Es liegt in der Nähe des Waldes. So bauen die Tschechen ihre Ferienhäuser

Vor der Umgebung verborgen und zugleich zum Wald hin offen – so präsentiert sich das Einfamilienhaus im tschechischen Dorf Krámy, das vom Architekturbüro „Anna Koukolová architekti“ entworfen wurde. Es entstand als Wochenendrefugium für Prager, die einen Ort suchten, an dem sie das Tempo drosseln und in die wunderschöne Landschaft eintauchen können. Die schlichte Konstruktion, die ehrlichen Materialien und die durchdachte funktionale Aufteilung sorgen dafür, dass das Gebäude mit einer Nutzfläche von 123 m² durch seine Geräumigkeit und die Art und Weise überrascht, wie es die Bewohner durch die verschiedenen Ausschnitte der Natur führt.

Das Grundstück fällt in Richtung eines kleinen Wäldchens und eines Baches ab, und sein Charakter bestimmte von Anfang an das Projekt. Die Architekten entschieden sich für eine Holzkonstruktion, die mit gebranntem Lärchenholz verkleidet ist und den Bewohnern einerseits ein Gefühl von Privatsphäre vermittelt, sich andererseits aber den Blick nach Norden hin öffnet. Hohe Verglasungen und eine schräge Decke im Wohnbereich vermitteln trotz der bescheidenen Größe des Hauses ein Gefühl von Geräumigkeit.

Haus und Landschaft

Auf der Suche nach einem ruhigen Ort außerhalb von Prag stießen die Bauherren auf zwei benachbarte Grundstücke, die etwa 40 Kilometer von der Stadt entfernt liegen. Das natürliche Gefälle des Geländes und die Nähe zu den Bäumen wurden zu den wichtigsten Leitlinien für das Projekt. Die Architekten griffen auf die Formensprache zeitgenössischer australischer Häuser zurück – schlicht in der Form, auf natürlichen Materialien basierend und den Innenraum fließend mit der Umgebung verbindend. Dadurch fügt sich das Gebäude harmonisch in die Landschaft ein und schafft einen eigenen, ruhigen Raum.

Während die Fassade zur Nachbarschaft hin geschlossen bleibt, öffnet die Nordfassade das Haus zum Blick auf ein Wäldchen, einen Bach und die dahinter liegenden Weiden. Im privaten Schlafbereich wurde ein ähnlicher Ansatz verfolgt – Fenster rahmen Ausschnitte der Grünflächen ein, und der Wechsel zwischen den Räumen verändert die Wahrnehmung der Umgebung.

Durch Licht verbunden

Der Entwurf basiert auf einer klaren Trennung zwischen Wohn- und Schlafbereich. Beide Bereiche sind durch einen verglasten Verbindungsgang miteinander verbunden, der zu einem der charakteristischsten Elemente des Gebäudes geworden ist. Der Hauptbaukörper mit Pultdach und großer Innenhöhe beherbergt den Gemeinschaftsbereich, während der Schlafflügel – kleiner und mit Satteldach – eine intimere Atmosphäre bietet.

Die unterschiedlichen funktionalen Anforderungen spiegeln sich in der abwechslungsreichen Form beider Teile wider. Im Wohnbereich wurde eine durchgehende Wand mit großen Verglasungen eingesetzt, während im privaten Flügel die Fenster so angeordnet wurden, dass sie intime Ausblicke auf den Garten bieten und für eine ruhige Atmosphäre sorgen.

Konstruktion und Materialien

Das Haus wurde auf Stahlbetonfundamenten und einer Fundamentplatte errichtet, und seine Konstruktion besteht aus einem 2×4-Rahmensystem mit einer Längstragwand, die auf zwei Stahlstützen ruht. Der Innenraum wurde mit Birken-Sperrholz verkleidet, das zudem eine schalldämmende Funktion erfüllt. Die Fußbodenheizung wird durch Konvektoren ergänzt, und das zentrale Element des Wohnbereichs ist ein Kamin aus Schalbeton, der einen doppelseitigen Kamin beherbergt – zugänglich sowohl vom Wohnzimmer als auch von der Terrasse aus, wo er als Außenfeuerstelle dient.

Die Fassade aus gebranntem Lärchenholz ist wartungsfrei und entwickelt mit der Zeit eine natürliche Patina. Das Dach ist mit anthrazitfarbenem Falzblech gedeckt. Die Terrasse wurde aus unbehandeltem Lärchenholz gefertigt, das im Laufe der Jahre einen silbernen Farbton annehmen wird. Die Umzäunung verbindet einen Betonsockel mit eingeprägtem Schalungsmuster mit vertikalen Holzlatten.

Ein naturnahes Interieur

Im Wohnbereich prägt Birken-Sperrholz den Charakter des Innenraums – es verkleidet Wände, Türen und Einbaumöbel und schafft so einen einheitlichen, hellen Raum. Im Flur sind die Zugänge zur Toilette, zum Technikraum und zu geräumigen Stauräumen versteckt. Tiefe Fensternischen lassen Licht herein und rahmen den Blick ins Grüne ein.

Im privaten Flügel befindet sich ein Badezimmer mit einer freistehenden Badewanne und einer begehbaren Dusche. Die Oberflächen wurden mit einem einheitlichen Zementputz versehen, der einen ruhigen, monolithischen Charakter schafft. Der Boden aus Epoxidharz gewährleistet Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit im täglichen Gebrauch, auch in einem Haushalt, in dem ein Hund lebt.

Die Architektur des Hauses stärkt die Verbindung zur umgebenden Landschaft und passt sich der natürlichen Geländestruktur an. Ursprünglich war auch die Möglichkeit vorgesehen, eine Garage sowie ein kleines Gästehaus im bewaldeten Teil zu errichten – ohne die Gesamtkomposition des Grundstücks zu beeinträchtigen.

Entwurf: Anna Koukolová Architekti

Fotos: Alex Shoots Buildings

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