Es gibt kein zweites wie dieses. Eine einzigartige Wohnung im Stadtteil Jeżyce in Posen

In einem Posener Mietshaus aus dem Jahr 1905, mitten im Herzen von Jeżyce, ist ein Interieur entstanden, das sich jeder Kategorisierung entzieht. Monika Rogusz Witkoś vom COI Studio hat die 115 m² große Wohnung als einen Raum gestaltet, der von Farbe, Geschichte und subtiler Fantasie durchdrungen ist. Inspirationen durch den Surrealismus, italienische Villen und die sanfte Schönheit des Vergehens der Zeit flossen in ein Projekt ein, bei dem die Form den Emotionen folgt und jedes Detail eine persönliche Geschichte über den Ort und seine Bewohner erzählt.

Der künstlerische Charakter des Interieurs erwächst aus dem Kontext des Gebäudes – einem Jugendstil-Wohnhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert, in dem sich ornamentale Gesimse, dekorative Fensterrahmen und Fragmente des ursprünglichen Stuckwerks erhalten haben. Das Projekt von COI Studio betrachtet diese Elemente nicht als bloßen Hintergrund, sondern als vollwertige Bestandteile der Komposition. Die historischen Schichten werden zum Ausgangspunkt für zeitgenössische Lösungen, und ihre Präsenz verleiht dem Ganzen Weichheit und Authentizität. Gerade diese Kombination aus Alt und Neu schafft eine Atmosphäre, in der Farben und Materialien voll zur Geltung kommen können.

Die Kraft der Farben

In der von Monika Rogusz Witkoś entworfenen Wohnung ist Farbe kein bloßes Accessoire – sie bildet das Fundament der Erzählung. Bereits im Eingangsbereich tauchen intensive Rottöne im Kontrast zu kalkfarbenen Oberflächen auf, die die Gäste in eine Welt mit ausdrucksstarker, fast theatralischer Ausdruckskraft entführen. Das Wohn- und Arbeitszimmer öffnet sich einer Palette aus buttergelben und mintfarbenen Tönen und schafft so einen Raum, der Arbeit, Erholung und ungezwungener Kreativität förderlich ist. Im Schlafzimmer dominiert das Licht: Pastellfarbene Wandmalereien, Seidenstoffe und diffuse Lichtreflexe schaffen eine Atmosphäre der Ruhe. Jede farbliche Entscheidung ist ein durchdachter Schritt, der die Funktion und den Charakter des Raumes unterstreicht. Die Architektin hat hier auf einen kontrollierten Kontrast gesetzt.

Originelle Formen

Das Projekt von COI Studio vereint vielfältige Einflüsse: vom italienischen Modernismus über die Ästhetik der Memphis-Gruppe bis hin zum nordischen Vintage-Design. Das Interieur ist jedoch keine Ansammlung von „Design-Zitaten“ – es ist eine stimmige Komposition, in der sich europäische Inspirationen mit den eigenständigen Entwürfen des Ateliers vermischen. In der Wohnung finden sich skulpturale Spiegel, keramische Akzente sowie Möbel, die speziell für diesen Raum entworfen wurden. Ihre organischen Formen und weichen Linien unterstreichen den surrealistischen Charakter des Entwurfs und verleihen ihm zugleich eine gewisse Intimität. Das Ergebnis ist ein Interieur, das sowohl funktional als auch zutiefst emotional ist. Es stellt gewissermaßen eine Erweiterung der Identität des hier wohnenden Bauherrn dar.

Die Wohnung knüpft zudem an die lokale Geschichte an – sowohl in literarischer als auch in architektonischer Hinsicht. Jeżyce, bekannt aus der Romanreihe „Jeżycjada“, ist seit Jahren ein wichtiger Ort auf der Landkarte von Posen, und seine vielschichtige Identität dient als Inspiration für zeitgenössische Projekte. In der Umsetzung von COI Studio zeigen sich diese Bezüge in der Atmosphäre des Ortes, im Respekt vor der Vergangenheit und in einem subtilen Sinn für Humor, der einige der Lösungen durchzieht. Es ist eine Wohnung, die nicht nur den Anforderungen des Alltags gerecht wird, sondern auch dazu einlädt, in eine Geschichte einzutauchen – in jene, die in den Mauern des Mietshauses verzeichnet ist, und in jene, die von der Designerin neu erschaffen wird.

„Where dreams live and color breathes“– das Motto des Projekts bringt dessen Charakter treffend zum Ausdruck. Das Interieur in Jeżyce wird zu einem Raum, in dem man nicht nur wohnen, sondern auch erleben, sich erinnern und fantasieren kann. Es ist ein Angebot für Menschen, die in der Architektur nicht nur Funktionalität, sondern auch Emotionen suchen. Große Emotionen.

Entwurf: Monika Rogusz Witkoś – COI Studio

Fotos: Archiv des Studios

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