Vom 16. bis zum 29. Mai ist Warschau Schauplatz einer der ambitioniertesten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in diesem Jahr. „OŚWIECENIE“ ist die erste monografische Ausstellung dieser Größenordnung in Polen, die Marek Bimer gewidmet ist – einem multidisziplinären Künstler, dessen Schaffen sich seit Jahrzehnten an der Schnittstelle zwischen Skulptur und Sammlerdesign entwickelt.
Die Ausstellung umfasst ein breites Spektrum an Werken – von den neuesten, monumentalen Arbeiten der letzten Jahre bis hin zu früheren Objekten, die sich mit der Entwicklung von Bimers künstlerischer Sprache weiterentwickelt haben. Im Mittelpunkt stehen aufwendige Lichtinstallationen und charakteristische Formen, in denen Skulptur auf inneres Licht trifft und den Werken eine neue Wahrnehmungsebene verleiht.
„Ich bin Bildhauer. In einem Bereich, der sich an der Grenze zwischen Kunst und Gebrauchsgegenstand bewegt, war mein Ausgangspunkt immer die reine Kunst. Lichtobjekte sind ein Zweig, den ich ausgehend von der skulpturalen Form aufgebaut habe“, betont Marek Bimer.
Ein Querschnitt durch vier Jahrzehnte Schaffen
In seinen neuesten Arbeiten experimentiert der Künstler intensiv mit Material und Patina und entlockt den Werkstoffen eine Fülle an Farben, Texturen und Strukturen. Beleuchtetes Harz in Kombination mit patiniertem Bronze, Stein, Aluminium, Holz oder Stahl schafft suggestive, fast organische Formen. Die Installationen erinnern an Fischschwärme oder wirbelnde Wolken, und der Umgang mit Licht und Schatten definiert neu, wie der Betrachter den Raum erlebt.
„Es wird keine Ausstellung eines Künstlers sein, der konsequent nach Plan arbeitet, sondern eines, der ständig nach neuen Richtungen und Eindrücken sucht. Und der absolut nichts zusammenfasst“, kündigte Bimer an und betonte, dass sein Schaffen in ständiger Bewegung bleibt.

1200 m² postindustrieller Raum
Die Ausstellung wird über 1200 m² eines ehemaligen Pharmagroßhandels in der Barska-Straße einnehmen. Auf vier Etagen werden über 100 Objekte Platz finden und eine vielschichtige Erzählung bilden, in der Architektur, Licht und Szenografie als einheitliches Ganzes fungieren. Der raue, industrielle Charakter des Ortes bildet einen natürlichen Hintergrund für die präsentierten Werke – sowohl für jene, die einen intimen Kontakt erfordern, als auch für spektakuläre großformatige Installationen.
Die Ausstellung wurde als ein Erlebnis konzipiert, das Sinne und Emotionen anspricht. Vielfältige szenografische, akustische und lichttechnische Maßnahmen führen den Betrachter durch aufeinanderfolgende Bedeutungsebenen und erweitern seine Sensibilität für die Beziehungen zwischen Kunst und Design. Es ist ein Raum, in dem Licht zum Material wird und der Betrachter zum Teil der künstlerischen Situation.
Die kuratorische Perspektive von Natalia Bimer
Die kuratorische Leitung der Ausstellung hat Natalia Bimer übernommen, die Tochter des Künstlers, die dazu einlädt, das Schaffen ihres Vaters in einem neuen, erweiterten Kontext zu entdecken. Ihre Interpretation unterstreicht den Mut, Grenzen zu überschreiten, und die Offenheit für nicht offensichtliche Verbindungen.
„Die Grenze zwischen Kunst und Design ist nur für diejenigen offensichtlich, die Angst haben, sie zu überschreiten, die sich krampfhaft an gesellschaftlich akzeptierte Kategorien klammern und sich damit neuen, noch unentdeckten Räumen und Verbindungen verschließen. Diese Ausstellung ist die Widerlegung der banalen These, dass es in der Kunst schon alles gegeben habe“, sagt Natalia.

„Collectible Design ist Kunst, und Kunst ist keine leere Dekoration. Wenn sie das ist, bedeutet das, dass etwas schiefgelaufen ist. Es sind nicht nur Objekte. Es sind Situationen, in die man eintritt und die etwas mit einem machen. Wenn man ausschließlich schöne und einfache Dinge erwartet, ist dies nicht der richtige Ort. Es lohnt sich, den Blick zu weiten, genauer hinzuhören und tiefer einzutauchen. Die wichtigsten Dinge in diesem Raum haben keine Form, und der beste Moment ist dann, wenn etwas aufhört, schön zu sein, und anfängt, wichtig zu sein“, fügt er hinzu.
Ein neues Kapitel in der polnischen zeitgenössischen Kunst
„OŚWIECENIE“ ist eine Veranstaltung, die nicht nur das Werk eines der interessantesten polnischen Künstler präsentiert, sondern auch die Art und Weise neu definiert, wie wir über die Beziehung zwischen Skulptur, Licht und Sammlerdesign denken. Die Ausstellung eröffnet einen Raum für Gespräche darüber, was Kunst heute ist und wie sie auf den Betrachter wirken kann.
Quelle: Pressematerialien
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