Nach jahrelangen Auseinandersetzungen über das Werbechaos im Kurort und seiner Umgebung hat Zakopane endlich eine Landschaftsverordnung verabschiedet! Am 28. Mai 2026 hat der Stadtrat ein Gesetz verabschiedet, das die Regeln für die Anbringung von Werbung, Schildern, Zäunen und Stadtmobiliar im gesamten Stadtgebiet regelt. Dies ist eine lang erwartete Änderung, die dazu beitragen soll, eine der am schönsten gelegenen Städte Polens von der allgegenwärtigen Werbeflut zu befreien. Diese dominiert vor allem an der sogenannten „Zakopianka“, im Stadtzentrum sowie in der Gegend der Krupówki.
Werbung verdeckte die Tatra
Zakopane galt jahrelang als unrühmliches Symbol für die ästhetische Überlastung des öffentlichen Raums. Großformatige Plakatwände, LED-Werbetafeln und willkürliche Schilder tauchten an Straßen, an Fassaden von Denkmälern und anderen Gebäuden sowie in den meistbesuchten Stadtvierteln auf. Lokale Medien veröffentlichten regelmäßig schockierende Fotos, die die Werbewände zeigten, die das Panorama der Tatra verdeckten. Diese fortgeschrittene Kommerzialisierung gefiel vielen Einwohnern und Touristen nicht, die immer häufiger gegen die Verunstaltung des Tatra-Ferienortes protestierten. Die Stadtverwaltung betonte hingegen, dass die bisherigen Vorschriften schwer durchzusetzen seien, weshalb man sich schließlich entschlossen habe, das Instrument des Landschaftsgesetzes zu nutzen.

Zakopane hat den Landschaftsbeschluss verabschiedet!
Die Arbeiten an der Verordnung dauerten seit etwa 2023. In den Jahren 2024 und 2025 wurde der Entwurf mehrfach zur öffentlichen Einsichtnahme vorgelegt. Es wurden auch öffentliche Konsultationen mit Einwohnern und Unternehmern organisiert, und die Frist für die Einreichung von Stellungnahmen lief am 30. April 2026 ab. Für die Bearbeitung des Dokuments war der Bürgermeister von Zakopane, Łukasz Filipowicz, verantwortlich. Die Verabschiedung der Verordnung löste eine lebhafte Diskussion unter Unternehmern, Werbetreibenden und Kreisen aus, die sich mit dem Landschaftsschutz in Podhale befassen. Denn nicht jeder ist mit der Entscheidung der Stadtverwaltung einverstanden.
Rückkehr zur Identität von Zakopane
Die neuen Vorschriften regeln die Größe von Werbemitteln, die Anzahl der Schilder, die zulässigen Formen von Werbetafeln sowie die für Werbeträger verwendeten Materialien. Außerdem wurden Regeln für Zäune und Stadtmobiliar festgelegt. Die Stadtverwaltung betont, dass das Panorama der Tatra und die historische Bebauung nicht weiter unter einer Schicht aus Plakaten und Bannern verschwinden dürfen. Dies ist besonders wichtig an einem Ort mit einer so starken architektonischen Identität. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde Zakopane zu einem angesagten Kurort und einem wichtigen Zentrum für Künstler. Eine große Rolle spielte dabei Stanisław Witkiewicz, der Begründer des Zakopane-Stils, der von der Architektur der Region Podhale inspiriert war. Nach 1989 begannen der Massentourismus und die Werbung, das frühere Stadtbild allmählich zu verdrängen. Der Landschaftsbeschluss soll diesen Prozess nun endlich umkehren und die Verunstaltung dieses reizvollen Ortes eindämmen.
Quelle: zakopane.pl, podhale24.pl
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