Mailänder Möbelmesse
Die diesjährige 64. Ausgabe des Salone del Mobile.Milano findet vom 21. bis 26. April in der Rho Fiera Milano statt und versammelt über 1.900 Aussteller aus 32 Ländern auf einer Fläche von mehr als 169.000 Quadratmetern. Auf dem Programm stehen vier feste Ausstellungsbereiche: der Salone Internazionale del Mobile, die International Bathroom Furnishing Exhibition, Workplace3.0 sowie S.Project, die in diesem Jahr insgesamt 915 Marken versammeln, darunter 139 Debütanten und wiederkehrende Aussteller. Parallel dazu werden zwei alle zwei Jahre stattfindende Sektionen präsentiert – EuroCucina / FTK – Technology For the Kitchen mit 106 Marken aus 17 Ländern sowie die Internationale Badezimmerausstellung, an der 163 Aussteller aus 14 Ländern teilnehmen. Unter den Ausstellern in Mailand sind auch polnische Marken wie Ciarko und Artu zu sehen.
Ein wichtiger Bestandteil des Programms bleibt der SaloneSatellite, der sich an Designer unter 35 Jahren richtet. In diesem Bereich präsentieren sich 700 Kreative sowie 22 Schulen und Hochschulen aus verschiedenen Regionen der Welt. Die Organisatoren betonen, dass die Zahlen sowohl den internationalen Charakter der Veranstaltung als auch das wachsende Interesse junger Designer an einer Teilnahme an der Messe widerspiegeln.
Die Ausgabe 2026 führt zudem zwei neue Initiativen ein, die die bisherige Struktur des Salone erweitern. Die erste davon ist Salone Contract – ein Projekt, das auf den Bereich der Großprojekte ausgerichtet ist und Bereiche wie Hotellerie, Immobilien, öffentliche Räume oder die Schifffahrtsbranche umfasst. Im Rahmen dieses Bereichs sind ein internationales Forum mit einem Vortrag von Rem Koolhaas sowie die Präsentation des Masterplans 2027 geplant, der in Zusammenarbeit mit David Gianotten von OMA erstellt wurde. In den Pavillons wird zudem der erste thematische Rundgang zu sehen sein, der Unternehmen präsentiert, die bereits im Contract-Segment tätig sind, und zusätzlich wird eine Matchmaking-Plattform für wichtige Marktteilnehmer ins Leben gerufen.
Eine weitere Neuheit ist der Salone Raritas – ein Bereich in Halle 9, der einzigartigen Objekten, Sammlerstücken und seltenen Beispielen zeitgenössischer Handwerkskunst und Design gewidmet ist. Die von Annalisa Rosso kuratierte und von Formafantasma gestaltete Sektion versammelt 28 Aussteller, darunter international renommierte Galerien und Ateliers wie NILUFAR, Salviati x Draga & Aurel, Mouromtsev Design Editions, Mercado Moderno, PARASITE 2.0 x BIANCO67 oder Brun Fine Art. Ihr Ziel ist es, einen Raum für den Dialog zwischen Architekten, Innenarchitekten und Fachleuten zu schaffen, die im Premium-Segment tätig sind, in dem die Bedeutung von Experimenten und individueller gestalterischer Suche zunimmt.
Im Programm der diesjährigen Ausgabe sticht auch die Präsentation „Aurea, an Architectural Fiction“ hervor, die vom Pariser Studio Maison Numéro 20 unter der Leitung von Oscar Lucien Ono vorbereitet wurde. Das Projekt nimmt die Form eines fiktiven Hotels an, das aus einer Abfolge von Räumen besteht, welche das zeitgenössische Verständnis von Luxus als bewusste Herangehensweise an Materialien, Proportionen und Nutzungsweisen von Innenräumen interpretieren. Die Installation fügt sich in den breiteren Kontext der Messe ein, die sich auf die Beobachtung von Veränderungen in den Arten des Entwerfens und Wohnens konzentriert.

Im Bereich EuroCucina / FTK – Technology For the Kitchen werden Lösungen präsentiert, die Technologie, Nachhaltigkeit, intelligente Systeme, künstliche Intelligenz und Elemente des biophilen Designs miteinander verbinden. Die Organisatoren betonen, dass die Küche zu einem Raum wird, der Funktionalität mit der Personalisierung des Nutzererlebnisses verbindet. Die Internationale Badezimmermesse hingegen konzentriert sich auf den Trend zum Home-Spa, bei dem Wohlbefinden, Hygiene, Materialbeständigkeit und Energieeffizienz im Vordergrund stehen. In beiden Bereichen kehrt das Thema der Langlebigkeit von Produkten zurück, verstanden als die Fähigkeit, sich an die sich ändernden Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.
SaloneSatellite wird in seiner 27. Ausgabe erneut zum Schauplatz für junge Designer. Das diesjährige Thema „Skilled Craftsmanship Innovation“ lenkt die Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen Handwerk und neuen Technologien. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die Verbindung traditioneller Fertigkeiten mit innovativen Werkzeugen zu einer der wichtigsten Entwicklungsrichtungen im Design wird, insbesondere bei Designern unter 35 Jahren.

Ein wesentlicher Bestandteil des Programms bleibt die kulturelle Komponente. Im April findet die vierte Ausgabe des Public Programme „Drafting Futures. Conversations about Next Perspectives“ statt, kuratiert von Annalisa Rosso. Die Gesprächsreihe in dem von Formafantasma gestalteten Raum wird sich mit Themen rund um Innovation, nachhaltige Entwicklung und Veränderungen auf den Designmärkten befassen. Parallel dazu wird die Ausstellung „ABITO“ präsentiert, die von Palomba Serafini Associati in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit vorbereitet wurde. Die Ausstellung verbindet Mode und Design und analysiert, wie Objekte und Kleidung gesellschaftliche Veränderungen und die Entwicklung alltäglicher Praktiken widerspiegeln.
Das italienische Kulturministerium präsentiert die Ausstellung MADE IN MiC, deren zentraler Bestandteil die Sektion Archetipi sein wird. Die Ausstellung umfasst Beispiele für angewandte Kunst und Proto-Design aus den Jahren 1900–1945 und zeigt den Moment, in dem die Kunst begann, in die Innenräume einzudringen, und sich das Handwerk in Richtung einer stärker organisierten Produktion entwickelte. Ergänzt wird das Programm durch „The Chain of Wonders. Italian Excellence FederlegnoArredo, kuratiert von Beppe Fines, präsentiert die Geschichte der italienischen Holz- und Möbelbranche und ihre Bedeutung für die kulturelle Identität des Landes.

Der Salone del Mobile.Milano wird seine Präsenz erneut auf den städtischen Raum ausweiten. Das traditionelle Eröffnungskonzert im Teatro alla Scala findet bereits zum sechsten Mal statt, unter der Leitung von Michele Mariotti. Am 24. April ist „Common Archive – The White Night of Design“ geplant, eine Initiative des Salone del Mobile.Milano Observatory, bei der sich die Design- und Architekturarchive Mailands der Öffentlichkeit öffnen und über 50 Führungen und Begegnungen anbieten. In der Stadt werden zudem zwei Informationsstellen eingerichtet: der Design Kiosk auf der Piazza della Scala mit einem Programm von Gesprächen rund um unabhängige Verlage sowie der Kiosk auf der Piazza Sant’Eustorgio, der den Ausgangspunkt für einen Rundgang durch fünf von Bianca Felicori ausgewählte modernistische Gebäude bildet.

