Eines der schmalsten in Polen. Neues Mietshaus in Bolesławiec

In der Innenstadt von Bolesławiec ist ein Gebäude entstanden, das zwar nur 3,8 Meter breit ist, aber eine wichtige Ergänzung der Straßenbebauung darstellt. Das neue Mietshaus, das von den Architekten der Rewizja Grupa Projektowa entworfen wurde, füllt eine Lücke in der Straßenfront, tut dies jedoch auf eine Weise, die weit von einer wörtlichen Nachbildung der historischen Form entfernt ist.

Auf Archivfotos von vor zehn Jahren ist in der Bebauung der Łokietka-Straße in Bolesławiec eine Lücke zu sehen. Eine Abkürzung zwischen den Gebäuden und ein Ort, durch den Installationen geführt wurden. Jetzt wurde diese Lücke geschlossen. 

Das neue Gebäude entstand auf einem Grundstück mit außergewöhnlich ungewöhnlichen Proportionen. Auf der einen Seite grenzt es an ein denkmalgeschütztes Mietshaus, auf der anderen Seite an neuere Mehrfamilienhäuser. Das gesamte Gebiet steht unter Denkmalschutz, was von den Planern besondere Sensibilität erforderte.

Das wichtigste Ziel war es, den fließenden Charakter des Ortes zu erhalten. Deshalb sind beide Fassaden – die Nord- und die Südfassade – fast identisch und mit großen Türen im Erdgeschoss ausgestattet. Wenn diese von den Eigentümern des Gebäudes geöffnet werden, kann man das Gebäude durchqueren, so wie es früher der Fall war, als es noch nicht existierte. 

Einschränkungen wurden zur Herausforderung

Die Breite des Grundstücks erforderte maximale Präzision in Konstruktion und Raumaufteilung. Der Innenraum entwickelt sich vertikal, und seine Proportionen werden durch hohe Verglasungen auf beiden Seiten betont. Das von Norden und Süden einfallende Licht modelliert den Raum und bringt die Strenge der Materialien – Ziegel, Beton und Weiß – zur Geltung. Durchbrochene Details filtern die Strahlen und erzeugen ein subtiles Spiel von Licht und Schatten, während die symmetrische Komposition dem Ganzen einen ruhigen, geordneten Charakter verleiht.

So sah die Lücke vor über zehn Jahren aus:

Screenshot

Das Ergebnis ist eine Architektur, die nicht versucht, die historische Nachbarschaft zu dominieren. Stattdessen füllt sie eine Lücke – sie stellt die Kontinuität der Straße wieder her und verwandelt die ehemalige Leere in eine städtische Struktur.

Ein neues Kapitel in der Geschichte der Straße

Heute befindet sich in dem Gebäude das Bistro Po Uszy w Mące, das die Vorzüge des Raumes nutzt: natürliches Licht, Offenheit und eine intime Größe. Das Lokal ist nicht nur zu einem gastronomischen Anziehungspunkt auf der Stadtkarte geworden, sondern auch zu einem Ort, der das Erdgeschoss des Gebäudes belebt und die Beziehung zwischen Architektur und Straßenleben stärkt.

Das neue Mietshaus in Bolesławiec ist ein Beispiel dafür, wie zeitgenössische Architektur auf schwierige räumliche und denkmalpflegerische Bedingungen reagieren kann, ohne ihre eigene Identität aufzugeben. Den Architekten ist es gelungen, eines der schmalsten Gebäude Polens zu schaffen, das Architektur- und Feinschmeckerliebhaber in die Stadt locken kann!

Entwurf: Rewizja GrupaProjektowa

Fotos: Maciej Lulko

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