Im Zentrum von Bratislava entschied sich ein junges Ehepaar für den Kauf einer Wohnung in einem Gebäude aus den 1930er Jahren. Die etwas mehr als 100 m² große Wohnung behielt ihren ursprünglichen Grundriss bei und musste umfassend umgebaut werden, um den heutigen Bedürfnissen der Eigentümer gerecht zu werden. Verantwortlich für das Projekt waren Katarína Hrvolová vom ova studio und Martina Mičko vom jam studio, die gemeinsam eine mutige, aber dennoch die Geschichte des Gebäudes respektierende Umgestaltung durchführten. Aus dem ehemaligen Grundriss mit 3,5 Zimmern entstand eine funktionale Dreizimmerwohnung, die besser zum Alltag des Paares passt.
Schon an der Türschwelle fällt der Blick auf den geräumigen Flur, dessen zentrales Element eine wellenförmige, maßgefertigte Verkleidung in tiefem Burgunderrot ist. Dazu passt der Terrazzo in Beige- und Babyblau-Tönen, der ebenfalls speziell für dieses Projekt angefertigt wurde. Diese drei Farben kehren in der gesamten Wohnung als Wandfarben wieder und schaffen eine einheitliche Bildsprache, die den Charakter der Vorkriegsarchitektur unterstreicht. Der klassische Fischgrätenparkettboden rundet die Atmosphäre dieses Ortes ab, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.
Ein neues Kapitel in den Vorkriegsmauern
Eines der wichtigsten Ziele war es, den Eingangsbereich so hell wie möglich zu gestalten. Deshalb wurde die ehemalige Küche, die sich direkt hinter dem Flur befindet, in ein Gästezimmer umgewandelt, das auch als Heimbüro dient. Es wurde durch eine Glastür abgetrennt, die das Licht ungehindert in den zentralen Teil der Wohnung eindringen lässt.
Farbenspiel
Auch der Badbereich erforderte eine bedeutende Veränderung. Durch die Verlegung an die Stelle des ehemaligen Zimmers konnte dank des vorhandenen Fensters natürliches Licht hereinkommen. In den neuen Raum passen sowohl eine geräumige Walk-in-Dusche als auch eine freistehende Badewanne. Die minimalistischen Armaturen kontrastieren mit den weichen, ovalen Formen der Keramik, und die Waschmaschine wurde in einem Einbauschrank versteckt, um die optische Ordnung zu bewahren.

Offenheit, Licht und versteckte Lösungen
Die Eigentümer lieben es, Gäste einzuladen, daher war eine ihrer Hauptanforderungen ein großer, offener Wohnbereich. Durch die Entfernung einer der Trennwände konnten Küche, Esszimmer und Wohnzimmer zu einem harmonischen Raum verbunden werden. Diese Veränderung hat den Wohnkomfort in der Wohnung am meisten erhöht. Im Zentrum steht eine umfangreiche Küchenzeile mit einer Insel, die so gestaltet ist, dass die Anzahl der Oberschränke begrenzt ist und ein Gefühl von Leichtigkeit erhalten bleibt.
Das Projekt enthält auch einige clevere Lösungen. Der Eingang zum Hauptschlafzimmer wurde in der Küchenzeile versteckt, wodurch der Wohnbereich optisch aufgeräumt bleibt. Das 20 m² große Zimmer selbst ermöglichte die Schaffung eines komfortablen Kleiderschranks, der durch eine Glaswand abgetrennt ist, die ihn subtil in den Rest des Innenraums integriert.
Entwurf: Jam Studio, OVAStudio
Fotos: LenkaNémethová
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