Das Restaurant UKOI in Łódź erstreckt sich über 280 m² und wurde als Ort konzipiert, der asiatische Inspirationen mit europäischer Sensibilität und einem zeitgemäßen Designansatz verbindet. Die Architekten des Büros CUDO haben das Potenzial des historischen Stadthauses ausgeschöpft und dessen historische Elemente mit einer ausdrucksstarken, neuen gestalterischen Ebene kombiniert. Parallel zur Innenausstattung entstand die visuelle Identität unter der Leitung von HART Studio, wodurch es gelang, eine einheitliche Markenwelt zu schaffen – modern, leicht inszeniert und das kulinarische Erlebnis asiatischer Aromen ergänzend.
Das Projekt sah von Anfang an eine klare funktionale Aufteilung vor. Das Erdgeschoss sollte als Tagesbereich dienen – offen, dynamisch und flexibel. Das Obergeschoss wurde als Abendbereich konzipiert, der stimmungsvoller, intimer und zum längeren Verweilen einlädt. Dieser Dualismus bildete die Grundlage des gesamten Konzepts.
Grundlagen und Inspirationen
Die Gestalter von UKOI griffen auf eine weit gefasste asiatische Ästhetik zurück, die sie jedoch interpretativ umsetzten. Anstelle wörtlicher Bezüge entstehen subtile Assoziationen – in den Materialien, Details, Grafiken oder der Anordnung der Logen. Ein wichtiger Bezugspunkt war die szenografische Gestaltung des Raums, die durch Licht, Farbe und die Abfolge beim Durchqueren der einzelnen Zonen geschaffen wird. Im Entwurf schwingen zudem Anklänge an die koloniale Ästhetik sowie Reisemotive mit, darunter Anordnungen, die an Zugabteile erinnern. Das Ganze basiert auf der Atmosphäre, nicht auf eindeutigen Symbolen.
Zwei Welten des UKOI
Das Restaurant erstreckt sich über zwei Etagen. Das Erdgeschoss bildet einen offenen, flexiblen Raum, in dem Tische frei miteinander kombiniert werden können. Die zentral gelegene Bar und die offene Küche beleben den Innenraum und sind bereits vom Eingang aus gut erkennbar. In der Nähe der Treppe wurde ein Podest mit einer Sitzecke entworfen, das zusammen mit dem Treppenhaus ein wichtiges kompositorisches Element bildet.
Das Obergeschoss hat einen ganz anderen Charakter – es ist intimer, eher auf den Abend ausgerichtet und in halbprivate Bereiche sowie Logen unterteilt. Dieser Raum eignet sich besonders für längere Zusammenkünfte und vermittelt das Gefühl, vom Trubel der Straße abgeschirmt zu sein. Das Treppenhaus fungiert als erzählerisches Bindeglied zwischen diesen beiden Welten und führt die Gäste durch einen allmählichen Stimmungswechsel.

Herausforderungen bei der Umsetzung
Im Entwurf wurden erhaltene historische Elemente mit neuen Materialien kombiniert. Die Stuckarbeiten (teilweise rekonstruiert) wurden durch Licht und Farbe hervorgehoben. Ergänzt wird das Interieur durch Naturholz, Stein, gebürsteten Stahl sowie spiegelnde Oberflächen, die eine vielschichtige Wirkung erzeugen. Eine wichtige Rolle spielen die eigens entworfenen, von Asien inspirierten Tapeten sowie Textilien, insbesondere im Obergeschoss, wo sie den stimmungsvollen Charakter unterstreichen.
Die größten Herausforderungen ergaben sich aus der Arbeit im historischen Gebäudekomplex. Die Räumlichkeiten waren zuvor in viele kleine Räume unterteilt, was umfangreiche Abrissarbeiten und die Wiederöffnung der Räume erforderte. Ein Teil des Stuckwerks musste ergänzt werden, und die bauliche Substanz schränkte die Gestaltungsmöglichkeiten ein. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, den gastronomischen Backbereich so zu gestalten, dass er für die Gäste unsichtbar bleibt, sowie neue Funktionen zu integrieren – darunter Toiletten unter der Treppe. Gleichzeitig galt es, zwei unterschiedliche Charakterzüge der Innenräume in Einklang zu bringen und dabei ihre Einheitlichkeit zu wahren.

Die Rolle der Details
Zu den interessantesten Lösungen zählen die offene Bar und Küche, die den Kontakt zum Gast stärken, sowie die Kassettendecke im Erdgeschoss mit farbwechselnder Beleuchtung, die es ermöglicht, die Atmosphäre an die Tageszeit anzupassen. Spiegelnde Oberflächen schaffen zusätzliche Ebenen und verleihen dem Raum einen Hauch von Geheimnis, während das Treppenhaus als skulpturale Form gestaltet wurde, die verschiedene Funktionen miteinander verbindet. Ein charakteristisches Motiv sind die eigens entworfenen Tapeten – darunter auch jene mit der Katze, dem Marken-Hero von UKOI, die von asiatischer Glückssymbolik inspiriert ist.
Die Möbel wurden größtenteils auf Bestellung angefertigt. Im Erdgeschoss haben sie einen neutralen, funktionalen Charakter, der eine flexible Raumgestaltung ermöglicht. Im Obergeschoss sind sie eher dekorativ – mit gedrechselten Beinen und gemusterten Polstern, die von asiatischen Motiven inspiriert sind. Die Sitznischen wurden so gestaltet, dass sie Intimität schaffen und Assoziationen mit dem Reisen wecken.
Die visuelle Identität von HART Studio wurde parallel zur Innenraumgestaltung entwickelt. Das Branding verbindet asiatische Inspirationen mit europäischer Sensibilität und vermeidet dabei stereotype Anspielungen. Das Logo basiert auf weichen, sich wiederholenden Formen, und der Punkt über dem „i“ wurde als Schale gestaltet – ein Motiv, das später in den Kennzeichnungen und Varianten des Logos weiterentwickelt wurde. Das Gesamtkonzept balanciert zwischen Zugänglichkeit und einem modischen, leicht funkigen Charakter und schafft so eine einheitliche Markenwelt.
Entwurf: CUDO:
Branding in Zusammenarbeit mit HART Studio
Fotos: Migdał Studio
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