In der Nachkriegsgeschichte Warschaus nimmt das Gebäude an der Tamka-Straße einen besonderen Platz ein. Es wurde von Alfred Przybylski und Leszek Klajner entworfen und gehörte zu den ersten Gebäuden, die nach 1945 komplett neu errichtet wurden; über Jahre hinweg war es nach dem Palast der Kultur und Wissenschaft der höchste Punkt der Stadt. Genau hier, auf einer der obersten Etagen, befindet sich ein 45 m² großes Apartment mit Blick auf die alten Mietshäuser und das Panorama der neuen Hochhäuser – ein Raum, der sich sowohl als Herausforderung als auch als Chance erwies, eine Wohnung mit außergewöhnlicher Funktionalität zu schaffen.
Das Projekt begann im Mai 2025 und sah von Anfang an die Schaffung eines vollständigen Funktionsprogramms auf kleiner Fläche vor. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad mussten bequem und logisch nebeneinander existieren und gleichzeitig den baulichen Einschränkungen des Gebäudes aus den späten 1950er Jahren gerecht werden. Bereits die ersten Aufbrüche zeigten, dass die Wände, die auf den Grundrissen wie Trennwände aussahen, in sich Balken verbargen, die die Stützen verbanden, was die Umgestaltungsmöglichkeiten erheblich einschränkte.
Schwierige Raumaufteilung und noch schwierigere Konstruktion
Jede Bauphase brachte neue Überraschungen zutage. Die 1958 verwendeten Materialien waren so minderwertig, dass sich einige Elemente in den Händen auflösten. Die im September 2025 begonnene Renovierung entwickelte sich schnell zu einem Totalumbau. Selbst der Parkettboden, den Architektinnen normalerweise zu retten versuchen, war nicht mehr zu sanieren – ein Teil der Dielen war beschädigt, ein anderer Teil an der Decke festgeklebt. Letztendlich musste der Bodenbelag entfernt und neu entworfen werden.
Lichtspiel
Die Wohnung hat nur zwei Fenster – eines im Wohnzimmer, das andere im Schlafzimmer –, daher war es entscheidend, den Innenraum so hell wie möglich zu gestalten. Die ungewöhnliche Anordnung der Schornsteine zwang dazu, die Küche zwischen Bad und Schlafzimmer zu platzieren, was sie zu einem Mangel an Tageslicht verdammt hätte. Die Lösung war eine Glaswand, die einen freien Lichtfluss zwischen den Räumen ermöglicht. Die Bauherren, die einen ähnlichen Tagesablauf haben, akzeptierten diese Lösung ohne Bedenken hinsichtlich des Komforts.
Farbe fand ihren Weg an die Wände der Küche und an die Decke. Diese Entscheidung stieß zunächst auf Zweifel, doch die Muster – die bei weniger offensichtlichen Kombinationen immer zum Einsatz kommen – überzeugten die Eigentümer. Das Endergebnis bestätigte die Richtigkeit dieses mutigen Entwurfs.
Neue Materialien, Kunst und Details
Im Wohnzimmer befand sich ursprünglich eine furnierte Wandverkleidung, die fast seit Beginn des Bestehens der Wohnung vorhanden war. Ihr technischer Zustand ließ jedoch keine Renovierung zu, weshalb eine neue Verkleidung angefertigt wurde, die den Charakter des Originals originalgetreu nachbildet. Im Raum fanden zudem Werke von Jerzy Zajączkowski und Agnieszka Apoznańska ihren Platz, deren Schaffen gut mit dem Charakter der Wohnung harmoniert.

Die Tapete verleiht dem Schlafzimmer eine warme Atmosphäre und gleicht die Glaswand aus, während sie im Badezimmer dem Raum Ausdruckskraft verleiht. Die Materialien wurden mit großer Sorgfalt ausgewählt: Küchenschränke aus Egger-Platten in Blau und Holzoptik, Arbeitsplatten von Technistone, Fliesen von 41ZERO42 im Calacatta-Viola-Design, FIORANESE-Bodenbelag in der Küche sowie Eichenparkett im Wohnzimmer und im Schlafzimmer. Ergänzt wird die Einrichtung durch einen Tisch von Westwing, Stühle der polnischen Marke Górna Półka, einen Schreibtisch sowie Lampen.
Obwohl das Projekt dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit den Bauherren schnell entstand, dauerte die Renovierung selbst bis Januar 2026. Angesichts des Ausmaßes der aufgetretenen Probleme ist dies eine überraschend kurze Zeit. Das Endergebnis ist eine helle, funktionale Wohnung, die – trotz baulicher Einschränkungen und der geringen Wohnfläche – zu einem gemütlichen Zuhause für zwei Personen geworden ist.
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Über das Büro:
BuduAR ist ein seit 2004 von der Architektin Anna Budzowska geführtes Designstudio. Das Studio ist auf die Innenarchitektur von Häusern, Wohnungen, Büros und öffentlichen Räumen spezialisiert und verbindet Funktionalität mit hoher visueller Qualität. Langjährige Erfahrung und ein solides architektonisches Fundament ermöglichen es dem Team, die Bedürfnisse der Bauherren erfolgreich in durchdachte, komfortable Räume umzusetzen. Das Büro entwirft Projekte, die den Alltag bereichern – ergonomisch, durchdacht und ästhetisch. Entscheidend sind dabei sowohl die Analyse der Kundenwünsche als auch die Sorgfalt beim Endergebnis, das in Planungssitzungen und gemeinsamen Besuchen in Ausstellungsräumen erarbeitet wird. Das Ergebnis sind Innenräume, in denen sich die Nutzer natürlich und ungezwungen fühlen, was zahlreiche Empfehlungen von Bauherren bestätigen. Buduar realisiert auch Projekte für Restaurants, Banken und Arztpraxen und nimmt gerne ungewöhnliche Herausforderungen an, die eine individuelle Herangehensweise erfordern. Das Angebot des Studios richtet sich an Personen, die originelle, durchdachte Innenräume sowie professionelle Betreuung in jeder Phase des Planungsprozesses suchen.
Entwurf: buduAR Anna Budzowska
Team: Anna Budzowska und Natalia Kuczyńska
Fotos: Studio-Archiv
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