In Katowice, in einer 51 m² großen Wohnung, entschied sich die Architektin Karolina Holda für ein Design, das nicht durch seine Form beeindrucken will, sondern Bedingungen für Entspannung schafft. Die Eigentümer suchten nach einem Raum, der ihnen hilft, zur Ruhe zu kommen, und nicht nach einem weiteren Reiz, der ihre Aufmerksamkeit erfordert. Das Ergebnis ist ein Interieur, in dem Materialien, Licht und Proportionen auf Komfort statt auf dekorativen Überfluss ausgerichtet sind.
Die Wohnung umfasst ein Wohnzimmer mit Küchenzeile, ein Schlafzimmer, einen Flur, einen Kleiderschrank und ein Badezimmer. Obwohl es sich um einen kleinen Raum handelt, hat die Architektin ihn so gestaltet, dass die einzelnen Bereiche fließend ineinander übergehen. Es gibt hier keine aggressiven Trennungen oder Elemente, die zu dominieren versuchen. Maßgefertigte Einbauten ordnen den Innenraum und ermöglichen es, alles zu verbergen, was visuelles Chaos verursachen könnte. Der offene Wohnbereich gewinnt dadurch an Leichtigkeit und die Wohnung an klarer Logik.
Kohärente Komposition
Die Materialien wurden mit Blick auf Ruhe und nicht auf einen „Wow“-Effekt ausgewählt. Warmes Holz, sandfarbene Wände und natürliche Stoffe bilden einen neutralen Hintergrund, der auch bei längerer Nutzung nicht ermüdet. Die Arbeitsplatte aus Stein mit deutlicher Maserung verleiht dem Innenraum Charakter, ohne seinen ruhigen Ton zu stören. Dies ist ein Beispiel für ein Design, bei dem Details zwar wichtig sind, aber nicht zum Selbstzweck werden.
Das wichtigste Element der Wohnung ist das Licht – wechselhaft, aber immer im Einklang mit den Materialien. Die Morgensonne erwärmt das Holz und betont seine Struktur, mittags bringt sie die grafische Zeichnung des Steins zur Geltung und abends wird sie durch gedämpfte Lampen weicher und schafft eine Atmosphäre, die häuslichen Ritualen förderlich ist. Dieses Licht prägt die Wahrnehmung des Raumes mehr als jeder dekorative Akzent.

Das Interieur wird durch sorgfältig ausgewählte Elemente ergänzt: Keramik mit organischen Linien, weiche Stoffe, Details, die nur aus der Nähe sichtbar sind. Ihre Rolle ist subtil – sie sollen die Wahrnehmung des Ganzen unterstützen, ohne die Aufmerksamkeit abzulenken. Ähnlich wirkt das Bild von Eva Jablonsky, dessen abstrakte, aber sanfte Form mit der Farbpalette der Wohnung harmoniert.
Die Kraft des Objekts
Eines der charakteristischsten Elemente des Entwurfs ist der speziell für diesen Innenraum entworfene Spiegel. Er hat eine funktionale Aufgabe, dient aber auch als skulpturaler Akzent. Seine weichen Linien und sein Stoffrahmen reflektieren das Licht auf eine Weise, die den Raum optisch öffnet und ihm Tiefe verleiht. Dies ist ein Beispiel für einen Gegenstand, der keine auffällige Form benötigt, um zu einem wichtigen Element der Wohnung zu werden.
Entwurf: Karolina Holda / HOLDA Studio
Fotos: Kaja Osikowska-Tasz / Pietruszka Fotografia
Styling: Eliza Mrozińska
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