Das Einrichtungskonzept wurde für ein junges Ehepaar entworfen, das ein Gleichgewicht zwischen der Funktionalität des Alltags und einem Raum suchte, der sich gemeinsam mit ihren Bedürfnissen weiterentwickeln kann. Eine neutrale Farbpalette, eine durchdachte Raumaufteilung und der bewusste Einsatz von Licht bilden die Grundlage, die über Jahre hinweg Bestand haben soll.
Grundlage der Gestaltung war die Beschränkung der Materialien auf Beigetöne, warmes Weiß und Naturholz. Die Wände und die Türen in einem cremefarbenen Weißton bilden einen ruhigen Hintergrund, vor dem die gebleichten Eichenbretter und die mit Furnier veredelten Einbauten besonders gut zur Geltung kommen. Die Kombination zweier Eichenfarbtöne sorgt für eine subtile Abwechslung in der Textur und bewahrt gleichzeitig die Einheitlichkeit der gesamten Wohnung. Abgerundet wird das Interieur durch goldene Akzente – elegant, aber unaufdringlich –, die auf Wunsch der Bauherren integriert wurden und mit dem klassischen Charakter des Gebäudes harmonieren.
Neutrale Basis
Eines der zentralen Ziele des Entwurfs war es, einen Raum zu schaffen, der mit den Gegenständen der Bewohner harmoniert. In den Einbauten ist Platz für Bücher, Familienerinnerungsstücke und Mitbringsel von Reisen vorgesehen. Diese sollen im Laufe der Zeit den Innenraum füllen und ihm einen individuellen Charakter verleihen. Anstelle eines eindeutig definierten Stils entstand eine Basis, deren Aufgabe es ist, sich an die sich wandelnden Bedürfnisse der Bewohner anzupassen.
Die größte funktionale Veränderung war die Verbindung des Wohnzimmers mit dem Arbeitszimmer. Große Glastüren ermöglichen die unabhängige Nutzung beider Räume und öffnen sie gleichzeitig zueinander hin, wodurch die Proportionen des wahrgenommenen Raums verbessert werden. Der Wohnbereich wurde heller, und das Arbeitszimmer (anstatt als abgetrennter Raum zu fungieren) wurde zu einem integralen Bestandteil der Raumgestaltung.
Eine zeitgemäße Interpretation der Amfilade
Der Übergang zwischen den Räumen wurde auf der Achse angeordnet, die durch den Tisch und die breiten Regale, die dessen Hintergrund bilden, vorgegeben ist. Dieser bewusste Schritt ordnet den Innenraum mit seinen vielen Funktionen und seiner etwas unregelmäßigen Form und verleiht ihm eine klare Struktur. Die Lösung knüpft an die aus Stadthäusern bekannte Anordnung an – die Amfilade, in der sich aufeinanderfolgende Räume auf einer Achse öffnen und so eine Abfolge von Ausblicken bilden. Dies ist eine klassische Methode, um einem Raum Prestige zu verleihen, was durch Entscheidungen bereits in der Planungsphase der Grundrisse erreicht wird.
In der Wohnung wurde auch auf Bewegungsfreiheit geachtet – mit Ausnahme des Gästezimmers verfügen alle Räume über zwei separate Eingänge. Dadurch wird der Grundriss flexibler und der Alltag verläuft reibungsloser.

Die Küche im Mittelpunkt
Die Küche spielt im Alltag der Bewohner eine wichtige Rolle. Ihre Größe und Aufteilung entsprechen dem Bedürfnis nach Bewegungsfreiheit beim Kochen und bei der Aufbewahrung, und die Kücheninsel mit Barhockern unterstreicht den geselligen Charakter dieses Teils der Wohnung. Robuste Materialien und klassische Lösungen wurden so ausgewählt, dass Langlebigkeit und Zeitlosigkeit gewährleistet sind. Es ist ein Raum, in dem die Bewohner gerne Zeit verbringen, weshalb er zu einer natürlichen Erweiterung des Wohnbereichs geworden ist.
Die Badezimmer wurden im Zeichen der Schlichtheit gestaltet – es wurde eine einzige Fliesenart verwendet, deren edle Ausstrahlung und Zeitlosigkeit den Charakter des Interieurs prägen. Ergänzt wird das Ganze durch Einbauten aus Naturfurnier, wodurch die Räume im Einklang mit dem Rest der Wohnung stehen.
Arbeitszimmer
Dem Arbeitsbereich wurde dieselbe Aufmerksamkeit gewidmet wie den übrigen Räumen. Die Architektin hat dafür gesorgt, dass das Arbeitszimmer zu einem vollwertigen Raum wird, dessen Verbindung zum Wohnzimmer es ermöglicht, berufliche Verpflichtungen mit dem Privatleben zu verbinden. Dank der Glastüren bleibt der Raum flexibel – er kann offen sein, wenn sich Arbeit und Alltag vermischen, oder geschlossen, wenn Konzentration gefragt ist.
Das Gesamtkonzept basiert auf einer zurückhaltenden Kombination aus Materialien und Farben, ohne dabei an Ausdruckskraft einzubüßen. Den Charakter der Wohnung prägen Proportionen, Licht, Holzarbeiten, Details und vor allem die persönlichen Gegenstände der Bewohner, die diesen Raum mit der Zeit immer stärker prägen werden.
Entwurf: Ula Schönhofer
Fotos: Hanna Połczyńska – Kroniki
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