Dieser Palast voller Kuriositäten und bunter Farben ist ein Hotel, das vom Wiener Maler Ernst Fuchs entworfen wurde. Im kleinen St. Veit in Kärnten befindet sich eines der eigenartigsten Beispiele für Postmoderne und fantastischen Realismus. Hinter dieser Verrücktheit verbirgt sich jedoch ein Verweis auf die lange Geschichte der Stadt, denn das Hotel wurde auf dem Grundgerüst einer ehemaligen Arbeitskammer erbaut.
Auffällig
Der Legende nach reicht die Geschichte von St. Veit an der Glan bis ins 9. Jahrhundert zurück, obwohl offizielle Aufzeichnungen eher auf das 12. Jahrhundert hindeuten. Für die Geschichte des Kunsthotels Fuchspalast ist jedoch die Information am wichtigsten, dass vor etwa 200 Jahren an der Stelle des heutigen Hotels ein Stadttor mit einem Graben stand. Nach dem Abriss des Tors entstand eine Gaststätte, später ein Hotel, und in den 1950er Jahren bauten die Behörden eine Arbeitskammer.
Auf die Mauern dieses letzten Gebäudes brachte ein führender Maler der Schule des fantastischen Realismus sein ungewöhnliches Projekt auf. Aus dieser Zeit ist auch ein umfangreiches Sgraffito erhalten geblieben, das arbeitende Menschen darstellt. Auf dem Gelände des Objekts befindet sich auch ein Graben, der an den historischen erinnert.
Das auffälligste Element des Hotels ist seine fantasievolle Fassade. Die bunten Säulenreihen erinnern an ägyptische Tempel, und das Ganze wird von einem Ziegeldach gekrönt. Erwähnenswert ist auch, dass zwischen den Säulen farbiges Tiffany-Glas zu sehen ist, das sich zu Säulenmustern zusammenfügt.
Die Fantasie der Postmoderne
Auch das Innere spiegelt den fantastischen Stil von Fuchs wider, allerdings in einer etwas gedämpfteren Version. Das Hotel wurde 1998 erbaut, also in der Zeit des bunten Postmodernismus, weshalb ein Teil der Einrichtung von der typischen psychedelischen Ästhetik des Malers abweicht. Gewöhnliche graue Teppichböden konkurrieren mit bunten Fliesen, und direkt neben den fantastischen Glasmalereien schlängelt sich eine für ihre Epoche charakteristische Decke. Mehr über die surrealistischen Gebäude von Fuchs können Sie HIER, HIER und HIERlesen .
Das Gebäude verfügt über 60 Zimmer, die etwas konventioneller gestaltet sind, obwohl auch hier Anspielungen auf Fuchs nicht fehlen dürfen, wie Skizzen oder eine große Fototapete mit dem Gesicht des Malers. Auch wenn nicht alle Elemente der postmodernen Einrichtung gut gealtert sind, behält die Kunst von Fuchs ihre zeitlose und geheimnisvolle Schönheit.
Besonders hervorzuheben sind die Buntglasfenster im Klaviersaal und der große Ballsaal. Letzterer ist mit vergoldeten Kassetten und einem riesigen Gemälde mit einer märchenhaften Szene geschmückt. Das traumhafte Gemälde zeigt mythische und reale Wesen, und oben auf der Kutsche sitzt Ernst Fuchs selbst. Interessanterweise zieht sich das Motiv der Maskengesichter durch das gesamte Hotel, was bei diesem Maler nicht verwunderlich ist.
Der Großteil der Kunstwerke des Hotels befindet sich jedoch im Speisesaal. Der Raum mit Mosaikboden ist mit Skizzen und Zeichnungen von Fuchs geschmückt. Unter den Werken befinden sich hauptsächlich Porträts und für den Maler typische apokalyptische Szenen im Stil des fantastischen Realismus. Die intensiven psychedelischen Farben begleiten die Gäste auf Schritt und Tritt.

Schwierige Schönheit
Das Kunsthotel Fuchspalast weckt unterschiedliche Emotionen. Einerseits ist es das Werk eines herausragenden Malers, der nicht selten die Grenzen der menschlichen Fantasie überschritten hat. Andererseits altert der postmoderne Stil nicht würdevoll, was leider für diesen Stil häufig der Fall ist. Veraltete Formen und Materialien beeinträchtigen die Einrichtung, ganz zu schweigen von der „gewagten” Farbgebung einiger Teile des Gebäudes.
Man kann auch Vorbehalte gegenüber der Pracht der Farben und Formen haben, aber gerade ihre Intensität und Vielfalt sind für die Kunst von Fuchs entscheidend. Unabhängig von der Bewertung muss man jedoch zugeben, dass dieses Gebäude im unscheinbaren St. Veit eines der einzigartigsten Hotels in Europa ist. Abschließend sei noch erwähnt, dass das Hotel seit 2025 einen neuen Käufer sucht. Vielleicht rettet der neue Eigentümer dann das ungewöhnliche Werk des Malers?
Quelle: KunsthotelFuchspalast
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