Im Posener Stadtteil Jeżyce ist eine Wohnung entstanden, die nicht durch Auffälligkeit besticht, sondern ihren Charakter auf subtile Weise zum Ausdruck bringt – durch Proportionen, Licht und konsequent aufeinander abgestimmte Materialien. Sandra Tomaszewska vom Büro sato studio hat die 60 Quadratmeter große Wohnfläche gestaltet, in der jedes Element einer einheitlichen, ruhigen Ästhetik untergeordnet ist.
Schon an der Türschwelle wird deutlich, dass dunklem Holz die Hauptrolle zukommt. Im Flur bilden die Einbauten eine einheitliche Fläche, in der Türen und geräumige Schränke verborgen sind. Dadurch bleibt der Raum aufgeräumt, und der Blick wird von einer subtilen Nische mit sanfter Beleuchtung geleitet. Dieser kleine Kniff verleiht dem Innenraum Tiefe und setzt den ersten Lichtakzent, der in der gesamten Wohnung eine Schlüsselrolle spielt.
Der Wohnbereich wurde als fließende Abfolge von Funktionen konzipiert. Die in hellen Farbtönen gehaltene Küche bildet einen ruhigen Hintergrund – schlichte Fronten, bündig eingelassene Griffe und eine geriffelte Wandfläche schaffen eine harmonische Komposition, die nicht mit dem Rest des Raumes konkurriert. Den Mittelpunkt dieses Teils der Wohnung bildet ein runder Tisch aus dunklem Holz. Seine Form und die markante Maserung des Materials strukturieren den Raum und verleihen ihm einen deutlichen Akzent. Die sanft geschwungenen Rückenlehnen der Stühle sorgen für Leichtigkeit, wodurch das Gesamtbild harmonisch bleibt und mit den Vorgaben des Entwurfs im Einklang steht.

Im Wohnbereich finden sich ein Sofa mit weichen Linien sowie niedrige Tische mit Steinplatten. Der Stein verleiht dem Interieur Schwere und eine natürliche Struktur und steht im Kontrast zu der schlanken Lampe mit organischer Form. Durch die großen Fenster fällt Licht ins Innere, das sich über die cremefarbenen Wände und Stoffe ergießt und die Struktur von Holz und Stein unterstreicht. Am Abend übernimmt die Spotbeleuchtung die Hauptrolle – beleuchtete Nischen, Strahler und dezente Lampen schaffen eine Atmosphäre, die zur Entspannung einlädt.
Das Schlafzimmer setzt die Grundidee des Entwurfs fort. Hier dominiert dunkles Holz, kombiniert mit weichen Stoffen und einer gedämpften Farbpalette. Es ist ein Raum, der ganz auf Erholung ausgelegt ist, frei von überflüssigen Akzenten und geprägt von der Harmonie der Materialien und des Lichts.

Der stärkste materielle Akzent findet sich im Badezimmer. Das maßgefertigte Waschbecken aus Stein, das in die Arbeitsplatte integriert ist, zieht durch seine Maserung die Blicke auf sich. In Kombination mit dunklen Einbauten und hellen Fliesen entsteht eine Komposition, die ausdrucksstark und dennoch zurückhaltend ist. Glatte Spiegelflächen reflektieren das Licht und verstärken den Eindruck von Geräumigkeit.
Das Projekt von Sandra Tomaszewska ist ein Beispiel für ein Interieur, dessen Stärke in der Einfachheit liegt. Die Architektin hat eine Wohnung mit Blick auf den Alltag entworfen, in der das Design das Leben der Bewohner unterstützt und bereichert.
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Über das Büro:
sato studio ist ein Designbüro in Posen, das von Sandra Tomaszewska gegründet wurde. Zuvor war sie viele Jahre lang Teil des Designstudios Pulva, wo sie an zahlreichen Wohn- und Gewerbeprojekten mitwirkte. Im Jahr 2025 machte sie sich selbstständig. In ihrer Arbeit verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz beim Design und ist davon überzeugt, dass die Räume, in denen wir leben, einen enormen Einfluss darauf haben, wie wir uns erholen, denken, arbeiten und Beziehungen aufbauen. Deshalb sucht sie stets nach einfachen und zugleich wirkungsvollen Lösungen, die langfristig Sinn ergeben und dem Interieur einen einzigartigen Charakter verleihen.
Projekt: sato studio
Fotos: Joel Hauck
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