Die Wohnung in Erdtönen ist ein Projekt, bei dem 70 m² Wohnfläche in Krakau in eine ruhige, organische Komposition für Kamila und Amadeusz umgesetzt wurden. Das Paar, das von zu Hause aus arbeitet, suchte nach einem Interieur, das Ruhe ausstrahlt, eine klare Aufteilung der Funktionsbereiche bietet und eine Atmosphäre der Nähe zur Natur schafft. Weronika Sypuła schlug Lösungen vor, die es ermöglichten, einen hellen, gemütlichen und bewusst gestalteten Raum zu schaffen.
Die Eigentümer betonten von Anfang an, dass die Wohnung ihr „sicherer Hafen“ sein sollte. Sie erwarteten eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit, Entspannung und Erholung, legten aber gleichzeitig Wert auf eine natürliche Farbpalette, pflanzliche Akzente und eine subtile Einzigartigkeit. Die Designerin ging auf diese Bedürfnisse ein, indem sie den Wohnbereich in drei sich ergänzende Zonen unterteilte – die Küche mit Essbereich, den Wohnbereich sowie einen Bereich, der ausschließlich der Entspannung dient und frei von elektronischen Geräten ist.
Funktionaler Wohnbereich
Küche und Esszimmer wurden in einer Kombination aus dunklem Braun des Holzes, Beige und einem gedämpften, hellen Grün gestaltet. Genau dieses Grün findet sich auf der abgerundeten Kücheninsel wieder, an die ein Holztisch „angelehnt“ wurde, wodurch ein einziger, funktionaler Block entsteht. Dieser Ansatz wurde zum natürlichen Mittelpunkt der Küche – zu einem Ort, um den sich der Alltag der Hausbewohner dreht.
Die rohe Granitarbeitsplatte und die Wandfliesen stehen im Kontrast zu den weichen Linien der Kücheninsel und den gepolsterten Stühlen. Der Kontrast zwischen dem harten Stein und den geschwungenen Formen verleiht dem Raum Ausgewogenheit und sorgt für eine harmonische Verbindung zum restlichen Wohnbereich. Im Wohnbereich steht ein Sofa in Ziegelrot, ergänzt durch einen Hocker, mit dem sich die Anordnung schnell umgestalten lässt. Den Entspannungsbereich prägt ein breiter, grüner Sessel, der dank seiner Proportionen vollkommene Erholung fördert.
Beide Bereiche werden durch ein durchbrochenes Regal getrennt, dessen Farbgebung auf die Inneneinrichtung abgestimmt ist. Es hat sich zu einer natürlichen, pflanzlichen Trennwand entwickelt – einem Ort für Blumen, Dekorationen, Bücher und dezente Beleuchtung. Im Wohnbereich wurde natürlicher Gipsputz verwendet, der sich auch auf den Baukörper des Hauswirtschaftsraums erstreckt. Dank verdeckter Türen wurde dieser Bereich optisch in den Innenraum „eingezogen“, ohne seine Funktion unnötig hervorzuheben.

In Richtung Schlafbereich
Im weiteren Verlauf des Flurs tauchen klassische, olivfarbene Türen mit Stuckverzierungen auf. Dieser einzelne kontrastreiche Akzent zieht den Blick auf sich und führt zu den Wirtschaftsräumen. Das Schlafzimmer, ein Eckzimmer mit sehr guter Belichtung, wurde schlicht gestaltet, damit das Licht hier die Hauptrolle spielen kann. Die Atmosphäre wird durch Accessoires geprägt – Lampen und Nachttische in kräftigen Farben sowie eine große Hängelampe aus Rattan.
Die Raumaufteilung ermöglichte es, den Einbau in einen Damen- und einen Herrenbereich zu unterteilen. Der hellere Kleiderschrank hat beigefarbene Fronten mit geriffeltem Glas, was ihm Leichtigkeit und Subtilität verleiht. Der dunklere, für Herren bestimmte Bereich bringt Wärme und Charakter ins Spiel und schafft so ein harmonisches Ganzes.
Arbeitszimmer und Badezimmer
Das Arbeitszimmer wurde im typischen Büro-Stil gestaltet, mit großen, höhenverstellbaren Schreibtischen und ergonomischen Stühlen. Um den Raum wärmer zu gestalten, wurde eine Tapete mit einer an Stoff erinnernden Struktur verwendet. Sie bedeckt die Wand hinter den Schreibtischen und setzt sich an der Rückseite eines dekorativen Regals fort, in dem die Büroausstattung sowie private Gegenstände – Bücher und kleine Dekoartikel – verstaut sind.

Das Badezimmer ist eine natürliche Fortsetzung der Ästhetik der gesamten Wohnung. Hier treffen Beige, Braun, dunkles Holz und Grün aufeinander. Grün in Form kleiner Fliesen grenzt den Duschbereich ab, während eine zweite Variante dieser Farbe – in Form von Adern im Stein der Waschtischplatte – dem Raum einen einzigartigen Charakter verleiht. Ein Spiegel mit unregelmäßiger Form unterstreicht die organischen Formen, die im gesamten Entwurf präsent sind.
Details
In der Wohnung wurde Platz für Objekte aus der Privatsammlung der Eigentümer geschaffen: Lampen, die in Vintage-Läden entdeckt wurden, handgefertigte Tassen aus Töpferwerkstätten oder ein Bild aus getrockneten Blumen in Glas, das von Kamila angefertigt wurde. Genau diese Elemente verleihen dem Raum eine individuelle Note und machen das Projekt von Weronika Sypuła nicht nur ästhetisch stimmig, sondern auch zutiefst persönlich.
Entwurf: About The Form Weronika Sypuła
Fotos: Kaja Osikowska – Tasz
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