Es hat eine einfache Form. Ein modernes Haus in Posen.

Im östlichen Teil von Posen, in der Nähe der ehemaligen Brauerei Mycielskich, entstand 2025 ein Einfamilienhaus, das für einen privaten Investor – eine Familie mit zwei Kindern – entworfen wurde. Es handelt sich um ein Projekt, das auf subtile Weise zeitgenössische Schlichtheit mit Respekt vor dem Ort verbindet und gleichzeitig den Herausforderungen der dichten Bebauung und den räumlichen Beschränkungen gerecht wird, die für diesen Teil der Stadt charakteristisch sind. Der Entwurf des Gebäudes stammt vom Architekturbüro ENDE von Marcin Lewandowicz.

Das Grundstück war zwar anspruchsvoll, erwies sich jedoch als außergewöhnlicher Vorteil: Der alte Akazienwald wurde zu einem der wichtigsten Bezugspunkte für das gesamte Konzept. Die Nähe zu den Umfassungsmauern und den benachbarten Gebäuden erforderte eine Verschiebung des Baukörpers nach Norden, was einerseits die Schaffung eines großzügigen Gartenbereichs ermöglichte und andererseits eine Art schmalen, fast festungsartigen Durchgang zum Eingang schuf. Diese bewusste Maßnahme verlieh dem Gebäude einen nicht offensichtlichen Charakter.

Die Inspiration für die Verkleidungsmaterialien lieferten die nahe gelegenen Gebäude der ehemaligen Suderei und der Brauerei selbst. Anstelle von klassischem rotem Backstein wählten die Investoren helle, beige-graue Verkleidungsplatten, die in Kombination mit weißem Putz eine ruhige, elegante Komposition bilden. Ergänzt wird sie durch ein hellgraues Dach und farblich abgestimmte Fenster. Das Gesamtbild vermittelt eine Atmosphäre von Leichtigkeit und Harmonie und unterstreicht gleichzeitig den modernen Charakter des Hauses.

Der kompakte Baukörper birgt einige räumliche Überraschungen. Die überdachte Terrasse öffnet sich zum Garten hin, der kleine Innenhof bietet Platz für einen einzelnen Baum, der zum Nachdenken einlädt, und die Aussparung am Eingang sorgt für Dynamik und lädt zum Eintreten ein.

Die charakteristische, hervorstehende Garage, deren Wand leicht gebrochen ist, ist eine Antwort auf die präzise festgelegte Bebauungslinie. Die Aufteilung des Daches in kleinere Flächen mit unterschiedlichen Neigungswinkeln ermöglichte es, den First zu senken und den Eindruck einer übermäßigen Dominanz über die minimalistische Form zu vermeiden.

Beachtenswert sind die Details – einfache Geländer, die sorgfältig ausgearbeitete Anordnung der Ziegelverkleidung und die konsequent durchgeführte Farbgebung. All diese Elemente tragen zu einer einheitlichen, hellen Atmosphäre bei, die die Investoren sowohl im Außen- als auch im Innenbereich erreichen wollten.

Die funktionale Anordnung des Hauses ist eine natürliche Fortsetzung dieser Idee. Der offene Grundriss der Küche, das hohe Wohnzimmer und die Galerie vermitteln ein Gefühl von Geräumigkeit und Freiheit. Die südliche Öffnung zum Garten hin sorgt dafür, dass die Innenräume lichtdurchflutet sind und die Grenze zwischen Haus und Grünfläche verschwimmt. Es ist ein Raum, der für den täglichen Komfort, aber auch für Momente der Ruhe und des gemeinsamen Beisammenseins konzipiert wurde.

Entwurf: ENDE Marcin Lewandowicz (IG, FB)

Fotos: PrzemysławTurlej

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