio / https://furora.studio
FLÄCHE: 80 m²
STANDORT: Krakau
FOTOS: ONI Studio / https://oni.com.pl/

Über das Studio:
Furora Studio – Ein eigenständiges Designstudio unter der Leitung der Architekten Diana Żurek und Gutek Girek. In unserem Studio versuchen wir, komfortable, aber nicht selbstverständliche Räume zu schaffen – mit einem Augenzwinkern. Basierend auf einer Kombination aus klassischen Lösungen, moderner Zurückhaltung und einem Hauch von Verspieltheit erschaffen wir geschmackvolle Illusionen. Wir streben nach gesunder Einzigartigkeit und setzen auf ausdrucksstarke, mutige Ideen, die den Innenräumen einen persönlichen Charakter und eine zeitlose Dimension verleihen. Unsere Palette besteht aus Kunst, Authentizität und einer Mischung verschiedener architektonischer Stile, die wir bis ins kleinste Detail umsetzen – dabei orientieren wir uns nicht an Trends, sondern an den Bedürfnissen und Empfindungen unserer Auftraggeber. In unseren Entwürfen greifen wir auf ungewöhnliche Formen, Strukturen und Farben zurück, mit denen wir die von uns gestalteten Flächen und Möbel ausstatten. Wir legen Wert darauf, dass jedes Einrichtungselement einzigartig ist – ohne auf vorgefertigte Lösungen zurückzugreifen, sondern durch die Auseinandersetzung mit edlen Dekorationen und stimmigen Akzenten der hergestellten Objekte. Das Ganze wird zu einem fließenden, ganzheitlichen Raum. Mehr über das Atelier erfahren Sie hier: https://furora.studio

Über die Entwürfe und Projekte von Diana und Bartosz haben wir bereits mehrfach berichtet. Nachfolgend finden Sie einige Artikel zu ihrer Arbeit:

EIN VOM BAUHAUS INSPIRIERTER INNENRAUM

EINE WOHNUNG IM RETRO-STIL IN EINEM KRAKAUER MEHRFAMILIENHAUS 

DIE INNENEINRICHTUNG EINES HAUSES IN KLEINPOLEN. 

EINZIMMERWOHNUNG IN KRAKAU 

Lesen Sie auch: Wohnung | Innenräume | Details | Eklektizismus | Wissenswertes | whiteMAD auf Instagram